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Antidiskriminierungsstelle : Unternehmen haben bei anonymen Bewerbungen noch Luft nach oben

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Rund ein Viertel der Diskriminierungserfahrungen im Arbeitsleben werden den Angaben zufolge während der Arbeitssuche und bei Bewerbungen gemacht. Bild: dpa

Anonymisierte Bewerbungen könnten ein gutes Mittel gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt sein, so die zuständige Stelle des Bundes. Die Arbeitgeber halten andere Aspekte für deutlich wichtiger.

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          Nach Ansicht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind Bewerbungsverfahren in Deutschland noch nicht überall diskriminierungsfrei. Für mehr Diskriminierungsfreiheit fordern beide schon lange anonymisierte Bewerbungsprozesse. Im öffentlichen Dienst gebe es mittlerweile zwar einige positive Beispiele, sagte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle.

          „Nachholbedarf gibt es aus unserer Sicht bei privaten Unternehmen.“ Mehrere Pilotprojekte hätten gezeigt, dass das Verfahren leicht umzusetzen ist und Benachteiligungen beim ersten Schritt im Bewerbungsverfahren minimieren kann. Nach Einschätzung des DGB habe sich in den letzten Jahren etwas getan, jedoch „längst nicht genug“, sagte Vera Egenberger vom DGB.

          In Deutschland verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Diskriminierung auf allen Ebenen des Arbeitslebens. Nach Einschätzung der Bundesstelle ist sie aber immer noch weit verbreitet. Rund ein Viertel der Diskriminierungserfahrungen im Arbeitsleben werden den Angaben zufolge während der Arbeitssuche und bei Bewerbungen gemacht. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) misst anonymisierten Bewerbungen in der betrieblichen Praxis keine wesentliche Rolle bei. Transparenz und eine klare Unternehmenspolitik trügen nachhaltiger gegen Diskriminierung bei, so das Argument.

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