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Verlagsspezial

: Das pflegeleichte Weltportfolio

Bild: Fotolia.com

Anlagestrategien lassen sich mit ETFs auch von Privatanlegern professionell und komfortabel umsetzen. Das zeigt das Beispiel Weltportfolio.

          2 Min.

          Wer investieren und nicht spekulieren möchte, der braucht eine Strategie. Anleger, die ihrer Strategie über Jahre treu bleiben, sind langfristig erfolgreicher. Dies ist die Lehre bekannter Investoren, die auch wissenschaftliche Studien belegen. Für Anleger, die sich nicht täglich mit der Börse beschäftigen möchten, bietet „passives“ Investieren eine komfortable Art der Geldanlage. Im Jahr reichen wenige Stunden für die Pflege des Depots aus. Aber auch Nichtstun kann anstrengend sein. Denn passives Investieren erfordert vom Anleger Disziplin und Geduld. Es bedeutet, auch bei Kursrückgängen an den Börsen die Nerven zu behalten und sich nicht durch Investment-Moden von seiner Strategie ablenken zu lassen.

          Grundlage Weltportfolio-Ansatz
          Eine professionelle und doch simple Ausgestaltung des Anlagemix bietet der Weltportfolio-Ansatz. Im Kern ist das ein breit gestreutes Portfolio mit Aktien, Rohstoffen und festverzinslichen Wertpapieren. Dieser Ansatz basiert auf den Lehren der Kapitalmarktgeschichte und historischer Renditen verschiedener Anlageklassen. Professor Martin Weber und Dr. Gerd Kommer haben diesen Ansatz in den vergangenen Jahren mit ihren Büchern einer breiten Anlegerschicht in Deutschland bekannt gemacht. Beide haben dabei ihre ganz eigene Ausgestaltung gefunden.

          Der Ausgangspunkt eines jeden Weltportfolios ist die persönliche Risikoorientierung. Man definiert einen Anlagemix in seinem Depot aus risikoreichen und risikoarmen Anlagen. Auf den risikoreichen Teil sollte man im Extremfall verzichten können. Der risikoreiche Anteil des Depots besteht aus einem weltweit gestreuten Aktienportfolio. Die Verteilung des Aktienanteils orientiert sich an den Anteilen der Weltregionen am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neben Industrieländern sind damit auch Schwellenländer mit rund einem Drittel vertreten. Gerd Kommer differenziert in seiner Aktienquote weiter und bevorzugt in den etablierten Märkten (Vereinigte Staaten, Europa, Japan) Nebenwerte und Value-Aktien. Auch investiert er einen Teil in Immobilienaktien. Zur Optimierung des Risiko/Renditeprofils wird dem Aktienportfolio ein breit gestreuter Rohstoffkorb beigemischt. Hierbei wird mittels eines repräsentativen Rohstoff-Index über Terminmärkte direkt in Rohstoffe investiert.

          Automatisches Rebalancing
          Der risikoarme Anteil des Depots hilft, das Portfolio zu balancieren, und agiert als Risiko-Puffer. Dieser Anteil besteht aus kurzlaufenden europäischen Staatsanleihen (1 bis 3 Jahre Laufzeit) höchster Bonität. Hohe Zinsen erhält man aktuell nicht. Dennoch ist es eine wichtige Komponente für das gesamte Depot. In Phasen steigender Aktienmärkte parkt man hier Gewinne, um sie in Schwächephasen wieder zu reinvestieren. Dies erfolgt automatisch für den Anleger, der sein Depot mit Investitionsbandbreiten überwacht und damit periodisch seine ursprüngliche Strategie im Depot wiederherstellt (Rebalancing). Denn die Verteilung im Depot verändert sich auch ohne eigenes Zutun durch steigende und fallende Kurse an den Kapitalmärkten.

          Zur Umsetzung eines Weltportfolios eignen sich börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Diese erlauben es, in einen Anlagemarkt zu investieren, in dem sie einen Marktindex kosteneffizient nachbilden. Ein Weltportfolio lässt sich so pflegeleicht umsetzen. Bereits mit einem ETF pro Anlageklasse ist die Strategie umsetzbar. Mit der Hinzunahme weiterer ETFs erhöht man nicht die Streuung, sondern kann seine Anlageschwerpunkte feiner steuern. So benötigt man für die Nachbildung der Strategie von Martin Weber sechs ETFs, für die Nachbildung der Strategie von Gerd Kommer zehn ETFs. Die in den Fonds anfallenden laufenden Fondsgebühren eines solchen ETF-Depots liegen mit 0,2 bis 0,4 Prozent pro Jahr deutlich unter den Gebühren vergleichbarer vermögensverwaltender Fondskonzepte. Ein ETF-Weltportfolio kauft man kostengünstig über einen Onlinebroker, der auch die ETF-Anteile verwahrt. Für den Vermögensaufbau eignen sich auch ETF-Sparpläne.

          Das Portal justETF bietet im Internet Kopiervorlagen für diese und andere Weltportfolio-Ansätze. Über den folgenden Link gelangen Sie zu den genannten Weltportfolios und können diese kopieren und analysieren: https://www.justetf.com/de/weltportfolio

          Dominique Riedl, Gründer und Geschäftsführer des Portals justETF.com, Düsseldorf

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