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: Mobilität neu denken

  • -Aktualisiert am

Für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität ist eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger und eine Stärkung nachhaltiger Verkehre erforderlich. Bild: Shutterstock/ Blue Planet Studio, BAIVECTOR

Die aktuelle Weltklimakonferenz belegt nachdrücklich den Handlungsdruck, der nötig ist, um die internationalen Klimaziele zu erreichen. Auch in Deutschland geht es nicht voran. Insbesondere der Verkehrssektor hinkt bei der Emissionsminderung deutlich hinterher. Damit unsere Städte lebenswert und die Menschen mobil bleiben, brauchen wir neue Konzepte und Lösungen.

          Die Welt blickt in diesen Tagen gespannt ins polnische Kattowitz. Dort verhandeln Delegationen aus fast 200 Staaten bei der UN-Weltklimakonferenz darüber, wie das Pariser Klimaabkommen von 2015 noch umgesetzt und die darin enthaltenen Ziele erreicht werden können. Dabei ist das ehrgeizige Pariser Klimaziel, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf 2 Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, nach Meinung vieler Experten längst in weite Ferne gerückt. Auch der Plan der Bundesregierung, die heimischen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, gilt inzwischen als äußerst ambitioniert. Der Handlungsbedarf ist groß – gerade auch im Verkehrssektor, der zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen gehört. Zwar emittieren moderne Fahrzeuge heute deutlich weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe als noch vor einigen Jahren. Das Wachstum im Verkehr hebt diesen ­Effekt aber wieder auf. In vielen deutschen Städten werden zudem die Grenzwerte bei den Stickstoffdioxid-Werten überschritten – gerichtlich angeordnete Diesel-Fahrverbote sind die Folge. „Deutschland steht vor immensen verkehrs- und klimapolitischen Herausforderungen“, sagt Ingo Wortmann, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen. „Wenn wir Klimaschutzziele erreichen, industriepolitische Chancen nutzen, weitere Fahrverbote vermeiden und die steigenden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen bewältigen wollen, müssen wir Mobilität ganz neu denken.“

          ÖPNV übernimmt Verantwortung

          Wie die Umstellung auf eine moderne, bezahlbare und klimaschonende Mobilität in Deutschland gelingen kann, zeigt die Studie „Deutschland mobil 2030“, die der VDV bei den Beratungsunternehmen PwC und Intraplan in Auftrag gegeben hat. „Die Verkehrswende ist keine Utopie, sondern politisch und fachlich bis 2030 umsetzbar. Das ist die zentrale Erkenntnis der Studie“, erklärt Wortmann. Die Untersuchung verdeutlicht aber auch, dass Einzelmaßnahmen allein nicht ausreichen, um die Marktanteile des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Schienengüterverkehrs signifikant zu steigern. So müssen beispielsweise im ÖPNV die Kapazitäten ausgebaut, bestehende Infrastrukturen saniert, verstärkt Angebote wie E-Bikes und Carsharing integriert und neue digitale Services geschaffen werden. „Die Verkehrsunternehmen und -verbünde leisten schon heute einen wichtigen Beitrag für eine attraktive und umweltfreundliche Mobilität in Deutschland“, betont Wortmann. „Die Branche will ihr Engagement in den kommenden Jahren weiter verstärken und den Wandel vom Beförderer zum Mobilitätsdienstleister vollziehen, benötigt dazu aber passende politische Rahmenbedingungen. Eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung sowie beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren sind wichtige Eckpfeiler zur Stärkung des ÖPNV.“

          Topmeldungen

          : Auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft

          Der Aufbruch in ein neues mobiles Zeitalter hat längst begonnen. Im Interview diskutieren Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident für Verkehr des ADAC, und Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wie sich die Mobilität in Deutschland bis 2030 entwickeln wird.
          Der Round Table der Frankfurter Allgemeinen (v.l.): Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident des ADAC; Dr. Tom Kirschbaum, Geschäftsführer von door2door; Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV; Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV; Moderator Johannes Pennekamp, F.A.Z.; Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm; Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung Heag mobilo; Tim-Oliver Müller, Geschäftsbereichsleiter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

          : Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

          Unsere Städte ersticken im Stau. Wie mehr Mobilität mit weniger Umweltbelastung gelingen kann und welche Finanzierung dafür notwendig ist, diesen Fragen stellten sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden während des Round Table der Frankfurter Allgemeinen.
          Ein Konzept mit Vorbildcharakter: Mit myBUS hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft 2017 ein digital gesteuertes On-Demand-Angebot gestartet. Viele weitere Verkehrsunternehmen erproben mittlerweile ähnliche Services.

          : Nahverkehr auf Bestellung

          Immer mehr Verkehrsunternehmen erproben On-Demand-Angebote, bei denen sich Fahrgäste mit ähnlichem Ziel einen Kleinbus teilen. Die innovativen Konzepte ergänzen den klassischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und machen die Mobilität individueller und flexibler.