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Alternativen : Factoring und Forderungsverbriefung im Vergleich

Bild: Adobe - florinoprea

Zwei bewährte Finanzinstrumente für den Mittelstand: Mit Factoring und Forderungsverbriefung können sich Unternehmen günstig Liquidität beschaffen. In beiden Fällen übernehmen die Finanzpartner zu 100 Prozent das Ausfallrisiko. Dies schafft größtmögliche Planungssicherheit.

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          Bei beiden Instrumenten sind wichtige Voraussetzungen identisch: Für die Finanzierung können jeweils nur Leistungen und Lieferungen eingesetzt werden, die von den Kunden nachweislich erbracht worden sind. Allerdings bestehen zwischen der Forderungsverbriefung und dem Factoring, also dem Verkauf von Forderungen, einige Unterschiede, die es zu beachten gilt. Bei den Schuldnern muss es sich bei Factoring um gewerbliche Betriebe handeln, während Verbriefungen auch Forderungen gegen Privatkunden ankaufen können. Auch Ratenkauf, Leasing- oder Kreditforderungen lassen sich über Verbriefungen refinanzieren. Eine Forderungsverbriefung kommt wegen der höheren Einmalkosten nur für größere Mittelständler mit einem Forderungsportfolio von mindestens 15 Millionen Euro infrage.

          Factoring auch für kleine Unternehmen geeignet

          Im Gegensatz dazu ist Factoring auch für kleine und mittelgroße Unternehmen geeignet. Wie hoch der Umsatz sein sollte, hängt von der gewählten Ausgestaltung ab. Beim Full-Service-Factoring ist das Leistungsspektrum, das die Factoring-Gesellschaft bietet, besonders breit. Die Firmen, die diese Variante nutzen wollen, müssen in der Regel einen jährlichen Umsatz von 500.000 Euro erzielen. Beim Inhouse-Factoring nehmen die Kunden eine geringere Zahl von Leistungen in Anspruch. In diesem Fall sollten die Unternehmen jährliche Verkaufserlöse von fünf Millionen Euro aufweisen. Beide Varianten des Factorings können Unternehmen nutzen, die mindestens zwei Jahre am Markt aktiv sind.

          „Den Entscheidern – ganz gleich ob im Mittelstand oder in Konzernen – gefällt vor allem die planbare, kontinuierliche Liquidität durch die Zusammenarbeit mit uns, denn sie verbuchen, trotz oft sehr langer Zahlungsziele, einen sofortigen Zahlungseingang durch uns“, erklärt Olaf Dierksmeier, Geschäftsführer der VR Factoring, einer Tochtergesellschaft der DZ BANK. „Das bringt mehr finanzielle Handlungsspielräume für bessere Einkaufkonditionen, zum Beispiel durch konsequente Nutzung von Skonti. Darüber hinaus ist der von uns garantierte Schutz vor Forderungsausfällen ein ebenso gewichtiges Argument wie die Optimierung der Eigenkapitalquote, der Bonität und des Ratings.“

          Forderungsverbriefung bietet indirekt Zugang zum Kapitalmarkt

          Die Forderungsverbriefung bietet darüber hinaus einen Vorzug, den das Factoring nicht aufweist: Die Kunden erhalten indirekt Zugang zum Kapitalmarkt, der derzeit überaus günstige Konditionen bietet. Unter den möglichen Investoren herrscht Anlagenotstand. Banken, Versicherungen und Unternehmen können überschüssige Liquidität meist nur dann kurzfristig und sicher  anlegen, wenn sie negative Zinsen in Kauf nehmen.

          Diese Situation können größere Mittelständler mittels Forderungsverbriefung auch ohne ein eigenes Rating nutzen. „Durch die Verbriefung von Forderungen verschiebt sich der Fokus von der Bonität des Unternehmens hin zu der Bonität der Forderungen als Finanzierungsbasis. Auf dieser stabilen Basis aufbauend, kann das Unternehmen mit frischer Liquidität weiterwachsen“, erklärt Dr. Dirk Dunker, Head of Asset Backed Transactions der DZ BANK.

          Die begleitende Bank, die die ausgegebenen Papiere bei den Investoren platziert, gibt die aktuell historisch niedrigen Einstandskosten eins zu eins an die Kunden weiter. Der Vorteil kann beträchtlich sein: Derzeit liegt der Referenzzinssatz Euribor bei minus 0,57 Prozent pro Jahr. Wer eine Verbriefung nutzt, kann davon profitieren. „Die Forderungsverbriefung ist eine dauerhafte und kostengünstige Finanzierung“, berichtet Dr. Dirk Dunker. „Das Spektrum der ankaufbaren Forderungen und Debitoren ist sehr breit. Auch lange Forderungslaufzeiten von bis zu 7 Jahren sind darstellbar.“

          Ohnehin sind die Kosten bei der Forderungsverbriefung recht niedrig. Basis für die Berechnung der Gebühren, die die Bank erhebt, ist das Volumen, das tatsächlich finanziert wird. Beim Factoring richten sich die anfallenden Kosten hingegen nach der Höhe des angekauften Umsatzes. Tatsächlich bekommt der Kunde beim Factoring zunächst nur maximal 90 Prozent der abgetretenen Forderungen ausbezahlt. Bei der Verbriefung sind dies typischerweise 95 Prozent. In beiden Fällen wird der Selbstbehalt jedoch ausgekehrt, wenn der Schuldner die finanzierten Forderungen vollständig beglichen hat.

          Außerdem ist beim Factoring eine Warenkreditversicherung üblich, mit der sich die Factoring-Gesellschaft vor einem Zahlungsausfall des Schuldners schützt. Eine solche Absicherung ist bei der Forderungsverbriefung nicht erforderlich, wenn das verbriefte Portfolio breit diversifiziert ist. Auch dies trägt dazu bei, dass die Kosten bei einer Verbriefung im Allgemeinen deutlich niedriger sind als bei einer Factoring-Lösung.

          Art des Debitoren-Managements als Auswahlkriterium

          Im Gegenzug zu den höheren Gebühren bietet die Factoring-Gesellschaft jedoch zusätzliche Leistungen. Sie übernimmt im Allgemeinen das Debitoren-Management. Dies vereinfacht das Mahnwesen des Kunden und entlastet dessen Buchhaltung. Bei der Forderungsverbriefung ist dies nicht möglich und auch vom Kunden nicht gewünscht. Der Grund: Die Verbriefung wird in der Regel „still“ betrieben. Der Debitor erfährt also nicht, dass sein Gläubiger dieses Finanzinstrument nutzt. Er steuert die Beziehung zu Kunden wie bisher selbst. Das Full-Service-Factoring wird dagegen offen betrieben; beim Inhouse-Factoring kann der Kunde zwischen stillem und offenem Verfahren wählen.

          Nicht zuletzt bietet Factoring eine größere Flexibilität als die Verbriefung. Die Kunden müssen das Instrument nicht regelmäßig nutzen, sondern können von Fall zu Fall entscheiden, ob ein Verkauf von offenen Forderungen für sie sinnvoll ist. Beim Inhouse-Factoring besteht sogar die Option, Forderungen gezielt zum Bilanzstichtag zu verkaufen. Dies ist bei der Forderungsverbriefung nicht möglich. Sie sollte von den Unternehmen als strategisches Instrument betrachtet werden, das die Firma dauerhaft in regelmäßigen Abständen nutzt. Mit beiden Verfahren lassen sich im Gegensatz zu anderen Finanzierungsinstrumenten die Bilanzen verkürzen und so zum Beispiel die Eigenkapitalquoten verbessern. Die Unternehmen erhalten dadurch größeren Spielraum in den Verhandlungen mit den Finanzpartnern.

          Factoring und Forderungsverbriefung haben also jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile. Unternehmen sollten sorgfältig prüfen, welche Alternative für sie die beste Wahl darstellt. Hilfreich ist hierbei die Beratung durch die DZ BANK und deren Tochtergesellschaften, die bei diesen Finanzinstrumenten über umfangreiche Erfahrung verfügen.

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