https://www.faz.net/-itz-9rzyv
Anzeigensonderveröffentlichung

Internationale Perspektive : Globale Lösungen für eine globale Herausforderung

  • Aktualisiert am

Bild: IWO

Synthetische Kraftstoffe könnten künftig in Regionen produziert werden, wo die Herstellungskosten besonders niedrig sind. Zahlreiche Länder würden davon profitieren.

          2 Min.

          Der Klimawandel ist ohne Zweifel eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit – und er erfordert globale Lösungen. Das gilt auch für die Herstellung synthetischer Flüssigbrenn- und Kraftstoffe: Sie sind zweifellos dazu geeignet, den Ausstoß des Treibhausgases CO₂ zu mindern. Denn bei ihrer Verbrennung wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie bei der Herstellung gebunden wurde. Doch die in Deutschland mögliche Produktion wird nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, denn die Kosten sind zu hoch und das Potenzial – insbesondere was den Ökostrom-Überschuss betrifft – zu niedrig. „Eine autarke Energieversorgung Deutschlands ist auch nach der Energiewende unrealistisch – das ergibt sich schon allein aus der faktisch begrenzten Standortverfügbarkeit für Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung“, erklärt Dr. Jens Perner, Associate Director der Wirtschaftsberatung Frontier Economics.

          Hohes Potenzial an Solar- und Windenergie

          Zahlreiche Länder auf der ganzen Welt verfügen hingegen über ein hohes Potenzial an Solar- und Windenergie und damit über die besten Voraussetzungen, um bedeutende Produzenten und Exporteure von synthetischen Kraftstoffen zu werden – darunter beispielsweise Chile, Marokko und Norwegen. „Synthetische Kraftstoffe auf Basis von Power-to-X-Technologien werden zu einem wichtigen Eckpfeiler der globalen Energiewende“, betont Carsten Rolle, Geschäftsführer des Welt­energierats Deutschland. „Deshalb brauchen wir heute strategische indus­triepolitische Entscheidungen, die auf einer klaren Roadmap fußen.“

          Der Weltenergierat hat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsberatung Frontier Economics in der Studie „International Aspects of a Power-to-X Road­map“ die Eckpunkte für eine solche Roadmap entwickelt. Diese basiert auf drei Säulen: Die erste ist die Skalierung der Power-to-X-Technologien und der Aufbau einer hierauf basierenden Industrie. Denn die Entwicklung eines globalen Marktes für synthetische Kraftstoffe erfordert weitere technologische Entwicklungen und nicht zuletzt auch Kosteneinsparungen. Die zweite Säule besteht darin, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine Nachfrage für den Import von synthetischen Kraft- und Brennstoffen zu befördern. Die dritte Säule bilden entsprechende Investitionen in den potenziellen Exportländern. „Ohne eine stärkere internationale Kooperation wird eine Skalierung von Power-to-X-Technologien nicht gelingen“, meint Rolle. „Umso wichtiger ist es daher, solche Kooperationen politisch zu unterstützen und mit Partnerländern in den Dialog zu treten.“ So kann Power-to-X zum entscheidenden Baustein für ein Zukunftsszenario für die Schaffung eines diversifizierten, globalen und CO₂-neutralen Energiesystems werden.

          Zusätzliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte

          Der Export erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe würde auch jenen Ländern eine zusätzliche Perspektive verschaffen, die gegenwärtig vor allem fossiles Öl und Gas ausführen. Zugleich könnte auch die deutsche Wirtschaft profitieren, weil sie in einem globalen Markt für alternative Kraft- und Brennstoffe die Rolle des Technologie-, Maschinen- und Anlagenexporteurs übernehmen kann. Die Studie „Synthetische Energieträger – Perspektiven für die deutsche Wirtschaft und den internationalen Handel“, die Frontier Economics gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln herausgegeben hat, kommt zu dem Schluss, dass dadurch hierzulande zusätzliche Wertschöpfungseffekte von jährlich bis zu 36,4 Milliarden Euro sowie bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze bis 2050 entstehen könnten. Ein wichtiger Beschäftigungseffekt, gerade im Hinblick darauf, dass im Zuge der Energiewende in Deutschland anderswo – beispielsweise im Braunkohlebergbau – Arbeitsplätze wegfallen werden.

          „Um beim Klimaschutz die gewünschten Erfolge zu erzielen, ist es wichtig, die heutigen und künftigen Herausforderungen in einem offenen Wettbewerb um die besten Lösungen anzugehen“, fasst IWO-Geschäftsführer Adrian Willig zusammen. „Denn treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger bieten industrie- und entwicklungspolitisch große Chancen für die internationale Zusammenarbeit.“ So würde Deutschland auch künftig Energie einführen und Hochtechnologie exportieren.

          Topmeldungen