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: Lernen vom Nachbarn

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Thomas Madreiter, Planungsdirektor in der Magistratsdirektion der Stadt Wien Bild: Foto Marco Urban

Wien ist ein oft genanntes Vorbild, wenn es um Lebensqualität und nachhaltige Mobilität geht. Beim Mobilitätsgipfel der F.A.Z. und der Initiative „Deutschland mobil 2030“ ist mit Thomas Madreiter, Planungsdirektor in der Magistratsdirektion der Stadt Wien, ein Interview zur Smart-City-Strategie der österreichischen Hauptstadt geführt worden.

          Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Smart City Wien“?
          Wie andere Städte auch steht Wien vor großen Herausforderungen. Der Großraum Wien wächst und wird in den nächsten 25 Jahren die Drei-Millionen-Grenze überschreiten. Damit sind ein steigender Energiebedarf, das Erfordernis nach mehr bezahlbarem Wohnraum und die Notwendigkeit belastbarer Verkehrskonzepte verbunden. Die „Smart City Wien“ will den Wienerinnen und Wienern die bestmögliche Lebensqualität bei größtmöglicher Ressourcenschonung bieten.

          Was bedeutet das für die Mobilität?
          Unser Ziel ist es, den emissionsfreien Fuß- und Radverkehr zu stärken und den hohen Anteil des öffentlichen Verkehrs weiter auszubauen, der aktuell bei 38 Prozent liegt. Auch soll der motorisierte Individualverkehr bis 2050 auf deutlich unter 15 Prozent gesenkt werden und der verbleibende Verkehr mit neuen Antriebstechnologien erfolgen. Die Wirtschaftsverkehre sollen bis 2030 weitgehend CO2-frei abgewickelt werden.

          Was können deutsche Städte von Wien lernen?
          Meine Botschaft an deutsche Städte lautet: Seid mutiger! Eine Summe kleiner Maßnahmen reicht nicht, um die Verkehrswende zu schaffen, man muss radikal sein. Dabei gilt es aber stets, die Menschen im Blick zu behalten. Die Städte müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Bürger nicht unbedingt ein Auto brauchen. Und sie müssen begreifen, dass Innovation mehr ist als nur Technik und auch eine soziale Komponente hat.

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          : Nahverkehr auf Bestellung

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