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Kommunale Verkehrsunternehmen : Engagement auf ganzer Linie

  • -Aktualisiert am

In Osnabrück sollen moderne Elektrobusse für emissionsfreie Mobilität sorgen und die Lebensqualität der Menschen spürbar erhöhen. Bild: Stadtwerke Osnabrück

Für ein sauberes und attraktives Angebot setzen die kommunalen Verkehrsunternehmen auch verstärkt auf Elektromobilität und neue digitale Services. Wie das konkret aussieht und welche Herausforderungen damit verbunden sind, zeigt der Blick in vier deutsche Städte.

          In Osnabrück hat die elektromobile Zukunft bereits begonnen. Bis voraussichtlich 2022 wollen die Stadtwerke Osnabrück ihr neues MetroBusliniennetz elektrifizieren, das auf beschleunigte Hauptachsen in die Innenstadt, eine hohe Taktdichte und komfortable Busse setzt. Ziel ist es, im stark belasteten Innenstadtbereich und in sensiblen anderen Streckenabschnitten lokal emissionsfrei zu fahren. So soll ein attraktiveres Lebensumfeld für die Bürger geschaffen werden, wie Dr. Stephan Rolfes, Vorstand der Stadtwerke Osnabrück, betont. „Mit den ­E-Bussen bricht in Osnabrück ein neues Zeitalter an. Die Elektri­fizierung des Nahverkehrs ist ein bedeutender Meilenstein für die Lebensqualität in unserer Stadt.“ Für die Umstellung des Systems müssen die Stadtwerke 62 Elektrogelenkbusse anschaffen. Hinzu kommt der Bau der erforderlichen Ladeinfrastruktur. Die Investitionskosten in Höhe von rund 70 Millionen Euro werden etwa zur Hälfte aus unterschiedlichen Fördertöpfen der EU, des Landes und bei einem positiven Bescheid auch aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ des Bundes gespeist. Die restlichen 50 Prozent der Kosten wird das Unternehmen aus eigener Kraft aufbringen und damit einen erheblichen Eigenanteil übernehmen.

          Auch für andere Verkehrsunternehmen ist die Beschaffung neuer Fahrzeuge ein Spagat zwischen dem, was wirtschaftlich möglich ist, und dem, was mit Blick auf den Umwelt- und Klimaschutz erwünscht ist. Für die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg hat die Umwelt- und Klimaverträglichkeit ihrer Fahrzeuge schon immer einen hohen Stellenwert. So bestellte die VAG 1994 Deutschlands ersten Erdgasbus und erweiterte ab 1996 die Erdgasflotte nach und nach.

          In Darmstadt sollen die Möglichkeiten neuer Mobilitätsangebote untersucht werden.

          Aktuell geht die Planung verstärkt in Richtung Elektromobilität. Ein erster E-Bus ist seit diesem Jahr in Betrieb. 2019 sollen 23 Busse bestellt werden – davon zwei E-Gelenkbusse sowie vier E-Solobusse und zusätzlich 17 abgasarme Dieselbusse der Euro-6-Norm. Bei den beiden Gelenkbussen nimmt die VAG das wirtschaftliche Risiko auf sich, am Ende keine Förderung zu bekommen. Für alle sechs Busse wäre das Risiko aber zu groß. Deshalb werden die vier Solobusse erst nach einer eventuellen Förderzusage im zweiten Quartal bestellt. Leider hat sich für die VAG als schwierig erwiesen, an die Mittel aus den vermeintlich gut gefüllten Fördertöpfen zu kommen. Unabhängig von den Bestellungen hat die VAG bereits 2016 ein Konzept zur Umstellung des Omnibus-Fuhrparks auf E-Busse erarbeitet.2018 wurde gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen N-ERGIE das weitere Vorgehen konkretisiert und ein optimiertes Ladekonzept entwickelt.

          Josef Hasler, Vorsitzender der VAG Verkehrs-­Aktiengesellschaft Nürnberg und der N-ERGIE Aktien­gesellschaft, erklärt das Engagement: „Der Bus wird zum E-Mobil. Das ist gut für die Umwelt- und Klimabilanz des ÖPNV, die im Vergleich zum Auto per se schon erheblich besser ist. Wenn in Nürnberg – nach Straßenbahn und U-Bahn – auch der Bus mit Ökostrom angetrieben wird, fällt diese noch einmal positiver aus.“ Laut Hasler haben Elektrofahrzeuge als künftige vernetzte Speicher auch eine große Bedeutung für die Stabilität der Stromnetze. Es bedürfe aber eines längeren Übergangs, um Infrastruktur und Energiewirtschaft entsprechend umzubauen. „Wenn sich der E-Bus im ÖPNV durchsetzen soll, müssen Politik, Verkehrsunternehmen und Hersteller gemeinsam daran arbeiten, dieses Produkt weiter zu verbessern. Ferner sind Förderungen und Steuer­entlastungen ein Instrument, um die Elektromobilität attraktiver und wirtschaftlicher zu machen“, so der VAG-Vorstand.

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