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Schleichende Gefahr : 5 Tipps zum Umgang mit Gefäßerkrankungen

  • -Aktualisiert am

Die richtige Lebensweise unterstützt dabei, einer Gefäßerkrankung vorzubeugen. Bild: Monkey Business | Fotolia.com

Gefäßerkrankungen sind eine schleichende Gefahr. Häufig werden sie erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist.

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          Die fünf wichtigsten Fragen rund um Gefäßkrankheiten beantwortet Prof. Dr. med. Ernst Weigang, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Therapie im Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin.

          Gibt es Warnsignale, die auf eine Gefäßerkrankung hindeuten?

          Prof. Weigang: „Wenn wir uns auf die wesentlichen Gefäßerkrankungen beschränken, dann ist das zum einen die Verengung der Halsschlagader, der Aorta, die zum Schlaganfall führen kann. Hier sind lange Zeit keine Warnsignale zu verzeichnen. Wenn erste neurologische Probleme auftreten, d.h. Sensibilitätsstörungen oder motorische Störungen (die Beweglichkeit von Armen, Beinen, Füßen oder Händen ist gestört), ist das ein Frühwarnsignal. Oder aber plötzliche, einseitige Sehminderungen bis hin zur kurzzeitigen Erblindung, die wenige Sekunden anhält. Eine zweite, wesentliche Gefäßerkrankung wäre das Bauchschlagaderaneurysma – eine Aussackung der Bauchschlagader, die zum plötzlichen Tod des Patienten führen kann, wenn diese an der erkrankten Stelle platzt. Die Betroffenen spüren bedauerlicherweise meistens überhaupt keine Warnsignale. Wenn Sie Schmerzen haben, dann nicht, wie man denken könnte, im Bauchraum, sondern fühlt es sich eher an wie Rückenbeschwerden. Daher werden diese Patienten nicht selten fehlgeleitet und lassen sich beim Orthopäden wegen eines vermeintlich schmerzenden Lendenwirbels behandeln. Erst im Rahmen einer CT- oder MRT-Untersuchung wird dann festgestellt, dass es sich tatsächlich um eine Aussackung der Bauchschlagader handelt, die auf die Wirbelsäule und die hier austretenden Nerven drückt. Die dritte, häufige Gefäßerkrankung ist die „Periphere Arterielle Verschlusskrankheit“, im Volksmund „Schaufensterkrankheit“ genannt. Diese zeichnet sich aus durch Engstellen und Verschlüsse in den Becken- und Beingefäßen, die zu einer Minderdurchblutung der Beine führen, so dass die Patienten in den frühen Stadien der Erkrankung immer wieder stehen bleiben müssen, damit wieder Blut in die Beine gelangen kann. Eindeutige Warnsignale sind hier, dass die Gehstrecken immer kürzer werden oder wenn beim Gehen plötzlich in der Wadenmuskulatur krampfartige Schmerzen auftreten.“

          Muss ich mit Verdacht auf eine Gefäßerkrankung sofort einen Arzt aufsuchen?

          Prof. Weigang: „Wenn eines dieser Warnsignale auftritt, sollte der Betroffene sofort einen Arzt konsultieren. In der Regel reicht es aus, zunächst dem Hausarzt von seinem Problem zu berichten. Dieser entscheidet dann, ob er den Patienten zu einer weiterführenden Diagnostik und Therapie an einen Facharzt oder ein Gefäßzentrum überweist.“

          Ist bei Gefäßerkrankungen eine Operation notwendig?

          Prof. Weigang: „Nein, das ist nicht der Fall. Meistens ist keine Operation notwendig. Unserem Leitmotiv folgend, hier im Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg, versuchen wir die Patienten so lange es irgendwie geht, konservativ zu behandeln. Das heißt: Wir stellen den Blutdruck ein, wir verordnen blutverdünnende Medikamente und die Risikofaktoren werden minimalisiert. Zum Beispiel versucht man die Blutfette und Blutzucker zu reduzieren, teilweise auch medikamentös. Wenn das nicht mehr ausreicht, die Beschwerden stärker werden oder Gefahr besteht, dass die Schlagader platzt oder ein Schlaganfall droht, dann muss natürlich gehandelt werden. Zunächst versuchen wir minimalinvasiv mit Kathetern, Ballons und Stents, das Gefäßproblem zu behandeln. Erst wenn auch diese Maßnahmen nicht mehr helfen, wird bei uns im Gefäßzentrum die offene Operation in Erwägung gezogen. Also erst an letzter Stelle, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.“

          Sollte bei einer Gefäßerkrankung auch die Ernährung umgestellt werden?

          Prof. Weigang: „Das ist unbedingt zu empfehlen. Es gehört zu den Risikofaktoren, dass wir Nordeuropäer zu viel tierische Fette zu uns nehmen, insgesamt zu fett- und kohlenhydratreich essen. Man sollte versuchen, sein Gewicht zu reduzieren, mehr Sport zu treiben oder sich auf jeden Fall mehr zu bewegen. Das ist äußerst wichtig für die Prophylaxe und um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Man sollte eher auf mediterrane Kost umstellen: viel Obst und Gemüse zu sich nehmen und beim Kochen viel pflanzliche und weniger tierische Fette verwenden. Damit kriegt man schon relativ viel hin, ohne dass man gleich Medikamente nehmen muss. Reicht das nicht, dann würde als nächstes, wie bereits erwähnt, ergänzend eine medikamentöse Therapie verabreicht werden“.

          Wie kann ich einer Gefäßerkrankung vorbeugen?

          Prof. Weigang: „Zum Beispiel, wenn man die kardiovaskulären Risikofaktoren minimiert oder idealerweise ganz ausschaltet. Zu diesen Risikofaktoren gehören u.a. erhöhte Blutfette, erhöhter Blutzucker, hohe Blutdruckwerte, Nikotin, oder auch eine familiäre Belastung. Gegen letztere kann man natürlich nichts ausrichten. Aber man kann den Blutzucker durch eine gewisse Diät günstig beeinflussen, durch das Reduzieren von Zucker und Kohlenhydraten. Die Blutfettwerte können durch eine Umstellung auf mediterrane Kost günstig beeinflusst werden, wie eben bereits beschrieben. Und wer unter hohem Blutdruck leidet, kann versuchen, diesen durch Sport zu senken. Allerdings sind hier zur Vorbeugung einer weiteren Erkrankung häufig zusätzlich Medikamente notwendig. Auf das Rauchen sollte generell verzichtet werden.“

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