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24 Stunden im Einsatz : Entlastung für pflegende Angehörige

  • -Aktualisiert am

Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten helfen pflegenden Angehörigen dabei, Abstand zum Pflegealltag zu gewinnen. Bild: © Photographee.eu | Fotolia.com

Ohne das Engagement pflegender Angehöriger wäre das „System Pflege“ schon längst nicht mehr zu realisieren.

          Unter einer ehrenamtlichen Betätigung wird im weitesten Sinne verstanden, aus altruistischen Motiven heraus, sich freiwillig und unentgeltlich zu engagieren. In der Öffentlichkeit wird in regelmäßigen Abständen gefordert, das Ehrenamt als Fundament des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu stärken.  

          Dabei wird leider immer vergessen, dass das größte Ehrenamt der pflegende Angehörige leistet. Ohne ihr Engagement wäre das System Pflege nach Ansicht vieler Experten schon lange implodiert.

          Dieser Artikel hat zum Ziel – nach einer kurzen Situationsbeschreibung – zu skizzieren, welche temporären Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige bestehen.

          Einsatzbereitschaft bis zur körperlichen und emotionalen Erschöpfung  

          Der „größte Pflegedienst“ in Deutschland ist der pflegende Angehörige.  Schätzungsweise 1,76 Millionen Pflegebedürftige werden durch Angehörige gepflegt. Weitere ca. 830.000 Pflegebedürftige haben für die Versorgung zu Hause die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen. 

          Grafik: Eckdaten der Pflegestatistik 2017

          In diesen Statistiken spiegelt sich der Wunsch vieler Menschen in Deutschland wider, im Falle der Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich in den gewohnten eigenen vier Wänden gepflegt, betreut und umsorgt zu werden.

          Sie zeigt aber auch auf der anderen Seite, wie sehr das „System Pflege“ auf dem Engagement pflegender Angehörigen basiert bzw. abhängt, wenn gut die Hälfte der 3,4 Millionen Pflegebedürftigen innerhalb familiärer Strukturen gepflegt, umsorgt und unterstützt werden. „Wir als ambulanter Pflegedienst machen tagtäglich die Erfahrung, dass Angehörige bis zur Selbstaufgabe ihre Partner und Familienmitglieder versorgen“, so A. Winter, Pflegedienstleitung der APO CARE Nordharz GmbH. Jeder, der bereits Berührungspunkte mit Pflegebedürftigen gehabt hat, weiß, wie sehr dementielle Erkrankungen in Verbindung mit herausfordernden Verhalten, dem eigenen Pflichtgefühl und der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit – um nur einige Aspekte zu nennen – bis zur seelischen und körperlichen Erschöpfung des pflegenden Angehörigen führen können. Dies führt nicht selten zu eigenen Erkrankungen, Krankenhausaufenthalten und schlimmstenfalls zur eigenen Pflegebedürftigkeit.

          Auch wenn die Unterstützungsmöglichkeiten von Pflegeanbietern in Zeiten des Fachkräftemangels beschränkt sind, so gibt es doch verschiedene Angebote, dieses Worst-Case-Szenario zu vermeiden und frühzeitig, temporär und gezielt Hilfe und Entlastung in Anspruch zu nehmen. Im Weiteren wird nicht auf das Leistungsangebot der vollstationären Pflege eingegangen. Es sei jedoch angemerkt, dass auch diese Versorgungsform aus Sicht des Autors seine Berechtigung haben wird, da trotz der vielfältigen ambulanten Hilfeformen nicht sämtliche Fälle von Pflegebedürftigkeit zuhause bewältigt werden können. Im Fall von schwerer Demenz und schwerwiegenden Krankheiten, die eine 24-Stunden-Betreuung erforderlich machen, kann die Pflege zuhause nicht sichergestellt werden bzw. ist sie für die meisten Menschen auch aus finanzieller Sicht nicht realisierbar.      

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