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Einspruch exklusiv : Absurde Anonymisierungen

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Vor ihrer Veröffentlichung sollen Entscheidungen anonymisiert werden – niemand muss wissen, warum Tante E. ihren Nachbarn A. verklagt. Doch manche Gerichte steigern die Anonymisierung ins Absurde. Beispiele aus dem vergangenen Jahr.

          3 Min.

          Zwischen Weihnachten und Neujahr ist eigentlich alles etwas entspannter. Nicht so am Verwaltungsgericht Cottbus, das am 27. Dezember 2019 entschied, dass eine Klägerin einen Teil des Erlöses aus Grundstücksveräußerungen an die Bundesrepublik Deutschland auskehren muss. Die Grundstücke gehörten, ist im Urteil zu lesen, zum „Rittergut D …“, das seit 1927 im Eigentum der Gewerkschaft „Konsolidiertes Braunkohlenbergwerk F ... “ stand. Sodann wird das „Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften“ für das Jahr 1938 zitiert und der Name Hermann Görings anonymisiert: „In der Anlage überreiche ich den von Herrn Generalfeldmarschall G... unterzeichneten Schlussbericht.“ Gut, dass sich Göring damit nicht mehr in Verbindung bringen lassen muss.

          Einige Wochen zuvor hatte man am gleichen Cottbuser Gericht aus der „Mark Brandenburg“ die „Mark B.“ gemacht.

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