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Wissenschaftliche Karrieren : Wege aus der Befristungsfalle

  • -Aktualisiert am

Nicht alle streben eine Professur an: Studierende der Universität Leipzig in einer Vorlesung. Bild: dpa

Junge Wissenschaftler klagen zu Recht darüber, dass sie sich von Vertrag zu Vertrag hangeln müssen. Jedem nach der Promotion eine Stelle zu garantieren, ist jedoch nicht die Lösung. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Der Erfolg von Wissenschaft steht und fällt mit den Personen, die forschen und lehren und Wissenschaft unterstützen. Deshalb ist die anhaltende, intensive Diskussion über Karriereperspektiven und Befristungssituation von Forscherinnen und Forschern, die noch keine Dauerbeschäftigung in der Wissenschaft haben, wertvoll. Unter dem Hashtag #IchbinHanna schildern viele auf eindrückliche und persönliche Weise, welche finanziellen Engpässe, Unsicherheiten in der Lebensplanung und psychischen Belastungen aus anhaltender, wiederholter Befristung entstehen können. Zugleich üben sie Kritik am derzeitigen Karrieresystem. Im Kern wird die Frage nach der künftigen Architektur wissenschaftlicher Karrieren gestellt: nach Dauerstellen, Jobperspektiven, Stellenprofilen neben der Professur und Entscheidungszeitpunkten. Diesen wichtigen Architekturfragen will sich auch dieser Text widmen, zunächst müssen wir aber die Ausgangsfakten der Debatte sortieren.

          Im Zentrum der Diskussion steht der Vorwurf eines zu hohen Befristungsgrades an Hochschulen. Am häufigsten wird das Datum „92 Prozent“ genannt. Diese Zahl des Statistischen Bundesamtes gibt den Anteil befristet Beschäftigter am hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal unter 45 Jahren im Jahr 2018 an. In ihrer Pauschalität ist sie jedoch wenig hilfreich.

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