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Asylsuchende in Dänemark : Wenn das Lager zum Gefängnis wird

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Ein Bewohner klettert aus dem Fenster seines Wohnblocks. Bild: Andrew Kelly/Reuters

Die ehemalige dänische Strafanstalt Kærshovedgård dient als Unterkunft für rund 250 abgelehnte Asylbewerber. Der Reuters-Fotograf Andrew Kelly hat die Flüchtlinge besucht und ist in eine Welt zwischen Warten und Hoffen eingetaucht.

          Die Dänen verfügen mit „Hygge“ über ein eigenes Wort für die Mischung aus Gemütlichkeit und Intimität, sie zählen zu den glücklichsten Menschen der Welt und waren lange Zeit für ihre fortschrittlichen Gesetze bekannt. Flüchtlinge jedoch sind in dem kleinen skandinavischen Land nicht gerne gesehen. Etwa 250 von ihnen, deren Asylantrag nicht bewilligt wurde, hat die dänische Regierung in dem ehemaligen Gefängnis Kærshovedgård in Jütland untergebracht.

          Der als „Ausreisezentrum“ bezeichnete Komplex ist durch Eisentore und einen hohen Stahlzaun geschützt. Die nächste Stadt liegt mehr als fünf Kilometer entfernt und verfügt über keine öffentlichen Verkehrsmittel. Ein Leben in engen Grenzen und mit strikten Regeln: Die abgelehnten Asylbewerber teilen sich kleine Räume, sie dürfen nicht arbeiten und erhalten keine Sozialleistungen. Gegessen wird zu festen Zeiten in der Kantine, das Kochen ist untersagt. Zwar dürfen die Flüchtlinge das Gelände tagsüber verlassen. Allerdings müssen sie dort übernachten und sich alle 72 Stunden per Fingerabdruck melden – gefängnisähnliche Zustände im ehemaligen Gefängnis.

          Einige der Flüchtlinge hoffen auf Frieden und politischen Wandel in ihrer Heimat, so dass sie schnell zurückkehren können. Andere hoffen, dass sich die dänische Regierung doch noch dazu durchringt, ihnen Asyl zu gewähren. Wie lange sie in Kærshovedgård bleiben werden, wissen sie nicht.

          Der aus Australien stammende Reuters-Fotograf Andrew Kelly durfte mit Hilfe einer dänischen Menschenrechtsorganisation das Ausreisezentrum betreten und hat die Bewohner mehrmals besucht. Mit einigen der Bewohner ist er immer noch in Kontakt und hofft auf ein glückliches Ende ihrer Odyssee.

          Der 27 Jahre alte Iraker Daniel Christensen und der 23 Jahre alte Iraner Fariborz Rostami fahren zu einem wöchentlichen Bibelcafé, das von Gemeindemitgliedern und Freiwilligen in der Stadt Bording organisiert wird.
          Hoshang Rostami beim Abendspaziergang über das Gelände des ehemaligen Gefängnisses.
          Die 30-jährige Sadiyo Hussein Omar aus Somalia auf einem Laufband.
          In diesen Wohnblöcken leben Männer, deren Asylgesuch abgelehnt wurde.
          Der 27-jährige Iraker Daniel Christensen liest in der Bibel. Früher hieß er Ali Adnan; mit der Konversion zum Christentum hat er seinen Namen geändert.
          Hoshang Rostami hat einen Teil seines Beins verloren, als er im Iran auf eine 16 Jahre alte Landmine getreten ist.
          Eine Gruppe von Bewohnern von Kærshovedgård betet bei einem Bibelcafé-Treffen in der Stadt Bording.
          Eine Straßenmarkierung weist in Richtung des ehemaligen Gefängnisses Kærshovedgård.
          Bewohner von Kærshovedgård beim Tischfußball.
          Gemeinsame Mahlzeit in Kærshovedgård.
          Deler Haidari ist 29 Jahre alt und kommt aus Iran; hier reinigt er den Flur vor seinem Zimmer.
          Der Teppich eines Bewohners hängt zum Trocknen an einem Fußballtor.
          Hoshang Rostami (24) und Jamshid Rostami (26) in einem Wohnheim für Männer in Kærshovedgård.

          First of all we’d be interested to know what you experienced during the photo shoot and what made you pick that particular theme?

          It was a difficult experience on a couple of levels. Emotionally it was very hard. The people I met there were very warm and friendly but were all in such a terrible situation. I found it hard to leave each day and also at the end when I had to come back to New York, to know that they would, and still do, all remain there really played on my mind. Due to hardly anything happening each day, it was also really hard to shoot and create compelling images. People spend their days just waiting and killing time. I really struggle to understand how they haven't all gone mad. The camp is so isolated and the daily routine is so monotonous. It would break me. But I stay in touch with those that I can and really hope that their stories have happy endings.

          I came across the idea just reading some articles about immigrants in Denmark. I had recently worked on two long form stories with the immigrant communities there and in researching their situation, learned of the asylum centers. I really wanted to get inside one and shoot, and was able to organize this through a human rights organization that knew a resident there. 

          When and where were you born, where have you been educated and what are the stages of your professional career?

          I was born in Melbourne, Australia in 1978. I studied a  Diploma of Arts and Photography at RMIT until 2006 then from there worked in newspapers in Australia. In 2010 I moved to New York and became a freelancer. I count Reuters as an excellent client. I've been working with them since 2011.

          What is your standard camera equipment? Is there any special or favorite gear?

          I use two Canon 5D mark 4 cameras and a wide variety of lenses. It’s an excellent camera. 

          How do you process/edit your images? What particular software or apps do you utilize?

          I do very minimal editing. I will ingest images and caption in Photo Mechanic and then do color correcting and cropping in Photoshop and that’s really all. Reuters is incredibly strict about their photos resembling reality as closely as possible. Which is a good thing.

          Do you have photographic role models?

          Early in my career I really loved Jason South and Angela Wylie at The Age in Melbourne. They were big inspirations. Now I am inspired by the people I work alongside in New York City from a variety of agencies. It’s a wonderful city but it can be a grind. Guys like Lucas Jackson from Reuters, John Angelillo from UPI and Justin Lane from EPA constantly create amazing photos from even the most mundane assignments. I find that really inspiring.

          Is there a portfolio or photobook that inspired you?

          When I first started out I poured over Elliot Erwitt’s „Snaps“ book for years. I still love that book. Such incredible compositions, such humor and such class in all the photos. 

          Where can one find more of your photographic work? Website, Instagram, Facebook, Twitter…

          Website: ANDREWKELLYPHOTO.COM

          Instagram: @andrewkellyphoto 

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