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Verlagsspezial

Börsenzyklus : Ein ewiges Auf und Ab

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Zum Zeitpunkt der tiefsten Krise wird der Startpunkt für den Beginn eines neuen Konjunkturzyklus gesetzt. Bild: GOLFX/iStock

Aktienkurse sind volatil, entwickeln sich unvorhersehbar und wirken auf Anleger teilweise chaotisch. Ein Blick in die Historie zeigt aber, dass die Notierungen einem regelmäßigen Auf und Ab folgen. Den Börsenzyklus und die typischen Merkmale einzelner Phasen erläutert Torsten Reidel, Geschäftsführer von Grüner Fisher Investments.

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          Zu Tode betrübt

          Der Anfang eines langandauernden Kursaufschwungs, auch Bullenmarkt genannt, beginnt mit absoluter Katerstimmung. Viele Anleger haben im Rahmen der vorangegangenen Kurseinbrüche die Reißleine gezogen, hohe Verluste realisiert und zögern, auf niedrigem Niveau wieder einzusteigen, weil sie weitere Kursrückgänge befürchten. Die Anzahl der Marktteilnehmer ist dadurch relativ gering und die Liquidität an den Märkten eingeschränkt. Häufig dümpeln nur noch vereinzelt alte Papiere in den Portfolios privat investierter Anleger vor sich hin, gehalten allein durch die sentimentale Hoffnung, dass sie sich irgendwann nahe des Einstandspreises wieder verkaufen lassen. Meist steckt die Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt in einer Rezession: Unternehmensgewinne gehen auf breiter Front zurück oder stagnieren im besten Fall. Doch von Quartal zu Quartal verlangsamt sich der Konjunkturrückgang und zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Aus der Wirtschaft kommen meist trotzdem nur negative Meldungen. Die vorangegangene Bärenmarktphase mündet typischerweise in einem finalen Ausverkauf, bei dem sich Anleger – beinahe trotzig – ohne Rücksicht auf Verluste von ihren Papieren trennen. Häufig schnellen die Kurse dann kurze Zeit später in einer V-förmigen Bewegung wieder empor. So war es zuletzt im März 2009. Aktien, die in dieser Aufschwungphase einen Blick lohnen, sind konjunktursensible Titel (Zykliker), Anteile an kleinen Unternehmen (Small-Caps) und Substanztitel.

          Geduldsprobe für Anlegernerven

          Im zweiten Drittel des Bullenmarktes stabilisiert sich der Aufwärtstrend der Kurse. Es setzt eine erste Konsolidierung ein, die Ausschläge nach unten und oben fallen tendenziell geringer aus. Waren Anleger zuvor panisch, so beruhigt sich nun die Stimmung. Die meisten wechseln in eine skeptische Grundhaltung, weil sie dem Aufschwung nicht recht trauen. Sie steigen zwar hier und da ein, bleiben aber mit ihrem Portfolio in einer Habt-Acht-Stellung. Börsenprofis mit langfristigem Blick schauen auf Fundamentaldaten, und hier verbessert sich das Umfeld zusehends: Die Konjunktur erholt sich und wird zunehmend robust, Unternehmensgewinne steigen von ihrem niedrigen Niveau, zum Teil sogar kräftig. Auf Jahressicht gesehen stabilisieren sich die volkswirtschaftlichen Rahmendaten, verlieren jedoch an Dynamik, weil die Ausgangbasis des konjunkturellen Tiefpunktes aus der Vergleichsrechnung herausrutscht. Parallel dazu flachen die durchschnittlichen Aktienrenditen in der mittleren Phase eines Bullenmarktes ab. Für viele Anleger entsteht das subjektive Gefühl einer zähen Seitwärtsphase. Das stellt ihre Geduld auf eine Probe. Qualitäts- und Wachstumsaktien, dazu Unternehmen aus der Konsum- und Dienstleistungsbranche, sind in dieser Phase erfahrungsgemäß ein guter Griff.

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