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Wissenschaft in Gefahr : Was das Promotionsrecht für Fachhochschulen bedeutet

  • -Aktualisiert am

Wenn der Doktorvater den Hut nimmt, hat das für Doktoranden oft auch private Folgen. Bild: dpa

Die Stärkung der Fachhochschulen schwächt die Universitäten. Das zeigt das Beispiel des doctor iuris, dem ältesten Doktorgrad. Ein Gastbeitrag.

          8 Min.

          Der juristische ist der älteste Doktorgrad. Die Dozenten der seit Ende des 11. Jahrhunderts bestehenden Rechtsschule von Bologna nannten sich doctores, „Lehrer“. Ursprünglich durfte sich jeder Rechtslehrer so nennen. Zur Sicherung der Lehrqualität ordnete der Papst Anfang des 13. Jahrhunderts für die Aufnahme in den Bologneser Lehrkörper das collegium doctorum, eine Doktorprüfung, an. Sie vermittelte keinen akademischen Grad, sondern eine Lehrbefugnis, die auf Bologna beschränkte licentia docendi. 1291 verlieh Papst Nikolaus IV. dann den geprüften Bologneser Studenten die Befugnis, über Bologna hinaus überall zu lehren. Insbesondere bestimmte er, dass der Absolvent sogar dann als Doktor anzusehen sei, wenn er nicht unterrichten wolle: „Doctor“ war zum akademischen Grad geworden.

          Die doctores iuris bildeten den neuen Stand der „gelehrten Juristen“. Sie setzten ihre Gleichstellung mit den Rittern durch, bildeten eine militia legum, eine Ritterschaft des Rechts. Als Richter, Syndici, Anwälte oder Räte in der weltlichen oder kirchlichen Verwaltung und Rechtsprechung übernahmen sie Positionen, die bis dahin dem Adel vorbehalten waren. Nach Paragraph 1 der Reichskammergerichtsordnung von 1495 sollten die 16 Beisitzer „ye der halb Tail der Urtailer der Recht gelert und gewirdiget [d.h. akademisch graduiert], und der ander halb Tail auf das geringest auß der Ritterschafft geborn sein“. Auf die dignitas des Doktorats stützte man adelige Privilegien, darunter Steuerfreiheiten und das Recht, einen Degen zu tragen.

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