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Deutsche Telekom : Streaming wie früher

Die Deutsche Telekom lässt sich nicht beirren, auch nicht durch eine zweite, unanfechtbare Gerichtsentscheidung zu ihren Lasten.

          Die Deutsche Telekom lässt sich nicht beirren, auch nicht durch eine zweite, unanfechtbare Gerichtsentscheidung zu ihren Lasten. Sie will mit „StreamOn“ den Kunden weiterhin das mobile Streamen von Musik und Filmen versüßen, indem sie es nicht auf das Datenvolumen anrechnet – freilich nur in Deutschland und freilich nur in reduzierter Qualität. Damit verletzt sie Kundenrechte und ein Grundprinzip des Internets, entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen. Das Internet ist nämlich eine egalitäre Sache: Ein Datenpaket ist wie das andere und die Informationen wandern in aller Regel gleichberechtigt durchs Netz – sonst bekommen die Internetanbieter zu viel Macht. Diese „Netzneutralität“ ist gesetzlich abgesichert. Doch wir leben in Deutschland – Datenvolumen ist teuer, schön teuer, wenn man es aus der Warte eines Telekommunikationskonzerns betrachtet. Daher sucht die Telekom nach Winkeln und Schlupflöchern, um Verbraucher weiter zu schröpfen. Kunden, Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer sollten das quittieren. Mobiles Internet ist inzwischen der wichtigste Kommunikationskanal geworden. Knappe Datenvolumina, mittelprächtige Videoqualität und Roaming-Ängste klingen eher nach den Nuller-Jahren als nach einem postindustriellen Land im Digitalisierungssprint.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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