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Verlagsspezial

: 60 Jahre Wärmedämmverbundsysteme

In den 60 Jahren seit den ersten Experimenten in Berlin habe sich viel getan, sagen die Fachleute. „Zunächst gab es nur zwei Dämmstoffarten: Polystyrol und Mineralwolle“, sagt Pasker. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Dämmstoffen, angefangen bei unterschiedlichen Arten von Schaumstoffen wie EPS (Expandiertes, also mittels heißem Wasserdampf geschäumtes Polystyrol), das immer noch die größte Verwendung findet, über mineralische Weiterentwicklungen wie Mineral- oder Glaswolle bis hin zu Dämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Wolle, Flachs, Hanf oder Holz. Auch die Dämmeigenschaften seien stetig verbessert worden, so dass immer bessere Werte erreicht würden. „Mit der Verbesserung der Materialien gingen auch insbesondere bei Polystyrol-Dämmstoffen Maßnahmen zur Erhöhung der Brandsicherheit einher, etwa durch den Einbau von Brandriegeln, Sturzschutz und schwererer Entflammbarkeit“, sagt Pasker.

Auch das Feuchteverhalten der WDVS sei verbessert worden, was mittlerweile das Risiko von Algenbewuchs minimiere. Ebenfalls der Vergangenheit angehören würde auch das sich außen im Putz Abzeichnen von Dämmplattengrenzen oder Dübeltellern, sagt der Fachmann.

Bei fachgerecht durch qualifizierte Unternehmen angebrachten WDVS könne man dann mit einer Lebensdauer von vielen Jahrzehnten rechnen, sagt Pasker. Sie müssten allerdings genauso wie nichtgedämmte Fassaden in vergleichbaren Abständen renoviert werden und sollten regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern und den Brandschutz zu gewährleisten.

In Zukunft würden sicherlich weitere neue Materialien mit weiter verbesserten Dämmeigenschaften an Bedeutung gewinnen wie beispielsweise Polyurethan, Phenolhartschaum oder Systeme mit vakuumierten Zellen. Auf der anderen Seite gewänne der Umweltaspekt immer größeres Gewicht. „Wir sehen eine zunehmende Tendenz zu Dämmstoffen auf Basis nachwachsender oder natürlicher Rohstoffe wie Holzfasern oder Mineralwolle“, sagt Riechers. Aber auch das Thema Recycling spiele eine Rolle. „Wir sind dabei, Lösungen für den Rückbau und das Recycling der unterschiedlichen Systemvarianten zu erarbeiten und umzusetzen. In der Praxis spielt das bislang aber eine eher geringe Rolle, weil ältere WDVS mit geringer Dämmstoffdicke im Zuge von Renovierungen eher aufgedoppelt und somit weitergenutzt werden“, erklärt Riechers.

Sicher sei aber, dass das Thema Energieeffizienz im Gebäudebestand im Kontext der UN-Klimaschutzvereinbarung, den europäischen Zielen zum Umwelt- und Klimaschutz sowie der für Deutschland vereinbarten Energiewende eine weiter steigende Bedeutung erlangen werde. Die Notwendigkeit von WDVS sei damit eigentlich unbestritten, sagen die Fachleute.

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