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Verlagsspezial

Statements : „Dämmung und erneuerbare Energien ergänzen sich“

Der Windkraftausbau in Deutschland liegt am Boden, in vielen anderen Ländern in Europa läuft es besser. Bild: elxeneize

Unsere Nachfrage zeigt, dass Experten für Energie und energetische Sanierungsmaßnahmen sich einig sind: Einsparungen im Gebäudebereich bringen die Energiewende voran.

          2 Min.

          Bild: Lichtblick

          Um auch im Wärmesektor die Klimaziele zu erreichen, muss der Energieverbrauch reduziert und der verbleibende Bedarf bis spätestens 2050 klimaneutral gedeckt werden. Dämmung und erneuerbare Energien ergänzen sich dabei, doch stagniert der Anteil an grüner Wärme seit Jahren bei unter 15 Prozent. Dass das Ökostrom-Potential nicht erschlossen wird, liegt auch an Abgaben und Umlagen, die für Strom achtmal höher sind als beispielsweise für Erdgas. Der jetzt beschlossene CO2-Handel für den Wärmesektor und die Absenkung der EEG-Umlage genügen nicht. Für einen klimaneutralen Wärmesektor muss die höhere Abgabenbelastung auf Strom insgesamt beendet werden.“

          Gero Lücking ist Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick SE in Hamburg.

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          Bild: Drees

          „Dämmmaßnahmen an den Bauteilen der Gebäudeaußenhülle haben viele Vorteile. Sie reduzieren den Energieverbrauch und eliminieren ungewollte und unkon­trollierte Lüftungswärmeverluste. Beim Austausch der Heizungsanlage kann ein kleinerer, effizienterer Erzeuger gewählt werden – mit einem größeren Anteil an erneuerbaren Energien. Bei Kälte steigern höhere Oberflächentemperaturen der Außenbauteile die Behaglichkeit im Inneren, im Sommer schützt die Dämmung vor Hitze. Die Bausubstanz wird bewahrt und die Immobilie aufgewertet. All das spart nicht nur Energiekosten, es trägt auch zum Schutz des Klimas bei: Die ,beste‘ Energie ist die, die nicht verbraucht wird.“

          Jolanta Zamirska-Drees ist Bauingenieurin und Energieeffizienz-Expertin im südhessischen Eppstein.

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          Bild: Pfandler


          „Die Dämmung einer Immobilie schützt die Gebäudesub­stanz, und geübte Planer schaffen dabei Fassaden, die sich kaum von monolithischen unterscheiden. Dämmung senkt den Energieverbrauch: Jeder für die Produktion mineralischer Dämmstoffe aufgewendete Liter Öl spart über seine Lebenszeit etwa die tausendfache Menge. Bei nachwachsenden Rohstoffen ist die Energiebilanz noch besser. Auch wichtig: Wird die Gebäudemasse per Dämmung von der urbanen Umgebung „entkoppelt“, kühlt sich das Mikroklima in der Nacht besser ab. Der Einzelne spart also nicht nur Energiekosten und hilft, die globale Erwärmung verringern, sondern verbessert sein direktes Umfeld.“

          Uwe Pfandler ist Architekt, Energieberater und Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz in Bonn.

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          Zusammengestellt von Michael Hasenpusch

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