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Verlagsspezial

: Intelligente Stromnetze sorgen für dezentrale Versorgung

In einem intelligenten Stromnetz, einem Smart-Grid, wollen Stromversorger den Verbrauch abhängig vom Angebot regeln. Bild: Chombosan/iStock/Thinkstock

Rund 500 Wohneinheiten und Gewerbeflächen entstehen bis 2022 im Stadtteil Neue Weststadt in Esslingen am Neckar. Das Besondere am Quartier „Lok.West“ ist, dass es 100-prozentig CO2 neutral sein soll.

          Neben smarten Haushaltsgeräten und smarten Sprachassistenten etwa von Google, Amazon und Co. sind immer öfter ganze Stromnetze smart. Die Smart Grids, auch intelligente Netze genannt, werden vor allem in Wohn- und Geschäftsquartieren realisiert. Sie helfen, die Stromversorgung aller Mieter kontinuierlich zu steuern und zu verbessern, indem sie die aktuellen Erzeugungs- und Verbrauchsdaten auf einander abstimmen. Energiekosten sparen lässt sich vor allem dann, wenn eine eigene Photovoltaikanlage (PV-Anlage) oder ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) in das Netz integriert sind. Denn auf lokal erzeugten und verbrauchten Strom müssen keine Netzentgelte und Abgaben gezahlt werden. Sie machen derzeit rund 40 Prozent des Strompreises aus.

          In den letzten Jahren standen eine effiziente Geräte- und Gebäudetechnik und eine gute Dämmung im Mittelpunkt der Energieeffizienzmaßnahmen. Auch die eigene Energieerzeugung hat an Fahrt aufgenommen. Der nächste logische Schritt in die Energiewende ist die Nutzung des selbst erzeugten Stroms. Je mehr des mittels PV-Anlage oder BHKW erzeugten Stroms vor Ort verbraucht wird, umso mehr Stromkosten können gespart werden. In Mehrfamilienhäusern und in Quartieren wird das am besten durch Mieterstrom unterstützt.

          Smart Grid: Zähler ermitteln individuellen Bedarf

          Deutlich steigern lässt sich der sogenannte Direktverbrauch, wenn die erzeugten Strommengen über ein Smart Grid verteilt werden. Ein intelligenter Zähler, auch Smart Meter genannt, erfasst hierzu den individuellen Strombedarf und -verbrauch der Mietshaushalte sowie aller weiteren Geräte, die im Gebäude Strom erzeugen oder verbrauchen, wie zum Beispiel E-Tankstellen und Wärmepumpen. Auf diese Weise wird genau erfasst, wer wie viel Strom aus eigener Erzeugung nutzt und wie viel Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, falls die Stromproduktion vor Ort nicht ausreicht. Bei einem einzelnen Mehrfamilienhaus kann im Schnitt mit Speicher bis zu 80 Prozent des benötigten Stroms vor Ort produziert werden. Damit erzielen Mieter vielerorts Stromersparnisse von bis zu 15 Prozent, in Einzelfällen sogar bis zu 30 Prozent. Das sind bei einem Dreipersonenhaushalt 200 bis 300 Euro im Jahr.

          In Esslingen entsteht derzeit auf einem alten Güterbahnhofsgelände ein neues Wohn- und Geschäftsquartier namens „Lok.West“. Auf 26 500 Quadratmetern, einer Fläche größer als dreieinhalb Fußballfelder, werden fünf Gebäude gebaut mit rund 500 Ein- bis Vierzimmerwohnungen und privaten sowie öffentlichen Grünflächen und Höfen. Das erste und später zweitgrößte Gebäude namens Béla befindet sich bereits in der Bauphase. Es hat rund 132 Wohnungen und neun Gewerbeeinheiten. Geplant, realisiert und später verwaltet wird das Quartier „Lok.West“ vom Saarbrücker Immobilienentwickler RVI.

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