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Für Anwälte in London : 100.000 Pfund Einstiegsgehalt

In London lebt es sich für junge Anwälte sehr gut. Bild: dpa

In den großen Wirtschaftskanzleien verdienen selbst Berufseinsteiger viel Geld. In London hat nun auch die zweite Reihe die magische Marke geknackt.

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          Die Gehälter in Londoner Top-Anwaltskanzleien für Berufseinsteiger, vor allem Wirtschaftsanwälte, überschreiten nun in mehr und mehr Fällen die Marke von 100.000 Pfund (aktuell 117.000 Euro). Wie die Zeitung The Times meldet, zahlen nun auch erste Kanzleien außerhalb des „Magic Circle“ der führenden fünf Kanzleien für Anwälte im ersten Berufsjahr dieses Gehalt. Die Anwaltssozietät Macfarlanes sei die erste City-Kanzlei, die in diese Höhen vorstößt.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          „Unsere Erwartung ist, dass unsere neu qualifizierten Anwälte in diesem Jahr mehr als 100.000 Pfund verdienen werden, wenn man alle Elemente ihres Einkommenspakets zusammenzählt“, heißt es von Macfarlanes. Zum „Magic Circle“ zählen die Kanzleien Allen & Overy, Clifford Chance, Freshfields Bruckhaus Deringer, Linklaters und Slaugther and May. Bis auf die letztgenannte zahlen sie Berufseinsteigern schon seit einigen Jahren Gehälter von 100.000 Pfund und mehr.

          In Amerika wird noch mehr gezahlt

          Einige US-Anwaltskanzleien zahlen sogar noch mehr. Die global tätige Kanzlei Milbank, deren Hauptquartier in New York liegt, erhöht das Einstiegsgehalt in diesem Jahr um 10.000 auf 200.000 Dollar. Sie zahlt damit auch in der Londoner City knapp 140.000 Pfund (fast 165.000 Euro). Partner der Londoner Top-Sozietäten verdienen oft siebenstellig.

          Auch in Deutschland erreichen die Einstiegsgehälter in einigen Top-Kanzleien schwindelerregende Höhen. Das höchste Salär für Einsteiger zahlt auch hierzulande Milbank, wie das Branchenmagazin Juve berichtet: Mit 160.000 Euro (136­.000 Pfund) reichen sie an die englischen Verhältnisse heran. Selbst viele Wirtschaftsanwälte kritisieren diese Gehälter, verweisen aber auf den Druck des Wettbewerbs. Allerdings ist auch die Arbeitsbelastung sehr hoch. Manche Berufseinsteiger klagen, dass sie kurz vor dem Burn-out stünden.

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