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Anzeigensonderveröffentlichung

: Mobilitätsbranche im Wandel

Das innovative Mobilitätsangebot „SSB Flex“ der Stuttgarter Straßenbahnen AG ermöglicht die Buchung von Ridesharing-Angeboten via App. Bild: SSB

Angesichts veränderter Kundenanforderungen und eines zunehmend multimodalen ­Mobilitätsmarktes stellen sich immer mehr Anbieter neu auf.

          Mit dem Fahrrad zur Arbeit, mit der Stadtbahn zur Freundin und mit dem eigenen Pkw oder einem Carsharing-Auto zum Baumarkt – viele Menschen sind heute weniger festgelegt bei der Wahl ihres Verkehrsmittels als früher. Ein Wandel, der laut Dr. Jan Schilling, Geschäftsführer ÖPNV des Verbandes Deutscher Verkehrs­unternehmen (VDV), unaufhaltsam ist: „Die Bürgerinnen und Bürger sind in einer modernen Volkswirtschaft wie Deutschland mehr denn je auf effiziente, umweltgerechte, bezahlbare und reibungslos funktionierende Mobilität angewiesen. Und zwar im Prinzip überall und zu jeder Zeit: im Job, in der Freizeit, immer. Die logische Konsequenz daraus ist, dass sich die Menschen die für sie passgenauen Mobilitätsangebote suchen. Und die zunehmend digitalisierte Welt bietet neue Möglichkeiten, dies über Smartphone und Co. so schnell und einfach wie möglich zu tun.“

          Beförderer wird Mobilitätsdienstleister

          Die Verkehrsunternehmen und -verbünde rea­gieren auf die veränderten Anforderungen und vollziehen den Wandel vom klassischen Beförderer zum umfassenden Mobilitätsdienstleister. Sie investieren in den Ausbau und die Erneuerung der Systeme in Großstädten und Ballungsräumen. Auch in ländlichen Regionen wird an der Integration von passgenauen Angeboten gearbeitet. „Geteilte Mobilität ist Teil unserer DNA, und zwar seit Jahrzehnten“, betont Dr. Jan Schilling. „Wo und wann auch immer viele Menschen gleichzeitig schnell, effizient und bezahlbar von A nach B wollen, führt an Bussen und Bahnen kein Weg vorbei. Unser Problem waren allerdings bislang die ersten beziehungsweise letzten Meter zur oder von der Haltestelle. Und die wirtschaftlich sinnvolle Ergänzung des Angebots außerhalb der Kernbereiche und Stoßzeiten. Genau dabei können zusätzliche Angebote wie Carsharing und Ridepooling helfen – im Übrigen durchaus auch in Kooperation mit neuen Anbietern.“ Der wachsende und dynamische Mobilitätsmarkt zieht verstärkt neue Anbieter an. Gleichzeit erhöht sich der Druck auf die etablierten Akteure, und die Rolle der Städte, Gemeinden und Landkreise als Aufgabenträger verändert sich. „Die Kunden erwarten vor Ort ein funktionierendes Gesamtsystem und keinen größer werdenden Flickenteppich oder Rosinenpickerei Einzelner zu Lasten der Gesamtheit“, so Schilling. Die Integration der Angebote unter dem Dach des etablierten Verkehrsunternehmens gewährleistet den Kunden eine zuverlässige Mobilität und sichert den verantwortlichen Akteuren die wichtige Steuerungs- und Planungshoheit in ihrer Kommune. Und auch im ländlichen Raum können Kooperationen aus öffentlichen Verkehrsunternehmen und neuen Mobilitätsdienstleistern für die nötige Daseinsvorsorge und Flexibilisierung des Angebots sorgen. „Dieser kooperative Weg, das sieht man aktuell bereits in vielen unserer Unternehmen, ist erfolgsversprechend und für alle Beteiligten sinnvoller als die ­direkte Konkurrenz zueinander. In den Vereinigten Staaten fängt man inzwischen in den Großstädten an, die On-Demand-Verkehre wieder einzudämmen, weil sie keine Verkehrsprobleme lösen, sondern neue schaffen“, so Schilling weiter.

          Vom Pannen- zum Mobilitätshelfer

          Der ADAC hat sich ebenfalls neu aufgestellt und vollzieht verstärkt den Wandel weg von der reinen Pannenhilfe hin zum kompetenten Mobilitätshelfer. Das wird auch in der Imagekampage „Einfach weiter“ deutlich, die Europas größter Mobilclub im August 2018 lanciert hat. Die Kampagne macht die Transformation des ADAC mit Botschaften wie „Wir sind nicht automobil. Wir sind einfach so mobil.“ oder „Kein Auto ist auch ok. Hauptsache mobil.“ deutlich. „Der ADAC ist eine der stärksten und bekanntesten Marken Deutschlands mit einem vielfältigen Leistungsangebot für seine Mitglieder“, sagt Christian Garrels, Leiter Marke, Marketing und Kommunikation beim ADAC. „Diese Breite und Vielfalt transportieren wir mit der neuen Kampagne. Wir machen deutlich, wer wir sind und wofür wir stehen. Wichtig ist uns dabei, dass unsere unbestrittene Kernkompetenz Pannenhilfe auch weiterhin die erste Assoziation der Menschen mit dem ADAC bleibt. Entscheidend ist aber, dass künftig noch viele weitere positive Assoziationen zum Mobilitätshelfer ADAC hinzukommen.“ Der Automobilclub ist der Überzeugung, dass nur wenige Bereiche in unserer Gesellschaft vor einem solch tiefgreifenden Wandel stehen wie die Mobilität. Die Studie „Die Evolution der Mobilität“, die das Zukunftsinstitut 2017 für den ADAC entwickelt hat, stützt diese Annahme. Mit einem Zeithorizont bis 2040 ermittelt sie, welche Grundmuster die Mobilität von morgen bestimmen könnten. „Die Studie zeigt, dass die Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft in der individuellen, intelligenten Vernetzung liegen“, stellt Christian Garrels heraus. „Uns steht keine disruptive Mobilitätswende bevor, sondern eine evolutionäre Entwicklung und Veränderung, die umso tiefgreifender und grundlegender sein wird.“ Politik und Wirtschaft müssten künftig entlang von Mobilitätsketten denken, um integrierte Konzepte zu schaffen. Der Automobilclub will zur zentralen Mobilitätplattform und zum Ansprechpartner in allen Fragen der persönlichen Fortbewegung werden.

          Topmeldungen

          : Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft

          Der Aufbruch in ein neues mobiles Zeitalter hat längst begonnen. Im Interview diskutieren Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr des ADAC, und Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wie sich die Mobilität in Deutschland bis 2030 entwickeln wird.
          Der Round Table der Frankfurter Allgemeinen (v.l.): Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident des ADAC; Dr. Tom Kirschbaum, Geschäftsführer von door2door; Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV; Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV; Moderator Johannes Pennekamp, F.A.Z.; Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm; Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung Heag mobilo; Tim-Oliver Müller, Geschäftsbereichsleiter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

          : Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

          Unsere Städte ersticken im Stau. Wie mehr Mobilität mit weniger Umweltbelastung gelingen kann und welche Finanzierung dafür notwendig ist, diesen Fragen stellten sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden während des Round Table der Frankfurter Allgemeinen.
          Ein Konzept mit Vorbildcharakter: Mit myBUS hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft 2017 ein digital gesteuertes On-Demand-Angebot gestartet. Viele weitere Verkehrsunternehmen erproben mittlerweile ähnliche Services.

          : Nahverkehr auf Bestellung

          Immer mehr Verkehrsunternehmen erproben On-Demand-Angebote, bei denen sich Fahrgäste mit ähnlichem Ziel einen Kleinbus teilen. Die innovativen Konzepte ergänzen den klassischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und machen die Mobilität individueller und flexibler.