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Anzeigensonderveröffentlichung

: Vernetzung auf dem Vormarsch

Mit „Lümo“ flexibel unterwegs in Lübeck. Bild: SHUTTERSTOCK/portumen

Die Digitalisierung verändert die Welt, in der wir leben und uns bewegen. Auch die Mo­bilität wird zunehmend vernetzter. Innovative Angebote und Lösungen sorgen dafür, dass wir einfacher und nachhaltiger ans Ziel gelangen.

          Wer in Lübeck an Wochenenden oder Feiertagen später unterwegs ist, dem bietet der Stadtverkehr Lübeck seit dem vergangenen Februar mit „Lümo“ einen neuen Service. Über eine eigene App können Nutzer zwischen 1 und 5 Uhr einen Shuttle bestellen, der sie direkt bis vor die Haustür bringt. Dafür setzt der Stadtverkehr Elektro- und Hy­bridfahrzeuge ein, die tagsüber als Dienstwagen genutzt werden. Die Plattform hinter der App stammt vom Start-up Clever Shuttle, das bereits in Berlin, Hamburg und München eigene Fahrdienste betreibt. In Lübeck ist es das erste Mal, dass ein Nahverkehrsunternehmen die Plattform nutzt. Für die Verantwortlichen steht fest, dass „Lümo“ auch nach dem Ende der Pilotphase im kommenden Februar weiterfahren wird. „Wir möchten eigener Betreiber von modernen Mobilitätsformen sein und diesen Teil des Marktes in Lübeck nicht privaten Anbietern überlassen“, sagt Andreas Ortz, Geschäftsführer der Stadtverkehr Lübeck GmbH. „Der öffentliche Personennahverkehr wird künftig anders organisiert sein. Die Ansprüche der Kunden werden individueller. Es wird daher künftig Kombinationen zwischen herkömmlichem ÖPNV und individueller Mobilität mit anderen Angeboten geben.“

          Einheitliche Lösung

          Diese Erkenntnis liegt auch Angeboten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zugrunde. Der Verbund gilt deutschlandweit als ein Vorreiter, wenn es um die Entwicklung digitaler Lösungen geht. So hat der RMV mit der Einführung eines verbundweiten Hintergrundsystems als erster Verkehrsverbund die Grundlage für eine deutschlandweite Vernetzung des ÖPNV geschaffen. Die Informationen von mehr als 160 Verkehrsunternehmen, die im RMV fahren, werden über eine einheitliche Datendrehscheibe abgewickelt. „Eine leicht bedienbare Plattform mit allen Informationen und Angeboten aus einer Hand – das ist es, was unsere Kundinnen und Kunden von Portalen wie booking.com oder Amazon gewohnt sind und auch von uns erwarten“, sagt Professor Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV und Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Für den Verbund endet der öffentliche Nahverkehr nicht bei Bussen und Bahnen: So können die RMV-Fahrgäste mit ihrem eTicket beispielsweise auch Leih-Fahrräder und Carsharing-Autos buchen. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Mit rund 20 Verkehrsunternehmen und -verbünden aus ganz Deutschland arbeitet der RMV unter der Regie des VDV im Rahmen der Vernetzungsinitiative „Mobility inside“ daran, eine einheitliche digitale Plattform für den gesamten öffentlichen Verkehr zu schaffen. „Die Kunden sollen über ihre gewohnte regionale App die passende Fahrkarte kaufen können, egal, wo sie mit welchem Verkehrsmittel unterwegs sind“, sagt Ringat. „Die Fahrgäste machen schließlich an Länder- und Verbundgrenzen nicht Halt. Wir müssen daher als Branche anbieterübergreifende Lösungen bieten. Mit Mobility inside haben wir genau das vor.“ Schon im nächsten Jahr wollen die Partner am Markt sein. Nach und nach sollen dann weitere Anbieter integriert werden. „So bringen wir unseren Fahrgästen die ganze Welt der Mobilität in einem Gesamtsystem auf das Smartphone – und sie müssen dafür noch nicht einmal eine neue App installieren“, so Ringat.

          Autonom in die Zukunft

          Die Vision einer vernetzten Mobilität ist nicht nur Thema bei den Verkehrsunternehmen und -verbünden, sondern wird auch von Automobilherstellern und -zulieferern vorangetrieben. „Wir sehen für die Zukunft eine viel engere Vernetzung der Verkehrsträger. Diese hat ein Ziel: Die Beibehaltung der individuellen, uneingeschränkten Mobilität“, sagt zum Beispiel Ralph Lauxmann, Leiter Systems & Technology und Mitglied des Management Boards für die Division Chassis & Safety der Continental AG. Wie sich das Unternehmen diese Zukunft vorstellt, hat es etwa mit Projekten wie BEE (Balanced Economy and Ecology Mobility Concept) oder CUbE (Continental Urban Mobility Experience) 2017 auf der IAA gezeigt. Während BEE zunächst ein rein visionäres Mobilitätskonzept für den urbanen Raum ist, das auf fahrerlose, elektrisch betriebene Robotertaxis für die letzte Meile setzt, fahren die autonomen CUbE-Mobile bereits im Erprobungsbetrieb auf dem Continental-Campus in Frankfurt. Als Shuttle könnten die Mobile den Anschluss an den innerstädtischen öffentlichen Verkehr sicherstellen. Das autonome Fahren bildet für Continental einen Ansatz für die Mobilität der Zukunft. Ein anderer unterstützt Pkw-Fahrer bei der Suche nach einem Parkplatz und hilft, den Suchverkehr zu minimieren. So hat Continental im vergangenen Jahr das Start-up Parkpocket übernommen. Per App können sich die Nutzer freie Plätze in Parkhäusern anzeigen und dorthin navigieren lassen.

          Topmeldungen

          : Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft

          Der Aufbruch in ein neues mobiles Zeitalter hat längst begonnen. Im Interview diskutieren Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr des ADAC, und Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wie sich die Mobilität in Deutschland bis 2030 entwickeln wird.
          Der Round Table der Frankfurter Allgemeinen (v.l.): Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident des ADAC; Dr. Tom Kirschbaum, Geschäftsführer von door2door; Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV; Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV; Moderator Johannes Pennekamp, F.A.Z.; Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm; Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung Heag mobilo; Tim-Oliver Müller, Geschäftsbereichsleiter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

          : Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

          Unsere Städte ersticken im Stau. Wie mehr Mobilität mit weniger Umweltbelastung gelingen kann und welche Finanzierung dafür notwendig ist, diesen Fragen stellten sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden während des Round Table der Frankfurter Allgemeinen.
          Ein Konzept mit Vorbildcharakter: Mit myBUS hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft 2017 ein digital gesteuertes On-Demand-Angebot gestartet. Viele weitere Verkehrsunternehmen erproben mittlerweile ähnliche Services.

          : Nahverkehr auf Bestellung

          Immer mehr Verkehrsunternehmen erproben On-Demand-Angebote, bei denen sich Fahrgäste mit ähnlichem Ziel einen Kleinbus teilen. Die innovativen Konzepte ergänzen den klassischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und machen die Mobilität individueller und flexibler.