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ANZEIGE : Den Krebs besiegen

Erläuterung: Das Abgrenzen des Tumors (links im Bild) von den umliegenden Strukturen ist ein zeitaufwendiger Prozess für Ärzte und Strahlentherapeuten, um eine präzise Planung der Bestrahlung zu gewährleisten. Künstliche Intelligenz kann diese sogenannten Risikoorgane automatisch kontuieren (rechts im Bild). Bild: Mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Erlangen.

In den USA blickt Präsident Joe Biden auf die Zeit nach der Pandemie: „Sobald wir Covid-19 geschlagen haben, werden wir alles daran setzen, den Krebs, wie wir ihn heute kennen, zu besiegen“, sagte er im Februar 2021.

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          In den USA blickt Präsident Joe Biden auf die Zeit nach der Pandemie: „Sobald wir Covid-19 geschlagen haben, werden wir alles daran setzen, den Krebs, wie wir ihn heute kennen, zu besiegen“, sagte er im Februar 2021. Ein großes Versprechen – ähnlich Kennedys Ankündigung von 1961, binnen des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen. Denn sowohl die Mondlandung als auch der Sieg über den Krebs sind Herkulesaufgaben, die starken Teamgeist, hohe Innovationskraft, viel Geld, einen langen Atem sowie eine gemeinsame Vision brauchen.

          Die Covid-19-Krise ist nicht die einzige Pandemie. Unkontrollierte Zellen, die sich in Organen, im Knochenmark oder in Lymphbahnen ausbreiten, sind die Ursache für eine der größten Geißeln der Menschheit: Krebs. Zehn Millionen Menschenleben fordert diese Krankheit jedes Jahr – etwa drei Mal so viele wie Covid-19 in den ersten zwölf Monaten. Damit ist Krebs – nach Herzerkrankungen – die zweithäufigste Todesursache weltweit.

          Und die Krebsneuerkrankungen nehmen weiter zu, von heute fast 20 Millionen pro Jahr auf 30 Millionen im Jahr 2040. Zusätzlich zum Leid der Patientinnen und Patienten sowie ihrer Familien bedeutet das: mehr Belastung auf den Gesundheitssystemen, mehr Kosten für die Gesellschaft, und vielerorts droht den Betroffenen neben dem gesundheitlichen auch der finanzielle Ruin, wenn sie mangels Krankenversicherung ihre Behandlung selbst bezahlen müssen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziffert die ökonomischen Kosten von Krebsauf 1,16 Billionen US-Dollar jährlich, Tendenz steigend.

          Das Risiko für Krebs ist – wie auch das Risiko für Covid-19 – ungleich verteilt, sowohl was die Erkrankung als auch ihren Verlauf betrifft. Wer sozial benachteiligt ist, keine gute Bildung erfahren hat, in einem Schwellenland lebt oder einfach nur im falschen Stadtviertel aufgewachsen ist, hat ein höheres Risiko und gleichzeitig eine schlechtere Aussicht auf eine gute Behandlung. Ein mächtiger Hebel zur Eindämmung der Krankheit sind daher Investitionen in Bildgebung und Versorgungsqualität. Das unterstreicht eindrucksvoll eine neue Studie der Fachzeitschrift The Lancet Oncology: Bis 2030 würden fast zehn Millionen Menschen weniger an Krebs sterben, wenn es gelänge, vor allem in den Niedriglohnländern die Versorgung aus zubauen. Die Investitionskosten lägen bei astronomischen 233 Milliarden US-Dollar. Der volkswirtschaftliche Nutzen – zusätzlich zu den geretteten Menschenleben – würde die Kosten aber weit übertreffen. Die Forscher beziffern diesen Nutzen auf 2,7 Billionen Dollar.

          Die WHO schätzt, dass etwa jede zweite Krebserkrankung verhindert werden könnte, da sie in veränderbaren Lebensumständen begründet ist. Gesundheitliche Aufklärung wie Vorsorge-Kampagnen steht daher ebenfalls weit vorne im Kampf gegen Krebs. Denn sobald der Tumor erst einmal da ist, ist es ganz entscheidend, ihn so früh wie möglich zu behandeln. Hier entfaltet die moderne Präzisionsmedizin ihr Potenzial, von der Labordiagnostik über die Bildgebung bis hin zur Medikation, Chirurgie und Bestrahlung. Auch wenn die Überlebensraten – meistens gemessen fünf Jahre nach der Diagnose – je nach Krebsart immer noch sehr unterschiedlich sind, so gilt trotzdem für alle: Die Überlebenschance steigt, und das verdanken wir heute sowohl der früheren Diagnose als auch den verbesserten Therapien.

          Die fortschreitende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung wird dazu führen, dass die Krebsversorgung besser und für mehr Menschen zugänglich ist. So schmerzhaft die Lehren aus der Covid-19-Krise sind: der Schub, den die Digitalisierung dadurch bekommen hat, ebnet den Weg für eine breitere medizinische Versorgung. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben Gesundheitsdienstleister gute Erfahrungen damit gemacht, Covid-19-Patienten in Quarantäne telemedizinisch zu versorgen, um das Infektionsrisiko für die Behandelnden zu senken. Auch die Fernwartung und Fernbedienung von Computertomographen ist heute verbreiteter.

          Was ursprünglich dazu gedacht war, Dienstreisen zu ersetzen, physische Kontakte zu reduzieren oder Kliniken bei steigender Patientenzahl mit externem Personal zu unterstützen, kann auch dabei helfen, medizinisches Fachwissen digital in unterversorgte Gebiete zu bringen. Die Industrie arbeitet darauf hin – im Schulterschluss mit den Zulassungsbehörden – leichter zu bedienende Medizintechnik anzu bieten, die von weniger erfahrenem Personal betrieben werden kann. Der Mangel an medizinischen Fachleuten ist eine der höchsten Hürden auf dem Weg zu einer besseren Versorgung. Die WHO rechnet damit, dass 2035 weltweit 13 Millionen Gesundheitsarbeiter fehlen.

          Natürlich lässt sich diese Lücke nicht allein durch Technologie schließen, aber Telemedizin und Künstliche Intelligenz (KI) können dazu beitragen, die Last zu verringern. Radiologen haben im Schnitt nur drei bis vier Sekunden, um eine CT- oder MR-Aufnahme zu befunden. Schon heute gibt es daher digitale Assistenten auf KI-Basis, die sie bei der Interpretation unterstützen, nach Mustern suchen und auffällige Stellen in Organen, Geweben und Wirbelkörpern finden – auch in Bereichen, die nicht im Fokus der Untersuchung standen. Solche KI-Assistenten entlasten Medizinerinnen und Mediziner von Routinejobs und helfen gleichzeitig dabei, die Präzision bei der Diagnose, aber auch bei der Therapie von Krebs zu erhöhen.

          Der Zusammenschluss von Siemens Healthineers, einem Innovationsführer in der Diagnose, und Varian, einem Vorreiter in der Strahlentherapie, schafft nun ein technisches Ökosystem, in dem Diagnose, Therapieplanung, Bestrahlung und Nachsorge sehr genau ineinandergreifen können. Die Strahlen eines Linearbeschleunigers sind präzise Werkzeuge, deren Einsatz gewissenhaft geplant und überwacht werden muss. Es gilt, den Tumor genau zu lokalisieren, die richtige Strahlendosis individuell zu applizieren und dafür zu sorgen, dass das umliegende Gewebe geschont wird. Das Abgrenzen des Tumors von den um liegenden Organen ist ein zeitaufwändiger Prozess für die Medizinphysiker und Strahlentherapeuten. Siemens Healthineers hat KI-basierte Algorithmen darauf trainiert, diese sogenannten Risikoorgane automatisch zu konturieren, was den Teams in der Strahlentherapie mehr Zeit für andere Tätigkeiten verschafft – für Patientengespräche beispielweise oder für die Forschung.

          Die Medizinethik gebietet es, Aussagen über zukünftige Technologien und Heilungschancen mit Vorsicht zu formulieren, schließlich gründen Millionen Menschen ihre Hoffnung darauf. Was durch Wissenschaft und Ingenieurskunst in den nächsten zehn Jahren möglich wird, kann niemand seriös vorhersagen. Forschung und Industrie arbeiten jedoch auf ein gemeinsames Ziel hin. Joe Bidens Vision ist es, den Krebs zu besiegen, wie wir ihn heute kennen. Das Ziel von Siemens Healthineers ist es, das Gesundheits system der Zukunft so zu gestalten, dass niemand mehr Angst vor Krebs haben muss – und zwar auf der ganzen Welt. Denn wo man lebt, sollte nicht darüber entscheiden, ob man lebt.

          V. i. S. d. P.: Dr. Matthias Krämer, Siemens Healthcare GmbH, Henkestr. 127, 91052 Erlangen, www.siemens-healthineers.de

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