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Bewerbungen : Ein digitaler Filter gegen Diskriminierung

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Ein Screenshot der Taledo Seite mit eingeschaltetem Filter Bild: Taledo

Anonymisierte Bewerbungen sollen Diskriminierungen im Bewerbungsprozess vorbeugen. Ein Start-up setzt auf eine digitale Variante.

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          Die Ausführungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes klingen ernüchternd: „Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Arbeitsuchende und Frauen mit Kindern werden in Bewerbungsverfahren oft benachteiligt“, heißt es auf der Webseite. Zahlreiche Studien und die Beratungserfahrung der Einrichtung verdeutlichten, dass diese Gruppen „deutlich schlechtere Chancen“ hätten, eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch zu erhalten. Auch ein Bewerbungsfoto könne ungerechtfertigterweise zum Problem werden. Nicht nur die Antidiskriminierungsstelle dringt daher auf anonymisierte Bewerbungen.

          Die digitale Recruitment-Plattform Taledo will Personalern über einen Filter diese Möglichkeit bieten. Ist die Funktion angeschaltet, wird das Profilbild der Bewerberin oder des Bewerbers unkenntlich gemacht und nur noch die Initialen des Namens angezeigt.

          Objektive Kriterien im Fokus

          Mit dem Filter-Feature falle es Personalverantwortlichen leichter sich auf objektive Bewertungskriterien zu fokussieren und die Kandidaten für die engere Auswahl nicht auf Grundlage von Aussehen, Geschlecht oder Ethnizität zu selektieren, sagt Melikshah Ünver, Gründer und Geschäftsführer von Taledo in einem Blogbeitrag: „Bewerber sollten auf Grundlage ihrer Qualifikationen und nicht anhand eines Fotos oder Ihres Geschlechts bewertet werden“.

          Bislang nutzt laut Taledo allerdings nur ein Prozent der Recruiter den Filter. Und auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) betonte Anfang des Jahres Transparenz und eine klare Unternehmenspolitik trügen nachhaltiger gegen Diskriminierung bei als anonymisierte Bewerbungen.

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