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New Work

Environment & Workspace

„Es gibt Heraus­forderungen, aber keine Hindernisse

TEXT: CHRISTINA LYNN DIER

Nadine Prowaznik arbeitet seit 13 Jahren ortsunabhängig. Mit dem Begriff „Digitale Nomadin“ kann sie dennoch nichts anfangen. Ein Interview über Abenteuer, Sehnsüchte und die Vereinbarkeit von Arbeit und Reisen.

Frau Prowaznik, hatten Sie schon immer den Wunsch, Reisen und Arbeiten zu verbinden?

Ich bin kein klassischer Aussteigertyp, das hat sich eher spontan ergeben. Alles begann vor vielen Jahren mit einer Aus­tralienreise. Damals hatte ich mich gerade als Freelancerin selbständig gemacht und während des Reisens gemerkt, dass ich meine Projekte problemlos weiterführen kann. Und wenn das einmal klappt, dann klappt das immer wieder.

Trotzdem hören Sie den Begriff „Digitale Nomadin“ nicht gerne. Wieso?

Ich lebe als Digitale Nomadin – aber trotzdem möchte ich mich von dem abgrenzen, was typischerweise darunter verstanden wird. Ich bin Inhaberin einer Agentur, ich bezahle ganz normal meine Steuern und meine Krankenversicherung in Deutschland, ich habe große Kundenprojekte, die ich umsetze. Man kann „New Work“ also leben, ohne in der Hängematte auf Bali zu liegen und Webinare über „Digitales Nomadentum“ zu verkaufen. So geht doch viel Potential verloren.

Das müssen Sie erklären.

Als Digitaler Nomade sollte man eine Art Vorreiter sein und neue Impulse setzen. Es geht doch darum, zukunftsorientierte Berufsbilder zu entwickeln und die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten.

Es gibt noch viele spannende Fragen zu klären – zum Beispiel wie auch eine Krankenschwester oder ein Zahnarzt künftig zu Digitalen Nomaden werden können.

Was nehmen Sie von Ihren Reisen mit?

Reisen bereichert, das merke ich jedes Mal aufs Neue. Ich habe viel gelernt – Spontanität zum Beispiel. Ich buche nie mehr als zwei Nächte im Voraus und versuche dennoch, mir vor Ort eine Art Alltag aufzubauen. Auch entwickelt man einen anderen Umgang zu Dingen, die nicht auf Anhieb funktionieren. Mein Credo: Es gibt Herausforderungen, aber keine Hindernisse.

Was waren besonders prägende Momente der letzten Jahre?

Ich habe insgesamt drei Jahre in Hongkong gelebt. Das war eine unglaublich intensive Zeit, in der ich mir in der Ferne eine Art kleine Familie aufgebaut habe. Meine jüngsten Reisen nach Marokko und Algerien haben mir sehr gefallen, mit der Einsamkeit in Kanada hatte ich dagegen erst mal zu kämpfen. Aber auch innerhalb Deutschlands gab und gibt es immer wieder schöne Begegnungen: Ich habe für ein Projekt schon mehrere Wochen in Dresden gelebt, auch Hamburg und München kenne ich sehr gut.

Haben Sie Ihren Lebens- und Arbeitsstil schon mal hinterfragt?

Ja, natürlich. Ich bin jetzt Mitte 30 und frage mich, wo ich im Leben hinwill und ob ich irgendwann mehr Stabilität und Sicherheit brauche. Viele meiner ehemaligen Schulkollegen arbeiten in eher konventionellen Jobs, haben geheiratet, ein Haus gekauft, eine Familie gegründet. Und ich bin in einer komplett anderen Lebenswirklichkeit unterwegs. Ich liebe die Flexibilität, die mir New Work ermöglicht – ich kann mir meine Arbeit an die Gegebenheiten vor Ort, meine Projekte und meine eigenen Bedürfnisse anpassen.

Nadine Prowaznik an einem Arbeitsplatz im freien

Zur Person

Nadine Prowaznik, Jahrgang 1983, wollte schon immer etwas Kreatives machen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Mediengestalterin und entschloss sich später zu einem Studium. Parallel machte sie sich als Freelancerin selbständig. Seit 13 Jahren arbeitet die Inhaberin einer Kölner Full-Service-Agentur ortsunabhängig. Sie hat inzwischen 57 Länder und alle Kontinente dieser Welt bereist. Auf ihrer Bucket List stehen noch Israel, der Libanon und einige Staaten in Südamerika.

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Quelle: New Work

Veröffentlicht: 09.10.2019 14:15 Uhr