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: Das Interesse der Wirtschaft am eigenen Gleisanschluss steigt

Bild: Ulf Kindermann

Der Schienengüterverkehr rückt bei Unternehmen der verladenden Wirtschaft wieder stärker in den Fokus. Auch das Interesse am eigenen Gleisanschluss steigt. Zwei Beispiele von Unternehmen, die den Schritt gewagt haben und von der Gleisanschlussförderung des Bundes profitieren.

          In Gütersloh wird gebaut. Die Kemena GmbH, ein mittelständisches und inhabergeführtes Logistikunternehmen mit Hauptsitz im ostwestfälischen Löhne, erweitert ihren Standort in Gütersloh um eine 5 000 Quadratmeter große Halle. Der Standort wurde erst 2011 eröffnet und bietet bislang neben zwei Hallen mit jeweils 10 000 Quadratmetern Fläche vor allem eines: einen eigenen Gleisanschluss. Über insgesamt 280 Meter erstreckt sich derzeit die Gleislänge im Innenbereich. Mit der neuen Halle kommen weitere 80 Meter Gleise hinzu. Die Anbindung ist insbesondere für die internationale Papierindustrie von Interesse – und für Kunden des Logistikunternehmens wie zum Beispiel die ebenfalls in Gütersloh beheimatete Mohn Media Druckerei, die zur Bertelsmann Gruppe gehört und auf eine zuverlässige Lieferung angewiesen ist. „Der Standort in Gütersloh hat sich seit der Eröffnung rasant entwickelt“, erklärt Geschäftsführer Dr. Timo Jording. „Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 250 000 Tonnen Papier über unseren Gleisanschluss umgeschlagen. Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass wir gleichzeitig Altpapier und Spanplatten zurückführen und die Güterzüge somit kaum Leerfahrten machen. Dadurch wird der Straßenverkehr entlastet und die Umwelt geschont.“ Fast 4 000 Waggons werden jedes Jahr bei Kemena in Gütersloh abgefertigt – Tendenz steigend. „Für das Jahr 2019 rechnen wir mit 300 000 Tonnen Papier“, sagt Jording.

          An der Entscheidung für den Transport auf der Schiene führt für den Unternehmer kein Weg vorbei. Das hat zum einen mit dem sensiblen Frachtgut Papier zu tun, das sich per Güterzug sicherer transportieren lässt. Darüber hinaus nennt er aber auch die Argumente Masse und Zeit – ein Güterwaggon fasst zwei- bis dreimal so viel Ware wie ein 40-Tonnen-Lkw – sowie den Umweltschutz. Bei allen Vorzügen, die der Güterverkehr auf der Schiene mit sich bringt, stellt Dr. Jording allerdings klar: „Ohne öffentliche Förderung wären der Betrieb und die Standorterweiterung in Gütersloh kaum möglich gewesen. Die Investitionskosten für ein Logistikzentrum mit Gleisanschluss sind um ein Vielfaches höher, da natürlich auch ganz andere gesetzliche Bestimmungen in Bezug auf Sicherheit und Brandschutz erfüllt werden müssen. Von der Politik wünschen wir uns, dass die Förderprogramme für den Güterverkehr weiter fortgeführt werden, da in Bezug auf Ökobilanz und Umweltschutz der Vorteil von Transporten auf der Schiene klar auf der Hand liegt.“

          Zuverlässiger Transport

          Auch in Monheim ist gebaut worden. Dort entstand auf dem Gelände des Logistikunternehmens Hammesfahr ein neues Lager mit angeschlossener Bahnumschlaghalle. Seit Anfang 2019 ersetzt der neue Standort eine alte Halle, die die Stadt Monheim nun zur Stadthalle ausbauen will. Seit Jahrzehnten ist Hammesfahr für Henkel als Logistikdienstleister tätig und unterhält seit rund 30 Jahren in Monheim das größte Zentrallager für Kosmetik des Konsumgüter-Herstellers. Produkte wie Haarspray, Shampoos, Deodorants oder Conditioner werden per Güterzug von der Produktionsstätte in Bayern ins Zentrallager nach Monheim gebracht, um weltweit an die Kunden von Henkel ausgeliefert zu werden. „Die neue Halle wurde notwendig, um zusätzliche Volumina abwickeln zu können“, erklärt Herbert Vogel, Mitglied der Hammesfahr-Geschäftsführung. „Zu Beginn haben uns täglich etwa sechs Doppelwaggons erreicht. Mittlerweile sind es bis zu 20.“

          Der erste Henkel-Zug fuhr am 8. Januar 2010 vom bayerischen Wassertrüdingen nach Monheim. Seitdem ist die Schiene das Mittel der Wahl. Der Bahnverkehr entlastet die Autobahnen A 7 und A 3 nach Angaben des Unternehmens um bis zu 60 Lkw pro Tag und rund 15 000 im Jahr. Während anfangs am Werk in Bayern zunächst eine verwaiste Bahnanlage und die stillgelegte Strecke reaktiviert werden mussten, waren in Monheim Gleisanschlussarbeiten nötig. „Dank der Gleisanschlussförderung konnten wir damals unseren Service ausbauen. Heute betreuen wir das größte Zentrallager von Henkel Beauty-Care“, so Vogel. „Ohne diese Unterstützung wäre diese positive Entwicklung kaum möglich gewesen.“

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