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Anzeigensonderveröffentlichung

: Gut angebunden im ländlichen Raum

Der PlusBus für die Anbindung im ländlichen Raum. Bild: VBB

Etwa die Hälfte der Bundesbürger lebt im ländlichen Raum. Die Grundversorgung an öffentlichem Verkehr stellt die Verantwortlichen dort vor Herausforderungen. Konzepte wie der PlusBus in Brandenburg zeigen, wie die Anbindung der Fläche ­gelingen kann.

          Wenn Fachleute im Bereich des Nahverkehrs von einer „differenzierten Bedienung“ sprechen, beschreiben sie einen Idealfall, bei dem verschiedene Mobilitätsangebote bestmöglich aufeinander abgestimmt werden. Für den ländlichen Raum würde das bedeuten, dass ein übergeordnetes Hauptnetz von Bussen und Bahnen im Taktverkehr das Rückgrat des Nahverkehrs bildet. Ergänzt wird das Netz durch lokale Linienverkehre, die die Region von den Haltepunkten des Hauptnetzes aus erschließen. Flexible Angebote wie Rufbusse, Bike-, Car- oder Ridesharing bilden das letzte Glied der Mobilitätskette. So beschreibt es der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Dass dem ländlichen Raum eine besondere Bedeutung zukommt, unterstreicht Dr. Gerd Landsberg, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, in einem Statement: „Ländliche Räume haben ein enormes Potential für Wirtschaft und Gesellschaft, das auch in Zeiten des demographischen Wandels mehr als bisher aktiviert werden kann“, schreibt er. Für den Bereich der Mobilität der Menschen sieht er es daher als Daueraufgabe der Politik an, diese „trotz knapper öffentlicher Ressourcen zu gewährleisten. Hierbei gilt es, die klassischen Mobilitätsangebote fortzuentwickeln.“ Genau daran wird vielerorts gearbeitet.

          Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) etwa kommt mit dem PlusBus in verschiedenen Brandenburger Landkreisen eine Alternative zum Einsatz, die zeigt, wie die Fläche angebunden werden kann. Im Stundentakt fahren die Busse ohne Umwege in mittlerweile sieben Liniennetzen mit insgesamt 14 Linien. Zu den Qualitätskriterien zählt vor allem eine optimale Anbindung an die Bahn. Maximal 15 Minuten sieht das Konzept für den Umstieg vom Bus auf Regional- oder S-Bahn vor. Die Fahrzeuge selbst sind modern, barrierefrei und zum Teil mit W-LAN ausgestattet.

          Einheitliche Qualitätskriterien

          Die ersten drei PlusBus-Linien in Brandenburg starteten 2014 bei der Verkehrsgesellschaft Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Sie stellten dort gleich in mehrfacher Hinsicht ein Novum dar. Zum einen war es das erste Mal, dass ein Linienbuskonzept mit einheitlichen Qualitätskriterien umgesetzt wurde. Darüber hinaus war das Busangebot zuvor – wie in vielen anderen ländlichen Regionen Deutschlands – auf die Bedürfnisse des Schülerverkehrs ausgerichtet. Mit dem PlusBus gibt es nun einen durchgängigen Stundentakt bis in die Abendstunden und auch an den ­Wochenenden.

          Steigende Fahrgastzahlen

          Das kommt vor allem – aber nicht nur – Pendlern zugute, die das Angebot gerne annehmen. Auf einzelnen Linien des Landkreises ist ihre Zahl zum Teil um mehr als 50 Prozent gestiegen. Darüber hinaus gibt es einen Zuwachs an Umsteigern, die für die Weiterfahrt auf den Schienenpersonennahverkehr setzen. „Die Bürgerinnen und Bürger benötigen einfache, zeitlich flexible und schnelle Mobilität“, sagt VBB-Geschäftsführerin Susanne Henkel. „Der PlusBus bietet in Kombination mit den anderen Verkehrsmitteln des Verkehrsverbundes dieses Angebot. Dauerhaft ist ein Bekenntnis wichtig, dass man den Weg eines attraktiven Nahverkehrs auch für den ländlichen Raum gehen möchte, auch mit der entsprechenden finanziellen Konsequenz – das Land Brandenburg ist hier bereits einen Schritt vorangegangen. Es würde mich freuen, wenn sich in ganz Deutschland noch weitere Verkehrsverbünde und Verkehrsunternehmen der Marke PlusBus anschließen und wir damit auch ein starkes Signal an unsere Fahrgäste in ganz Deutschland senden können.“

          Studie zum Mobilitätsverhalten

          Im Rahmen einer Studie, die das Institut
          IGES im Auftrag des ADAC Südbayern erstellt hat, wurde das Mobilitätsverhalten älterer Menschen im ländlichen Raum Südbayerns untersucht. Befragt wurden 1964 Menschen ab 55 Jahren. Das Ergebnis: Über alle Wegezwecke hinweg nutzen mehr als 50 Prozent das private Auto. Der Anteil von Bus und Bahn schwankt je nach Teilregion zwischen 5 und 13 Prozent, wobei die Region Oberbayern und Bereiche, die näher an größeren Städten liegen, eine vergleichsweise stärkere Nahverkehrsnutzung erkennen lassen. Um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen, sei es nötig, mehr innovative Mobilitätsangebote zu etablieren, die besser zu den Bedürfnissen der Menschen in ländlichen Regionen passen und barrierefrei sind, so die Experten. Dazu zählen sie flexible ÖPNV-Angebote wie Ruf- oder Bürgerbusse. Zudem sollten der öffentliche und der individuelle Verkehr besser verknüpft und rechtlich mehr Raum für unkonventionelle Angebote wie On-Demand-Verkehre oder Mitnahmemöglich­keiten geschaffen werden. Als Leuchtturmprojekte bewerten die Autoren zum Beispiel den Einsatz von App-gesteuerten Ridesharing-Ansätzen im Bayerischen Wald oder den Test autonom fahrender Busse in Bad Birnbach.

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          Der Round Table der Frankfurter Allgemeinen (v.l.): Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident des ADAC; Dr. Tom Kirschbaum, Geschäftsführer von door2door; Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV; Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV; Moderator Johannes Pennekamp, F.A.Z.; Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm; Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung Heag mobilo; Tim-Oliver Müller, Geschäftsbereichsleiter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

          : Mehr Mobilität mit weniger Verkehr

          Unsere Städte ersticken im Stau. Wie mehr Mobilität mit weniger Umweltbelastung gelingen kann und welche Finanzierung dafür notwendig ist, diesen Fragen stellten sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden während des Round Table der Frankfurter Allgemeinen.
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          : Nahverkehr auf Bestellung

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