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Wachstumsfinanzierung : Steigende Nachfrage nach Forderungsverbriefungen

Bild: Adobe - hallojulie

Forderungsverbriefungen sind gefragt, schließlich können Unternehmen damit von der Bonität ihrer Kunden profitieren. Zugleich bietet das Finanzierungsinstrument eine flexible Möglichkeit, das eigene Wachstum zu finanzieren.

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          Forderungsverbriefungen nach deutschem Modell durch Asset Backed Commercial Papers (ABCP) erleben einen kräftigen Boom. Schon vor Beginn der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Forderungsverbriefungen beträchtlich. True Sale International, eine Bankeninitiative zur Förderung des deutschen Verbriefungsmarktes, schätzte das Finanzierungsvolumen in Deutschland schon Ende 2019 auf etwa 20 Milliarden Euro. Diesen Aufwind spürt auch die DZ BANK. „Das jährliche Wachstum beträgt rund fünf bis zehn Prozent“, sagt Dr. Dirk Dunker, Head of Asset Backed Transactions.

          Immer mehr Unternehmen entdecken, dass sie sich mit diesem Instrument zu attraktiven Konditionen Liquidität verschaffen können – auch wenn die eigene Bonität krisenbedingt vielleicht gelitten haben sollte. Immerhin gehört die Bonitätssicherung für jeden fünften Finanzentscheider im Mittelstand derzeit zu den großen Herausforderungen, wie eine gemeinsame Studie von F.A.Z. BUSINESS MEDIA und der DZ BANK unter Geschäftsführern, CFOs und Treasurern ergab. Doch die derzeitige Erholung der Weltwirtschaft bietet Firmen auch Chancen, die eigene Expansion wieder voranzutreiben.

          Wachstum flexibel finanzieren

          Dirk Dunker sieht die Forderungsverbriefung auch für wachsende Unternehmen als geeignetes Finanzierungsinstrument. „Mit dem Wachstum steigt der Kapitalbedarf für Investitionen und auch das Working Capital. Damit erhöht sich das Forderungsvolumen, was wiederum den Finanzierungsrahmen über ein ABCP-Programm vergrößert“, erläutert der DZ-BANK-Experte einen wichtigen Zusammenhang.

          Das Grundprinzip der Forderungsverbriefung funktioniert folgendermaßen: Die Forderungen eines Unternehmens werden durch eine speziell dafür gegründete Zweckgesellschaft angekauft. „Sie fungiert wie ein Tresor, in dem die Assets geparkt werden“,  erklärt Dirk Dunker. Die Zweckgesellschaft emittiert auf Basis der Forderungen Wertpapiere, die Asset Backed Commercial Papers (ABCP), mit Laufzeiten von meist 30 bis 90 Tagen.

          Im Gegensatz zum amerikanischen Pendant, den US-ABCP-Programmen, werden die Asset Backed Commercial Paper-Programme (ABCP) europäischer Banken typischerweise von der arrangierenden Bank garantiert. Sämtliche Risiken übernimmt damit das Kreditinstitut, weshalb auch das Rating der Commercial Papers dem Rating der arrangierenden Bank entspricht. Für die ABCP-Investoren – in der Regel Großbanken, Versicherungen oder Großunternehmen – sinkt das Risiko damit enorm. Sie sind somit in erster Linie reiner Liquiditätsgeber. 

          Um ihre Risiken zu minimieren, prüfen die Kreditinstitute die Bonität der Forderungen. „Dabei sortieren wir nicht nach Einzeladressen,  wie es Factorer tun, sondern schauen uns die Ausfälle des gesamten Portfolios der vergangenen zwei bis drei Jahre in Summe an“, beschreibt Dirk Dunker das Vorgehen der DZ BANK. „Dieses Portfolio kaufen wir typischerweise auch an und geben damit unseren Kunden Planungssicherheit.“

          Die Unternehmen müssen zwar zunächst einen bestimmten Abschlag, die sogenannte Bonitätsreserve zur Abfederung von Forderungsausfällen, akzeptieren. „Das können beispielsweise drei Prozent sein“, sagt Dirk Dunker. Die Reserve wird aber im Nachhinein ausgezahlt. Immerhin erhält der Kunde dadurch sofort flüssige Mittel, die 97 Prozent seiner ausstehenden Forderungen betragen.

          Kreditlinie der Bank sichert Zahlungsfähigkeit

          Bei der DZ BANK sollte das Forderungsportfolio des Kunden mindestens 15 bis 20 Millionen Euro betragen. Daher ist die Forderungsverbriefung vor allem für Mittelständler, die bereits eine gewisse Größe erreicht haben, und Großunternehmen geeignet. Die Kreditinstitute bevorzugen zudem Unternehmen mit wiederkehrendem Geschäft. Damit kann ein breites Spektrum von Unternehmen aus verschiedenen Branchen erreicht werden wie zum Beispiel Handelsunternehmen, Produzenten/Hersteller, Dienstleister oder Logistiker. Auch Finanzforderungen oder Ratenkaufforderungen kommen für eine Verbriefung infrage.

          Dabei kann sich der Forderungsverkäufer darauf verlassen, dass die Zweckgesellschaft den Kaufpreis stets pünktlich überweist. Denn der Markt für Forderungsverbriefungen ist angesichts der hohen Nachfrage hoch liquide. Und sollten sich in einer Krise einmal keine Investoren finden, die ein neues ABCP zeichnen wollen, springt erneut die Bank mit eigener Liquidität ein. Sie sichert die Zahlungsfähigkeit der Zweckgesellschaft über eine entsprechende Kreditlinie.  

          Zudem sind die Konditionen derzeit sehr günstig. An den Finanzmärkten besteht seit einiger Zeit ein Anlagenotstand. Investoren sind aufgrund des niedrigen Zinsumfeldes bereit, ABCP mit negativen Zinsen zu zeichnen. Diesen Vorteil geben die Banken an die Kunden weiter. „Die Forderungsverbriefung ist heute oft günstiger als Factoring oder auch eine Kreditlinie“, versichert DZ-BANK-Experte Dunker.

          Forderungsverbriefung oft günstiger als Factoring

          Ein weiterer entscheidender Vorteil für den Mittelständler: In aller Regel findet eine Forderungsverbriefung „still“ statt, der Debitor wird über den Forderungsverkauf also nicht informiert. Das Debitorenmanagement verbleibt beim Forderungsverkäufer: „Damit bleibt das Unternehmen operativ ,Herr‘ seiner Forderungen und vermeidet so eventuelle negative Auswirkungen auf die Beziehung zu Abnehmern“, erklärt Dirk Dunker.

          In der Regel laufen die individuell zugeschnittenen Programme fünf bis sieben Jahre. Nachdem die anfänglichen Prüfungen der Bank abgeschlossen sind und der Grundstein für eine erfolgreiche Partnerschaft gelegt wurde, können die Unternehmen im monatlichen oder wöchentlichen Rhythmus revolvierend neue Forderungen verbriefen, ohne dass hierbei ein größerer Aufwand entsteht. „Daher nutzen unsere Kunden Verbriefung häufig über sehr lange Zeiträume als dauerhaften wesentlichen Baustein der Gesamtfinanzierung“, erläutert Dr. Ulrich Walter, Leiter Kapitalmärkte Handel in der DZ BANK.  

          Fazit: Banken können ihren Kunden mit einer Forderungsverbriefung eine Lösung zur forderungsbasierten Finanzierung anbieten, die flexibel verschiedene Ziele abdecken kann.

          Eine weitere Möglichkeit der Forderungsfinanzierung ist das Factoring. Wann sich welche Lösung anbietet, lesen Sie in unserem Vergleich.    

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