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Datenschutz im Internet : Klick, klick, klick

Auf einer Internetseite ist ein Button zum «Datenschutz und Sicherheit» zu sehen. Bild: dpa

Die aktive Einwilligung zum Setzen von Cookies soll nach dem neuen EuGH-Urteil nun für mehr Datenschutz sorgen. Eine verbraucherfreundliche Entscheidung?

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          Während China und Amerika durch die Digitalisierung springen wie junge Rehe über eine Blumenwiese, hat der alte Kontinent eine neue Möglichkeit gefunden, seine Digitalgeschäfte am Boden festzuzurren. Der Europäische Gerichtshof meint, jeder Cookie brauche eine ausdrückliche Einwilligung – den Klick – des Internetnutzers.

          Die kleinen Textdateien sind der Handschlag des Internets, üblich und nützlich. Cookies sind so gefährlich wie ein zusammengerolltes Kätzchen: Schlimmstenfalls sorgen sie dafür, dass Nutzer passende Werbung sehen. Doch im Datenschutz geht es längst nicht mehr um Gefahren, es geht um – genau: das Prinzip!

          Das zeigt sich auch daran, dass die Richter ausdrücklich auch technische Informationen schützen, die überhaupt nicht personenbezogen sind. Ein elektronisches Gerät hat genug Persönlichkeit, dass es in der EU ein juristisches Mäuerchen verdient. Künftig müssen Nutzer also noch mehr klicken, Unternehmen müssen sich statt neuer Geschäftsmodelle rechtskonforme Klick-Banner ausdenken.

          Kein Witz: Sogar der Europäische Gerichtshof muss sich um seine Cookies kümmern, denn auch dessen Website setzt sie schneller, als der Nutzer klicken kann. Natürlich hat den Gerichtshof deshalb gleich jemand beim Europäischen Datenschutzbeauftragten angeschwärzt. Es lachen, wie so oft, nur noch die Anwälte.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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