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Erfolgreich wirtschaften im Lockdown

Lokale Läden spielen ihre Stärken in Corona-Zeiten aus

Abstandsregelungen, Beschränkungen der Kundenzahl und Lockdown machen es insbesondere kleinen Läden schwer, durch die Corona-Pandemie zu kommen. Doch viele Kunden sind entschlossen, den lokalen Handel zu stärken – wie auch Frankfurter Beispiele zeigen.

Auf dem Boden kleben rote Bänder mit Hinweisen zur Abstandsregelung, Stühle stehen umgekehrt auf den Tischen des kleinen Cafés Brühmarkt in Frankfurt-Bockenheim. Lediglich an der Theke warten einzelne Kunden auf ihren Kaffee. „Wir verstehen, dass die Maßnahmen nötig sind, um die Pandemie zu bekämpfen“, sagt Natalia Konstantinova, die gemeinsam mit Yulia Yanyuk den Brühmarkt betreibt. „Das Wichtigste ist, dass wir geöffnet bleiben, damit die Kunden unsere Kaffeespezialitäten genießen können und die Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit gehen müssen.“ Die beiden Geschäftsführerinnen führen neben dem Brühmarkt noch das Kaffeewerk Espressionist in der Nähe der Messe. „Dort mussten wir während des ersten Lockdowns im Frühjahr komplett schließen, da unsere Kunden ins Home-Office geschickt wurden.“

Anstelle von Frühstück bieten Konstantinova und Yanyuk Kuchen und herzhafte Tartes zum Mitnehmen an und haben damit auf die veränderte Nachfrage während der Pandemie reagiert. Herzstück des Cafés bleiben aber die hochwertigen Kaffeespezialitäten. Die Bohnen werden in einer hauseigenen Rösterei in Rödelheim mit Gefühl, Liebe und Verstand geröstet. „Für Filterkaffe muss die Röstung möglichst hell sein, damit die charakteristischen Aromen jedes einzelnen Kaffees erhalten bleiben und sich entfalten können“, erklärt Konstantinova. Wer bei Filterkaffee an abgestandene Brühe aus der Warmhaltekanne denkt, liegt komplett falsch. Im Kaffeewerk Espressionist und Brühmarkt werden Kaffees mit feinen Aromen serviert. Die Bohnen stammen aus Kolumbien, Honduras, Ecuador, Peru, Guatemala, Brasilien, aber auch aus Ruanda, Kenia, Äthiopien und Indien. Von Meistern des Fachs geröstet und mit einer professionellen Maschine zubereitet, entsteht ein Getränk, das auch Feinschmecker begeistert. „Unsere Mitarbeiter sind als Baristas ausgebildet und bilden sich ständig weiter“, betont Konstantinova.

„Kontaktloses Bezahlen war bei uns schon immer möglich, aber im Moment wird es viel häufiger genutzt“

Angesichts der Corona-Beschränkungen haben die beiden umtriebigen Frauen ihren Online-Shop www.brühmarkt.com erweitert. Neben den eigenen Röstungen gibt es dort auch Equipment für Filterkaffeezubereitung, Mühlen und alles andere, was man für den Kaffeegenuss in den eigenen vier Wänden braucht. Eine Präsenz in lokalen REWE-Märkten ist ein weiteres Standbein, das den Rösterinnen durch die Pandemiezeit hilft.

Die Kunden in Bockenheim und an der Messe halten den beiden Unternehmerinnen die Treue, auch wenn ihnen das Zusammensitzen bei einem guten Getränk vor Ort fehlt. Sie setzen sich eine Maske auf, warten geduldig an der Theke und greifen an der Kasse jetzt eher zur Karte als früher. „Kontaktloses Bezahlen war bei uns schon immer möglich, aber im Moment wird es viel häufiger genutzt“, berichtet Yulia Yanyuk, die aus einer Gastronomenfamilie stammt und in Russland bereits zwei Hotels aufgebaut hat. „Im Kaffeewerk Espressionist an der Messe sind Geschäftsleute unterwegs, die gar kein Bargeld mitführen und immer mit Karte zahlen.“ In anderen Ländern ist die bargeldlose Zahlung stärker verbreitet als in Deutschland. In Schweden oder in den Niederlanden ist es inzwischen üblich, auch kleinste Summen kontaktlos zu begleichen. „Wir hatten überlegt, überhaupt kein Bargeld mehr anzunehmen und nur auf Karten zu setzen, aber dafür ist es in Frankfurt noch zu früh“, meint Natalia Konstantinova.

Der Renner bei den Kunden ist Cappuccino mit Latte Art, Yanyuk liebt aufgebrühten Bohnenkaffee aus Kenia, und Konstantinova bevorzugt den aus Kolumbien.

„Viele Kunden wünschen das, weil ihnen die Kartenzahlung hygienischer erscheint“

Während Cafés und Restaurants sich in der Corona-Zeit stark umstellen müssen, erfreuen sich kleine, lokale Läden großer Nachfrage. Offenbar besteht ein Bedürfnis, trotz der vielen Einschränkungen ein wenig zu bummeln und Ausgefallenes zu kaufen. „Wir haben einen guten Umsatz gemacht“, erklärt Christine Ramme, die nachhaltige Produkte unter ihrem Label „Qverfield“ in der Ladengemeinschaft „re-cover“ in Bornheim anbietet. „Die Kunden kaufen betont lokal ein und meiden große Einkaufszentren“, vermutet sie. Die Grafikdesignerin setzt eigene Ideen um, etwa Kerzenständer aus Beton oder pfiffige Grußkarten, vertreibt aber auch Waren aus nachhaltiger Produktion anderer Hersteller. Stolz präsentiert sie eine umweltfreundliche Wasserflasche aus Glas, die in einer deutschen Glashütte gefertigt wird. Dann greift sie zu einer bunten Tasche: „Das Garn des Stoffs ist aus recyceltem Plastikmüll der Ozeane - das Design stammt aus Barcelona.“ Daneben stehen Holzsterne aus den Niederlanden, die fair gehandelt sind. Sie bevorzugt Produkte aus Europa aufgrund der kurzen Transportwege. „Mein Sortiment soll sowohl anspruchsvolles Design zeigen als auch nachhaltig sein“, erklärt Christine Ramme, die die Hochschule für Gestaltung in Offenbach absolviert hat und damals schon erste Ideen hatte, etwa für eine Seifenschale, die gleichzeitig als Nagelbürste dient. Ein anderes Produkt aus der Studienzeit ist der Stempel, der anstelle des Stempelgummis einen kleinen Taschenspiegel enthält – und die Aufschrift „wunderschön“.

Christine Ramme präsentiert ihre Waren in einem kleinen Laden, den mehrere Designerinnen gemeinsam bestücken. „Wir diskutieren unsere Entwürfe untereinander, das ist total hilfreich“, meint Ramme.

Als Reaktion auf die Corona-Beschränkungen hat sie ihren online-Shop www.qverfield.de erweitert. „So kann man auch lokal online einkaufen“, betont sie. Außerdem können die Kunden alle Produkte von Qverfield selbstverständlich bargeldlos bezahlen zum Beispiel mit der girocard,. „Viele Kunden wünschen das, weil ihnen die Kartenzahlung hygienischer erscheint“, meint Ramme. Corona habe den Trend zur Kartenzahlung verstärkt.

Vielleicht ergeht es den Cent-Stücken eines Tages wie den Pfennig-Stücken, die auf den selbstgestalteten Grußkarten von Christine Ramme kleben. Sie dienen nicht mehr als Zahlungsmittel, sondern als Glücksbringer – Glücks-Pfennige eben.

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Über die girocard

Banken und Sparkassen in Deutschland haben rund 100 Millionen girocards ausgegeben. Die Marke „girocard“ steht für den übergeordneten Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft für ihre zwei bewährten Debitkarten-Zahlungssysteme: das girocard Verfahren (ehemals „electronic cash“) als Debitkarten-Zahlverfahren und das „Deutsches Geldautomaten-System“. Mit der Verwendung der persönlichen Geheimzahl PIN (Personal Identification Number) garantiert die Deutsche Kreditwirtschaft stets den sicheren und einfachen Einsatz der girocard. Der Name und das Logo girocard wurden 2007 von der Deutschen Kreditwirtschaft eingeführt.

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Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.

Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 21.12.2020 14:02 Uhr