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Die Karrierefrage : Wie bilde ich mich virtuell weiter?

PC, Tastatur, Kopfhörer: Lässt sich so auch gut lernen? Bild: ddp Images

Führungsstärke, Wirtschaftswissen, Resilienz: Viele Seminaranbieter haben auf digitale Angebote umgestellt. Nicht immer funktionieren sie so gut wie in Präsenz.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          März, kurz nach dem Lockdown. Sorgenvoll blickt Bernhard Rosenberger nicht nur auf die steigenden Infektionszahlen, sondern auch darauf, wie es mit seinen Seminaren weitergehen soll. Rosenberger ist Chef eines Unternehmens mit 20 Mitarbeitern in Wiesbaden. Seit mehr als 15 Jahren bietet er Karriere-Seminare für Unternehmen an und coacht Selbständige und Angestellte. „Die Kunden sagten reihenweise ab“, erzählt er. „Ich musste mir rasch eine andere Strategie überlegen.“ Jedes zweite seiner Seminare stellte er auf Online-Formate um und konzipierte neue Lehrmethoden, kurze Podcasts, Videos, Coaching-Flatrates, Seminare mit neuen Inhalten wie „Führungskraft allein zu Haus“. Seine Kunden reagierten positiv. Doch nun mache sich Ernüchterung breit: „Die Menschen sehnen sich wieder nach echten Kontakten.“

          Seit März hat jeder dritte Beschäftigte in Deutschland mehr Arbeitszeit in Weiterbildung investiert als zuvor – so das Ergebnis einer Umfrage der Bitkom-Akademie mit der Unternehmensberatung HR Pepper unter knapp 400 Beschäftigten verschiedener Hierarchiestufen, Unternehmen und Branchen. Die Befragten besuchten vor allem kostenfreie Online-Seminare, Webkonferenzen und Workshops. Allerdings ließ offenbar die Qualität der Kurse zu wünschen übrig: Nur gut jeder Zweite war mit den Weiterbildungen zufrieden. „Bei der jetzigen Begeisterung für Online-Trainings sollte man sich fragen, ob sich jedes Thema dafür eignet“, sagt Rosenberger. „Braucht es Körpersprache, Gefühle und persönliche Interaktion, halte ich virtuelle Seminare für wenig brauchbar.“

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