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Anzeigensonderveröffentlichung

Interview : „Funktionsuntüchtige Löschwasserleitungen und Gasleitungen in den Fluchtwegen“

Müssen Hauseigentümer, die in einem Einfamilienhaus wohnen, das bereits mit Styropor gedämmt wurde, etwas Besonderes beachten?

Wir haben zwei Brandursachen in den letzten Jahrzehnten heranwachsen lassen: immer mehr Müll am Haus und geparkte Autos. Es kann sich jeder selbst überlegen, ob er seine Mülltonen in eine Box oder abseits der Fassade aufstellt. Beim Auto wird es schon schwieriger. Die Bedeutung von Bränden und die Gegenmaßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes kann man aber nur in einer Risikobetrachtung einschätzen. In Deutschland gibt es jährlich 1,8 Brandfälle, bei denen durch einen Primärbrand auch eine Fassade aus Polystyrol mitbrennt. Meist mit geringem Umfang, aber spektakulär rauchend. Brandtote hat es dadurch noch nie gegeben, die Zahl der Brandtoten hat sich seit 1980 halbiert, obwohl immer mehr Fassaden gedämmt werden. Ich warne sehr vor „Brandrednern“, die die seltenen spektakulären Brandfälle immer wieder zum Anlass nehmen, um Hauseigentümer verrückt zu machen. Das Risiko eines Fassadenbrandes mit Polystyrol ist sehr klein: 1,8 Brandfälle auf 180.000 Brände pro Jahr. Hauseigentümer können ihr Risiko also selber einschätzen. Die größte Brandgefahr sind immer noch der Mensch und seine Elektrogeräte, und auch die sind weitaus sicherer als ein offenes Feuer, die Öllampe oder der Kienspan in der Vergangenheit.

Bis 2050 sollen alle Gebäude in Deutschland laut Energie-Einsparverordnung energetisch klimaneutral sein. Bestandsbauten müssen dann nachträglich gedämmt werden. Dabei können Bauherren neben dem umstrittenen Dämmstoff Polystyrol auch andere Materialien verwenden. Womit lassen sich Fassaden alternativ dämmen?

Es gibt über 30 Dämmstoffarten, mehr als 12 davon können für die Fassadendämmung herangezogen werden. Niemand schreibt Polystyrol als Fassadendämmstoff vor. Es ist allein der günstige Preis, seine feuchtetechnische Robustheit und die leichte Verarbeitbarkeit, die ihn zum Dämmstoff Nummer eins an der Fassade gemacht haben.

Welche nachwachsenden Materialien lassen sich zum Dämmen verwenden?

Eine große Bandbreite von Strohballen über Hanf, Kork, Schilf, Holzfaser, Wiesengras, Zellulose, Rohrkolben, Holzspäne usw. Ihr Marktanteil liegt jedoch seit nunmehr 40 Jahren nur bei 5 bis 7 Prozent. Ursache ist vor allem ihr Preis und die geringe „Wertschätzung“ durch die Haubesitzer. Übrigens brennen alle diese Stoffe auch und sind meist als normalentflammbar eingestuft, was aber bei kleinen Gebäuden, wo sie ihren Markt finden, kein Problem darstellt, genauso wie beim Polystyrol.

Wie unterscheiden sich die nachwachsenden Stoffe in puncto Haltbarkeit, Kosten, Raumklima?

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben keine besonderen Vorteile, sondern auch nur wieder Vor- und Nachteile, wie bei jedem Bauprodukt. Gleichwohl ist es nicht falsch, sich für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (Nawaro) zu entscheiden. Man macht nichts verkehrt, wenn man die jeweiligen technischen Bedingungen beachtet. Man muss allerdings bereit sein, bei einzelnen Dämmstoffen einen bis um den Faktor drei höheren Preis zu tragen. Allerdings stehen sie nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, unter anderem gibt es an ihre Nutzung viele konkurrierende Ansprüche oder konkurrierende Flächenansprüche beim Anbau. In einer Art mittelalterlicher Baumystik werden den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen besondere Qualitäten in puncto Wohngesundheit und Raumklima nachgesagt. Das sind reine Bauchgefühle ohne Nachweis. So speichert Lehm beispielsweise viel Feuchte, diese Eigenschaft können wir bei der begrenzten Feuchtefreisetzung in Gebäuden aber gar nicht nutzen, und weglüften müssen wir sie auch irgendwann, wie bei allen Baustoffen, die Feuchte absorbieren. So findet man folgerichtig heute im Internet viele Fotos von Schimmel auf Lehmputzen. Und der Holzfaserdämmung wird zum Beispiel eine besondere Qualität der sommerlichen Wärmespeicherung angedichtet. Solcherart gedämmte Räume seien kühler, wird ohne jegliche Untersuchungsergebnisse behauptet. Als dann endlich Versuche an Gebäuden gemacht wurden, zeigte sich diese Qualität aber nicht. Trotzdem wird diese falsche Behauptung ständig weiterbenutzt, obwohl das Mittelalter schon lange vorbei ist und dieses baumystische Denken überwunden sein sollte. Ein gesundes Haus ist ein warmes, trockenes Haus, das wenig Heizenergie benötigt, die Außenluft sauberer macht und den Ölverbrauch reduziert. Für die Wärmewende brauchen wir in Deutschland an unseren 20 Millionen Gebäuden für ein bis zwei Jahrzehnte 100 Millionen Kubikmeter Dämmstoff pro Jahr. Dafür müssen alle Dämmstoffe herangezogen werden, die wir haben.

Das Interview führte Dirk Mewis.