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Kuschelnoten im Jura-Studium : Die Totengräber der juristischen Ausbildung

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Die Strafprozessordnung: Eine Pflichtlektüre für jeden angehenden Juristen. Bild: Ekkehart Reinsch / VISUM

Gegen „Kuschelnoten“ an Jura-Fakultäten vorzugehen, ist ein guter Gedanke, eine faire Benotung ist wichtig. Aber die Justizminister haben den falschen Weg eingeschlagen: den der Weichspülung. Ein Gastbeitrag.

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          Der Juristenausbildung droht die permanente Reformierung. Die letzte große Umgestaltung des Deutschen Richtergesetzes liegt keine zwanzig Jahre zurück. Sie hatte sich zumindest teilweise von der vor etwa 200 Jahren in Preußen begründeten Tradition emanzipiert, dass Juristen zwar an einer Universität ausgebildet, aber ausschließlich vom Staat geprüft werden. Professoren wirken dort zwar mit, organisieren die Prüfung aber nicht. Anstatt allein auf eine Generalabrechnung am Ende der Ausbildung zu setzen, hatte man sich 2003 zu der grundlegenden Änderung durchgerungen, 30 Prozent der Staatsprüfung auf die Universitäten zu verlagern. Diese sollten für eine erste Spezialisierung junger Juristen in Form von Schwerpunktbereichen sorgen. Die dort erbrachten Leistungen prüfen die Fakultäten seither selbständig. Zwingende Vorgaben für Prüfungsformate in der Schwerpunktausbildung gibt es bisher kaum.

          Damit wird den Fakultäten die Möglichkeit gegeben, ihr eigenes Profil zu entwickeln und im Wettbewerb untereinander zu überzeugen. Dabei entwickelte sich die Korrelation der Noten im universitären Schwerpunkt und im Staatsteil der ersten Prüfung nicht überall gleich. Gerade an einigen süddeutschen Universitäten werden im Schwerpunkt Noten vergeben, die in keinem realistischen Verhältnis zu den Ergebnissen in der staatlichen Prüfung stehen. Begriffe wie „Traum“- beziehungsweise „Kuschelnoten“ machten die Runde.

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