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Übungsbuch : Besseres Juristendeutsch

  • -Aktualisiert am

Eine Jura-Studentin hält in einer Vorlesung an der Universität Osnabrück eine Ausgabe vom Grundgesetz in der Hand (Archivbild). Bild: dpa

Juristen drücken sich häufig kompliziert aus. Der Rechtslehrer Roland Schimmel hat sich mit der Verständlichkeit juristischer Texte auseinandergesetzt und gibt Rat zum Bessermachen.

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          Das Zitat stammt aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs. Es zeigt beispielhaft, wie kompliziert sich Juristen ausdrücken. Der Satz hat 542 Anschläge in 71 Wörtern und wird von neun Kommas unterteilt: „Das gesamte Vergabeverfahren ist vom vergaberechtlichen Beschleunigungsgrundsatz beherrscht, der den Bietern unter anderem auferlegt, erkannte Vergabeverstöße unverzüglich zu rügen (Paragraph 107 Abs. 3 GWB) und der es dem für den Bieter tätigen Rechtsanwalt nahelegt, den ihm unterbreiteten Sachverhalt, zu dem häufig umfangreiche Vergabeunterlagen gehören, rasch auf Vergabeverstöße hin zu prüfen und Rügen gegebenenfalls umgehend zu erheben, insbesondere auch dann, wenn, was hier ersichtlich der Fall war, der Ablauf der Angebotsfrist bevorstand.“

          Lässt sich das besser formulieren? Klar, meint der Frankfurter Rechtslehrer Roland Schimmel, der sich schon oft mit dem Thema der Verständlichkeit juristischer Texte auseinandergesetzt hat. In seinem Übungsbuch hilft er Juristen, vom Studenten bis zum Richter, sich einen besseren Schreibstil anzueignen. Das Zitat würde er in fünf einzelne Sätze zerlegen: „Der Beschleunigungsgrundsatz beherrscht das gesamte Vergabeverfahren. Er erlegt dem Bieter auf, erkannte Vergabeverstöße unverzüglich zu rügen (Paragraph 107 Abs. 3 GWB). Dem Rechtsanwalt des Bieters legt er nahe, den Sachverhalt mit oft umfangreichen Unterlagen rasch auf Vergabeverstöße zu prüfen. Rügen muss er umgehend erheben, zumal wenn der Ablauf der Angebotsfrist bevorsteht. Dies war hier ersichtlich der Fall.“

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