https://www.faz.net/-ipk-9npvs
Anzeigensonderveröffentlichung

: Wir brauchen die Förderung des Bundes

Bild: VDV

Die Verlagerung von mehr Gütern auf die Schiene ist bislang nicht im gewünschten Umfang gelungen. Im Interview erklärt Joachim Berends, Vizepräsident im VDV und Vorstand der Bentheimer Eisenbahn AG, woran das liegt und wie die Branche das ändern will.

          Herr Berends, warum ist es bislang nicht wirklich gelungen, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern?
          Der Schienengüterverkehr ist in den vergangenen Jahrzehnten eher stiefmütterlich behandelt worden, was sich daran zeigt, dass nach der Bahnreform viele Gleisanschlüsse und damit wichtige Infrastruktur zur Erschließung des Schienengüterverkehrs stillgelegt wurden. Zeitgleich ist es nicht gelungen, den Sektor Schiene und insbesondere den Bereich der Infrastruktur finanziell ausreichend auszustatten, so dass der Schienengüterverkehr über die letzten 25 Jahre an Leistungskraft und Attraktivität verloren hat.

          Vor welchen Problemen steht Ihr Unternehmen bei der täglichen Abwicklung?
          Ich will das eher als Herausforderung bezeichnen. Es sind die vielen technischen und operativen Hürden, die uns oft verzweifeln lassen. Wir brauchen in unserer Region dringend eine bessere Anbindung an das Netz der Deutschen Bahn, um leistungsfähiger und ohne erhöhten Rangieraufwand schwere Güterzüge zu übernehmen bzw. übergeben zu können. Dazu fehlt es bei den Nichtbundeseigenen Eisenbahnen an Fördermöglichkeiten für den Ausbau der Infrastruktur. Um eine Zahl zu nennen: Rund 60 Prozent aller Güterverkehre beginnen oder enden in einem Gleisanschluss bzw. in einem Anschluss einer Nichtbundeseigenen Eisenbahn. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, brauchen wir die Förderung des Bundes.

          Wie kann die Gleisanschluss-Charta die Situation verbessern?
          Die Charta ist eine starke gemeinsame Positionierung von über 30 Verbänden und Institutionen aus Wirtschaft, Verkehr, Logistik und Kommunalpolitik, die sich für die Stärkung von Gleisanschlüssen einsetzen. Wir wollen gemeinsam mit Bund und Ländern dafür sorgen, dass Gleisanschlüsse reaktiviert oder neu geschaffen werden, um den Schienengüterverkehr attraktiver und flexibler zu gestalten. Denn letztlich ist oft der fehlende Direktanschluss ans Schienennetz ein Hemmnis für Industrie und Wirtschaftsunternehmen, um mehr Güter auf der Schiene zu transportieren.

          Topmeldungen

          : Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft

          Der Aufbruch in ein neues mobiles Zeitalter hat längst begonnen. Im Interview diskutieren Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr des ADAC, und Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wie sich die Mobilität in Deutschland bis 2030 entwickeln wird.
          Der Round Table der Frankfurter Allgemeinen (v.l.): Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident des ADAC; Dr. Tom Kirschbaum, Geschäftsführer von door2door; Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV; Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV; Moderator Johannes Pennekamp, F.A.Z.; Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm; Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung Heag mobilo; Tim-Oliver Müller, Geschäftsbereichsleiter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

          : Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

          Unsere Städte ersticken im Stau. Wie mehr Mobilität mit weniger Umweltbelastung gelingen kann und welche Finanzierung dafür notwendig ist, diesen Fragen stellten sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden während des Round Table der Frankfurter Allgemeinen.
          Ein Konzept mit Vorbildcharakter: Mit myBUS hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft 2017 ein digital gesteuertes On-Demand-Angebot gestartet. Viele weitere Verkehrsunternehmen erproben mittlerweile ähnliche Services.

          : Nahverkehr auf Bestellung

          Immer mehr Verkehrsunternehmen erproben On-Demand-Angebote, bei denen sich Fahrgäste mit ähnlichem Ziel einen Kleinbus teilen. Die innovativen Konzepte ergänzen den klassischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und machen die Mobilität individueller und flexibler.