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Verlagsspezial

: Mehr als nur ein Kühlschrank

Bild: lislud/Istock/Thinkstock

Elektrohausgeräte müssen heute viel mehr können, als nur die Hausarbeit erleichtern. Die wichtigsten Trends im Überblick.

          Multifunktional und individuell

          Gerade im Bereich der Küche nehmen die Geräte dem Nutzer immer mehr Arbeitsschritte auf einmal ab. Per Knopfdruck wird aus dem Backofen ein Dampfgarer, die Fritteuse kann auch backen oder kochen, und der Mixer zerkleinert zuerst die Zutaten, bevor er sie perfekt kocht. Für Diana Diefenbach, Head of Communication bei Samsung, ist die digitale, multifunktionale Küche eine logische Entwicklung: „Während die Kinder spielen, soll der Kuchen backen, die Mails wollen beantwortet werden, und außerdem kommt noch kurz die Freundin auf einen Kaffee vorbei. Dem Anspruch, all das in einem Raum zur gleichen Zeit erledigen zu können, müssen moderne WiFi-Haushaltsgeräte gerecht werden.“ Deshalb hat Samsung auch im letzten Herbst einen Kühlschrank auf den Markt gebracht, bei dem das Kühlen von Lebensmitteln fast schon zur Nebensache wird. Denn eigentlich ist das Gerät ein multifunktionaler Familienmanager: In seiner Tür sitzt ein Display, das wie ein überdimensionales Smartphone aussieht. Das Gerät empfängt Nachrichten und Fotos, synchronisiert Terminkalender von mehreren mobilen Endgeräten und begrüßt auf Wunsch jedes Familienmitglied mit einer persönlichen Voice-Message. Außerdem verwaltet der Kühlschrank die vorhandenen Nahrungsmittel, überprüft Haltbarkeitsdaten und schlägt Rezeptideen vor, die zum Lebensmittelvorrat passen. Und unterhalten kann der Kühlschrank auch noch: Er spielt den Lieblingssong oder überträgt die gerade im Fernsehen laufende Kochsendung. Eng mit der Multifunktionalität der Haushaltsgeräte verbunden ist der Trend zur Individualisierung der Produkte. So wie der Kühlschrank jeden Hausbewohner individuell begrüßt, merken sich beispielsweise auch manche Hausgeräte häufig benutzte Programme. Dadurch bereitet die Kaffeemaschine per Fingertipp den oft gewählten Lieblingskaffee zu, und die Waschmaschine präsentiert beim nächsten Waschgang sofort die gespeicherten Einstellungen vom letzten Mal.

          Vernetzt und smart

          „Connectivity“ ist derzeit der Megatrend in der Hausgeräte-Entwicklung: Fast jede Kaffeemaschine, jeder Herd und Backofen kann heute über Smartphone oder Tablet bedient werden. Zugegeben, vernetzte Geräte gibt es schon eine ganze Weile, neu ist jedoch, dass die Vernetzung „nicht reiner Selbstzweck bleibt, sondern einen starken Konsumentenfokus bietet. Vernetzte Produkte und Services werden nur dann interessant für Verbraucher, wenn sie alltägliche Aufgaben besser, effizienter und angenehmer erledigen helfen“, sagt zum Beispiel Gerd Holl, Vorsitzender der Geschäftsleitung Electrolux Deutschland und Österreich. Es geht also nicht um die Vernetzung per se, sondern um intelligente Lösungen: So verhindern Brat- und Kochsensoren, dass das Steak anbrennt oder das Nudelwasser überkocht, weil der Herd die Hitze automatisch herunterregelt. Die Waschmaschine dosiert von sich aus das Waschmittel richtig und schickt bei niedrigem Füllstand eine SMS. Mit der passenden App lässt sich dann gleich neues Waschmittel im Online-Shop bestellen. Und das Beste: Die Geräte kommunizieren auch untereinander wie das Kochfeld, das den Dunstabzug ein- und ausschaltet. Längst ist die vernetzte Welt zudem auch nicht mehr nur auf den Haushaltsgerätebereich allein beschränkt. Hausgerätehersteller haben übergreifende Systemplattformen entwickelt, die sie sukzessive für Geräte anderer Marken öffnen. Dadurch lässt sich künftig mit nur einer App eine Vielzahl an Geräten bedienen, herstellerübergreifend und auch aus anderen vernetzten Bereichen. Alle nur erdenklichen Anwendungen lassen sich integrieren, von der Heizungssteuerung bis zur Tür- und Fenstersicherung, von Rauch- und Bewegungsmeldern bis hin zur Lichtsteuerung. Das ist bequem und spart obendrein auch Zeit. Wenn die vernetzten Geräte dann noch über einen digitalen Sprachassistenten wie Amazon Echo, Google Home oder den neuen persönlichen Küchenassistenten Mykie von BSH Hausgeräte gesteuert werden, ist das intelligente Haus, das auf Befehl für uns kocht oder online die Lebensmitteleinkäufe für das Wochenende bestellt, Realität.

          Topmeldungen

          Aus alt mach neu: Laut Experten soll es bereits  im Jahr 2018 in Deutschland rund 720 000 Smart-Home-Haushalte geben. Bis  zum Jahr 2020 soll dann die Millionenmarke geknackt werden.

          : Komfortabel und maximal energieeffizient

          Immer mehr Menschen rüsten ihr Eigenheim zum Smart Home auf. Dabei geht es längst um mehr als technische Spielereien – nämlich um handfeste Vorteile für die Bewohner.
          Immer mehr Alltagsgeräte bekommen Internet-Zugang und können zum Einfallstor für Hacker werden.

          : Wie man Hackern einen Riegel vorschiebt

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          Wer sein Haus mit Smart-Home-Technologie ausstattet, sollte sich auch Gedanken über die Sicherheit machen.

          : Vollgas mit angezogener Handbremse

          Die Smart-Home-Revolution steht in den Startlöchern. Den Ofen vorheizen, die Richtung der Überwachungskamera steuern – ganz einfach von unterwegs? Bei deutschen Verbrauchern stößt die Smart-Home-Technologie auf großes, aber vorsichtiges Interesse.