https://www.faz.net/-iyv-a7f81
Anzeigensonderveröffentlichung
Anzeigensonderveröffentlichung

Die beschleunigte Evolution

Die Corona-Krise stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor enorme Herausforderungen und löst gleichzeitig einen Digitalisierungsschub aus. Ein Großteil der digitalen Lösungen, die in der Krise eingesetzt werden, wird sich in Zukunft dauerhaft etablieren. Doch wie könnte dieses „New Normal“ konkret aussehen?

So werden Geschäftsprozesse flexibler und effizienter. Die meisten Geschäftsreisen beispielweise wurden durch Video-Konferenzen ersetzt. Schon aus Kostengründen werden Unternehmen versuchen, diese Praxis beizubehalten. Auch die bisherige Präsenzkultur im Büro wird hinterfragt. Laut einer Befragung des Branchenverbandes Bitkom hat bereits zu Beginn der Corona-Krise in Deutschland, im März 2020, fast jeder Zweite zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet – Meetings finden seitdem ebenso wie der Austausch bei einem gemeinsamen Kaffee online statt. Der Arbeitsalltag wird damit für viele Menschen flexibler und agiler. Gerade Arbeitgeber, die in einem immer härteren Wettbewerb um Fachkräfte und junge Talente stehen, werden die neuen Arbeitsmodelle wohl dauerhaft ermöglichen.

Darüber hinaus hat mobiles Arbeiten noch einen weiteren positiven Aspekt, trägt es doch dazu bei, die Umwelt zu schonen. Denn durch die Verringerung des Pendlerverkehrs lassen sich enorme Mengen an CO2 einsparen. Nach einer aktuellen Studie im Auftrag von Greenpeace würden pro Jahr bereits 5,4 Millionen Tonnen CO2 weniger freigesetzt, wenn 40 Prozent der Arbeitnehmer ihr Auto dauerhaft an zwei Tagen pro Woche stehen ließen und von zu Hause arbeiten würden.

Chance für Digitalisierung der Schulen

Im Bildungssystem hat die Corona-Pandemie hingegen eher die Defizite offengelegt. Obwohl die Bundesregierung bereits 2016 ein Fünf-Milliarden-Euro-Programm für die digitale Bildung aufgelegt hatte, befanden sich viele Schulen wortwörtlich noch in der Kreidezeit, als Corona kam und das Klassenzimmer in die virtuelle Welt verlegt werden musste. Die digitale Infrastruktur im deutschen Schulwesen war unzureichend, und Konzepte für den Online-Unterricht fehlten.

Dennoch wird die aktuelle Entwicklung von vielen als große Chance für die Digitalisierung an Schulen gesehen. Bildungsforscher fordern jedoch, man müsse sich zukünftig aber mehr auf die Aus- und Fortbildung der Lehrer konzentrieren, damit Lehrkräfte digitale Lernwerkzeuge und Plattformen sicher und sinnvoll anwenden können. Digitale Lernplattformen und Bildungsinhalte sollten auch langfristig Einzug in Schulen erhalten. Experten betonen zudem, dass eine ganzheitliche, länderübergreifende Strategie notwendig sei, um eine sinnvolle Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht sicherzustellen.

Neben Arbeits- und Schulalltag hat die Pandemie auch das Privatleben vieler Menschen tiefgreifend verändert. Während sich die meisten sicher danach sehnen, sich wieder in größeren Runden mit Freunden und der Familie treffen zu können, gemütlich im Café oder im Lieblingsrestaurant zu sitzen oder Konzerte, Theateraufführungen und Kinofilme zu genießen, werden andere Entwicklungen in Zukunft fortgeschrieben werden. So hat nicht nur der Online-Handel einen enormen Boom erfahren, auch das Einkaufen im Supermarkt um die Ecke, beim Bäcker oder dem kleinen Laden nebenan hat sich verändert. Während die durchsichtigen Schutzwände auf den Tresen sicher irgendwann wieder verschwinden werden, wird die Affinität zur Kartenzahlung wohl bleiben.

Kontaktlos – aus Respekt vor dem Kassenpersonal

So gaben in einer repräsentativen Studie von infas quo im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. 39 Prozent der Befragten an, seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger mit der Girocard zu zahlen als zuvor. Als Gründe wurden vor allem der Respekt vor dem Kassenpersonal (53 %) und der Hygieneaspekt (52 %) genannt. Mit der Zeit und der Gewöhnung an die neue Bezahlform gewannen aber auch Pandemie-unabhängige Gründe an Bedeutung, so etwa „ich kann immer passend zahlen“ mit 41 Prozent der Antworten.

Ebenso hat das kontaktlose Bezahlen – egal ob mit Karte oder Smartphone – an Bedeutung gewonnen. Der Wandel hin zur Nutzung der neuen Bezahlformen dürfte auch nach Aufhebung der umfangreichen Beschränkungen des täglichen Lebens weiter voranschreiten. Mehr als ein Drittel (41 Prozent) aller Befragten nutzt aktuell verstärkt die Kontaktlosfunktion der eigenen Girocard und gibt an, diese auch künftig häufiger nutzen zu wollen.

Sprechstunden per Videotelefonie

Die Menschen können jedoch nicht nur kontaktlos bezahlen. Auch ein Besuch beim Hausarzt ist seit neuestem möglich, ohne sich mit anderen Kranken in ein Wartezimmer setzen zu müssen. Der kontaktlose Arztbesuch hilft dabei, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, und schützt neben den Patienten natürlich auch Ärzte und Praxispersonal. Dass die Beteiligten den Mehrwert schätzen, zeigen die aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Waren es vor der Krise noch 1700 Ärzte, die Sprechstunden per Videotelefonie anboten, sind es mittlerweile mehr als 25.000. Daniel Cardinal, Leiter des Geschäftsbereichs Versorgungsinnovation der Techniker Krankenkasse, plädiert dafür „die Chancen der Digitalisierung auch nach der Corona-Krise zu nutzen, nicht zum Selbstzweck, sondern dort wo es Sinn macht“.

Zurück zur Artikelübersicht

Diesen Artikel teilen

Über die girocard

Banken und Sparkassen in Deutschland haben rund 100 Millionen girocards ausgegeben. Die Marke „girocard“ steht für den übergeordneten Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft für ihre zwei bewährten Debitkarten-Zahlungssysteme: das girocard Verfahren (ehemals „electronic cash“) als Debitkarten-Zahlverfahren und das „Deutsches Geldautomaten-System“. Mit der Verwendung der persönlichen Geheimzahl PIN (Personal Identification Number) garantiert die Deutsche Kreditwirtschaft stets den sicheren und einfachen Einsatz der girocard. Der Name und das Logo girocard wurden 2007 von der Deutschen Kreditwirtschaft eingeführt.

Mehr erfahren
Eine Content-Marketing-Lösung von REPUBLIC.

Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 21.12.2020 14:02 Uhr