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Verlagsspezial

: Investment mit hoher Prognosesicherheit

Bild: Dean-Mitchell/iStock

Aufgrund des stark steigenden Bedarfs an Pflegeplätzen gelangen Kapitalanlagen im Pflegesektor nun auch verstärkt in den Fokus von Privatanlegern.

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          Der demographische Wandel unserer Gesellschaft stellt uns vor viele Herausforderungen. Eine davon ist die Pflege und Unterbringung von Pflegebedürftigen im Alter. Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Im Jahr 2060 wird bereits jeder Dritte mindestens 65 Jahre, jeder Siebte bereits 80 Jahre alt sein. Mit zunehmendem Alter sind Menschen in der Regel auch verstärkt auf Hilfe angewiesen. Insgesamt waren Ende 2018 etwa 3,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2050 werden es über 5,3 Millionen sein.

          Vornehmlich geht es um die Unterbringung all derer, die wegen ihres Pflegegrades nicht in den eigenen vier Wänden gepflegt werden können. Der Bedarf an professionellen stationären Pflegeplätzen wird stetig ansteigen. Leben heute etwa 900 000 Menschen in Pflegeheimen, werden es in 40 Jahren mehr als zwei Millionen sein. Schon heute kann der Bedarf an Pflegeplätzen nicht mehr gedeckt werden.

          Privatanleger steigern ihr Engagement

          Das Problem könnten nun ausgerechnet Privatanleger lösen. Die aktuell größten Investoren von Pflegeheimen sind vor allem institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen sowie Family Offices aus dem In- und Ausland. Privatanleger halten bisher nur einen geringen Anteil von etwa drei Prozent – noch. Denn ihr Anteil steigt beträchtlich: Heute erwerben sie bereits etwa jede dritte Pflegeimmobilie.

          Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen ist es für Anleger ein wirtschaftlich lukratives Investment mit Vorsteuerrenditen von um die 3,5 Prozent nach Kosten. Andererseits erleichtern neue Konzepte den Marktzugang. Privatanleger können nun beispielsweise in ein Pflegeapartment in Form von Teileigentum investieren. Dabei erwerben Anleger ein Pflegeapartment mit grundbuchlicher Absicherung analog zum Immobilienkauf einer Eigentumswohnung. Eigentümer können hierdurch – im Gegensatz zur Beteiligung an einem geschlossenen Fonds – ihre Immobilie jederzeit veräußern, verschenken, vererben oder beleihen.

          Mit dem Erwerb schließt der Eigentümer einen meist langfristigen, in der Regel indexierten Mietvertrag von mindestens 20 Jahren mit dem Betreiber des Pflegeheimes ab. Letzterer ist für die Instandhaltung im Gebäude sowie für das Mietmanagement verantwortlich – ein großer Vorteil gegenüber der klassischen Vermietung einer Eigentumswohnung. Anleger sollten zudem darauf achten, dass das Konzept des Anbieters auch den Einsatz eines professionellen, auf das Management von Teileigentum spezialisierten Verwalters vorsieht. Denn dieser übt als Interessenvertreter des Eigentümers eine gewisse Kontrollfunktion gegenüber dem Betreiber aus.

          Altersstruktur vor Ort ist wichtiger Standortfaktor

          Eine Betreibergesellschaft mit einem erfahrenen Management mit hoher Expertise ist somit ein Erfolgsfaktor für ein gutes Investment in eine Pflegeimmobilie. Aber nicht der entscheidende. Auch hierbei gilt – wie bei jeder Immobilieninvestition – Lage, Lage, Lage. Nur diese bestimmt sich bei Pflegeimmobilien nach ganz anderen Kriterien. Hier ist es eben nicht wichtig, wie nah die nächste Kita oder wie groß das Kulturangebot in Umkreis ist. Hier zählt rein die demographische Situation im Einzugsgebiet der Immobilie, sprich wie viele Menschen im Alter von 50 Jahren und älter leben heute dort. Daraus lässt sich dann leicht ableiten, wie die Situation in 10, 20 oder 30 Jahren sein wird – eine hohe Prognosegüte. Ein alter Baum lässt sich eben nicht gern verpflanzen. Passende Standorte gibt es somit auch in vielen C- und D-Märkten sowie an kleineren Standorten bereits ab 10 000 Einwohnern.

          Jörg Röckinghausen ist Leiter der Produktprüfung von Kapitalanlagen beim Dienstleister Definet AG.

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