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Verlagsspezial

: Versteckte Potentiale

Davon profitieren beide Seiten: Die Kooperation zwischen erfahrenen Mittelständlern, die vor etlichen Jahren oftmals selbst Gründer waren, und Start-ups birgt ein enormes Innovationspotential. Bild: monkeybusinessimages/istock/thinkstock

Start-ups zählen zu den Innovationsressourcen von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Initiative „Start-up trifft Mittelstand“ will dieses zum Teil noch unausgeschöpfte Potential nutzen und Kooperationen mit Mittelständlern fördern.

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          Sie sind in der Regel ideenreich, umtriebig und reagieren außerordentlich flexibel auf Änderungen von Rahmenbedingungen. Start-ups sind in marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystemen unverzichtbar und stärken im Erfolgsfall die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft. Start-ups gehen anders an Arbeits- und Produktionsprozesse heran: Manchmal bedeutet das auch, die Arbeitsergebnisse von Wochen oder Monaten zu verwerfen zugunsten neuer, besserer Ideen oder aufgrund veränderter Anforderungen. In etablierten Unternehmen wird ein solches Vorgehen häufig als Scheitern gewertet – was es nicht sein muss. Vielmehr trägt genau diese Fähigkeit, sich schnell auf neue Situationen einstellen zu können, maßgeblich zum Gelingen von Innovationsprozessen bei.

          Start-ups spielen auch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, gesellschaftliche Herausforderungen und Umwälzungen zu bewältigen, wie aktuell beispielsweise die digitale Transformation. Bund und Länder haben dies längst erkannt. Sie versuchen mit zahlreichen Maßnahmen, die Gründung von Unternehmen zu initiieren und danach für überschaubare Zeiträume zu fördern. Das Spektrum der Unterstützungsmaßnahmen ist dabei groß: Es reicht von der Implementierung einer Gründungskultur an Hochschulen über die Bereitstellung von Wagniskapital bis hin zur gezielten Förderung von Start-ups durch Business Angels. Trotzdem sind die Gründeraktivitäten in den vergangenen Jahren signifikant rückläufig – insbesondere im Hightech-Bereich.

          Neue Märkte erobern

          Hier könnte eine Fördermaßnahme Abhilfe schaffen, die bislang noch unzureichend entwickelt ist: die Unterstützung von Start-ups bei der Markterschließung durch die Einbeziehung etablierter mittelständischer Unternehmen. Für große Konzerne gehört es längst zum Tagesgeschäft: Sie unterstützen die Gründung von Unternehmen mit eigenen Programmen und suchen zielgerichtet nach Start-ups, um im Rahmen von Kooperationen vorhandene Märkte besser zu bedienen oder neue Märkte zu erobern. Im Mittelstand ist dieses Modell kaum verbreitet, da der Aufwand einfach zu groß erscheint. Doch eine solche Kooperation zwischen erfahrenen Mittelständlern, die vor etlichen Jahren oftmals selbst Gründer waren, und „jungen Wilden“ birgt ein enormes Innovationspotential, von dem beide Seiten profitieren: Auf der einen Seite erhalten die etablierten Unternehmen von den jungen Gründern weitere Innovationsimpulse und können sich von deren Kreativität, Flexibilität und Risikobereitschaft inspirieren lassen. Umgekehrt haben die „alten Hasen“ fundierte Erfahrungen unter anderem im Bereich der Markt­erschließung zu bieten.

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