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Pflege im Ausland : Günstige und bessere Pflege beim Nachbarn?

  • -Aktualisiert am

Immer mehr Deutsche denken darüber nach, sich selbst oder ihre Angehörigen im Ausland pflegen zu lassen. Bild: Gina Sanders | Fotolia.com

Ob Thailand, Spanien oder Polen – immer mehr Deutsche werden im Ausland gepflegt, weil die Versorgung dort besser und günstiger sein soll.

          Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt seit Jahren – allein zwischen 2013 und 2015 um 8,9 Prozent auf insgesamt 2,9 Millionen Menschen. Zwar können rund drei Viertel davon zu Hause versorgt werden (teilweise mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst), doch fast 800.000 Menschen leben mittlerweile in Pflegeheimen, wo sie vollstationär versorgt werden.

          Eine vollstationäre Unterbringung in einem Pflegeheim ist aber relativ teuer. Bei einem Pflegegrad 2 muss man mit Kosten von 2.000 bis 3.000 Euro monatlich rechnen, gleichzeitig steht die Qualität der Versorgung wegen des Personalmangels seit vielen Jahren in der Kritik. Immer mehr Deutsche denken deshalb zumindest darüber nach, ihre Angehörigen oder sich selbst im Ausland pflegen zu lassen – laut einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers kann sich das sogar jeder zweite Deutsche vorstellen, wenn er dadurch Geld spart.

          Thailand als spannende Pflege-Option für Demenzkranke

          Als besonders weit entferntes und exotisches Beispiel wird dabei dann häufig Thailand genannt – die Versorgung ist dort nicht nur rund 1.000 Euro günstiger als in Deutschland, sondern es gibt in den dortigen Heimen und Seniorenresidenzen auch deutlich mehr Personal, das in der Regel sehr professionell und sensibel im Umgang mit älteren Menschen ist. Vor allem für Demenzkranke gilt Thailand als eine spannende Option, da sich in den letzten Jahren viele Einrichtungen gerade auf Heimbewohner aus Deutschland spezialisiert haben und oft auch von Deutschen geleitet werden. So spricht das Personal immer häufiger zumindest ein wenig Deutsch, außerdem bekommen die Bewohner vertraute Gerichte aus der Heimat serviert.

          Fremder Kulturkreis, tropisches Klima, versteckte Kosten: Nachteile einer Pflege in Südostasien den Vorteilen gegenüberstellen

          Allerdings hat die Pflege in Südostasien auch einige Nachteile: Thailand und die Philippinen sind ein komplett fremder Kulturkreis, auf den sich die Bewohner erst einmal einlassen müssen – genauso wie auf das tropische Klima. Außerdem sind diese Länder 10.000 Kilometer weit entfernt und nicht jeder hat ein gutes Gefühl dabei, so weit weg von seiner Familie zu sein. Vor allem aber sind die Kosten dort zwar niedriger als in Deutschland, dafür bekommt man aber keine staatliche Förderung – das Pflegegeld wird nur innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz gezahlt. Ohne eine zusätzliche private Pflegeversicherung werden die Kosten für die Pflege im fernen Osten also vielleicht gar nicht geringer sein als in Deutschland, dafür bekommt man aber mehr Leistung und eine bessere Qualität.

          Mit dem Pflegegeld eine Pflege in den europäischen Nachbarländern ermöglichen

          Aber auch innerhalb Europas hat sich in den letzten Jahren eine Art „Pflege-Emigration“ entwickelt.  Spanien und Griechenland haben beispielsweise sehr gute Pflegeheim-Standards und sind zudem vielen Deutschen von Urlauben vertraut –allein in Spanien leben ohnehin schon heute rund 50.000 deutsche Rentner. Die Pflegesachleistungen für die pflegerische Hilfe von professionellen Kräften können nicht einfach ins Ausland „mitgenommen“ werden – das ist schmerzhaft, denn je nach Pflegegrad und ambulanter oder stationärer Pflege können das zwischen125 und 2.005 Euro monatlich sein. Was die in Deutschland bestehende Pflegeversicherung aber auch ins EU-Ausland zahlt, ist das Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige – auch immerhin zwischen 316 und 901 Euro pro Monat.

          Niedrige Kosten, Pflegegeld und Nähe zu Deutschland: Polen als das gefragteste Pflegeland für Deutsche

          Lohnenswert ist in jedem Fall ein Blick auf unsere Nachbarn Polen und Tschechien, aber auch auf Slowenien und Ungarn. In diesen Ländern gibt es professionelle und zugleich günstige Einrichtungen: Weil die Lohn- und Lebenshaltungskosten niedrig sind, kostet die vollstationäre Pflege in Polen im Durchschnitt nur rund 1.200 Euro und damit deutlich weniger als in Deutschland und sogar weniger als in Thailand. Und weil diese Länder zur EU gehören, wird das Pflegegeld auch dort gezahlt. Zudem befinden sich viele Einrichtungen in Polen und Tschechien in der Grenznähe zu Deutschland und sind damit viel besser und schneller auch mit dem Auto oder dem Zug zu erreichen als die Länder Südeuropas. Ein weiterer Vorteil: Weil ohnehin viele ambulante Pflegekräfte in Deutschland aus Polen stammen, ist für einige die Hemmschwelle, seine Verwandten direkt in Polen betreuen zu lassen, niedriger.

          Vor einer Entscheidung: Vor- und Nachteile abwägen und Pflegeversicherer kontaktieren

          All diese Faktoren machen Polen und Tschechien zu den aktuell gefragtesten Pflegeländern für Deutsche. Gleichzeitig kann man aber kein Pauschalurteil über eine Pflege im Ausland fällen – so unterschiedlich wie die zu pflegenden Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Vor- und Nachteile in den jeweiligen Ländern. Es lohnt sich aber in jedem Fall, die unterschiedlichen Modelle und Möglichkeiten zumindest abzuwägen und für die eigene Situation durchzuspielen. Pflegebedürftige oder deren Angehörige sollten vorab außerdem auf jeden Fall die Pflegekasse oder ihre privaten Pflegeversicherer kontaktieren und prüfen, ob und wieviel Leistungen bei einer Pflege im jeweiligen Land gezahlt wird. Einen Nachteil wird es aber in jedem Fall geben – die Eltern oder Großeltern werden nicht in der gleichen Stadt leben. Wessen Familie aber ohnehin schon in Deutschland oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt verstreut lebt, für den wäre auch das kein Kriterium.

          Was Sie bei der Pflege im Ausland noch beachten müssen, können Sie im Pflege-Ratgeber nachlesen. Kunden der UKV können sich außerdem bei den UKV-Pflege-Experten informieren, welche Leistungen genau übernommen werden: 089 - 21 60 9010.

          Hier gelangen Sie zur Startseite des Ressorts "Best Ager" - Für Senioren und Angehörige.

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