https://www.faz.net/-ioj-9dr15
Anzeigensonderveröffentlichung

Für Silver und Golden Ager : bestform. Sport kennt kein Alter

  • -Aktualisiert am

Gerätetest am Tag der Eröffnung des Trainingsraums im KWA Stift Rupertihof Bild: KWA

Technikgestütztes Training unter der wissenschaftlich-medizinischen Leitung von Prof. Martin Halle von der TU München, gefördert von der Beisheim Stiftung.

          4 Min.

          Mens sana in corpore sano – davon ist der 81-jährige Klaus Ehrhart überzeugt. Als Jugendlicher hat er sich für Leichtathletik begeistert, später dann für Volleyball, Skifahren und Wandern. Zusammen mit seiner Frau hat er im Urlaub die Natur oft zu Fuß erkundet, dabei schon mal 280 Kilometer in zehn Tagen zurückgelegt. Ehrhart war Lehrer für körperbehinderte Kinder.

          Reiten war ihre Passion – Gertrud Hoffmann ist für ihr Leben gerne geritten, ab Mitte 20 bis Mitte 60 täglich. Heute ist sie 78 Jahre alt. Um zu beweisen, dass sie nicht nur die Frau eines erfolgreichen Unternehmers ist und mehr kann als reiten, hat sie mit 30 eine Zahntechniker-Lehre gemacht und den Beruf dann auch über viele Jahre ausgeübt.

          Jahrzehnte für Renten und Rechnungen – Doris Engel hat 35 Jahre lang bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte gearbeitet, ab 1976 im Rechnungsprüfungsamt. In jungen Jahren hat sie oft bis Mitternacht gelernt, um beruflich voranzukommen. Sie machte Karriere, wurde diplomierte Verwaltungsrätin. Für sportliche Aktivitäten nahm sie sich wenig Zeit.

          Was Doris Engel, Gertrud Hoffmann und Klaus Ehrhart gemeinsam haben? Alle drei leben heute im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern, sehen sich oft im Café des Seniorenwohnstifts oder im Atrium, welches einen Blick auf den Wallberg freigibt, bei gutem Wetter auch auf die bunten Schirme von Gleitschirmfliegern, die in so manchem die Lust wecken, sich selbst so mühelos und heiter zu bewegen. Neuerdings treffen sie sich außerdem in einem Fitnessraum, der im Juni diesen Jahres hier eröffnet wurde.

          Das Konzept: Attraktive Räumlichkeiten, nutzerfreundliche Trainingsgeräte und ein wissenschaftlich fundiertes Bewegungsprogramm

          Die KWA Vorstände, Horst Schmieder und Dr. Stefan Arend, haben den Wunsch von Stiftsdirektorin Lisa Brandl-Thür nach einer professionell konzipierten Trainingsmöglichkeit für die Bewohner des Rupertihofs von Anfang an unterstützt und Umbaumaßnahmen zur Schaffung attraktiver Räumlichkeiten in die Wege geleitet – nachdem Professor Dr. Martin Halle von der Technischen Universität München (TUM) und die Beisheim Stiftung als Projektpartner gewonnen und mit gebündeltem Know-how sämtliche Anforderungen untersucht worden waren. Die Eröffnung fand großen Anklang. Sicher auch deshalb, weil etwas Besonderes damit verbunden ist: Der Trainingsraum steht ein halbes Jahr lang als „Think Lab“ einer sportmedizinischen Studie zur Verfügung.

          Unter der Leitung von Professor Halle, dem ärztlichen Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München, wird unter dem Namen „bestform. Sport kennt kein Alter“ ein universal einsetzbares Bewegungsprogramm für Senioreneinrichtungen entwickelt. Alle drei hier vorgestellten Senioren nehmen an der Studie teil, im Rupertihof insgesamt 30 Personen. Das Projekt wird in gleicher Form parallel am Diakoniewerk München-Maxvorstadt durchgeführt.

          Das Konzept und die Personen, die es vertreten, überzeugten die Verantwortlichen der Beisheim Stiftung in München. Sie fördert die Studie deshalb finanziell und ist gemeinsam mit der TUM auch in die strategische Entwicklung eingebunden.

          Repräsentanten von KWA und der Beisheim Stiftung mit Prof. Martin Halle (2. v. r.).
          Repräsentanten von KWA und der Beisheim Stiftung mit Prof. Martin Halle (2. v. r.). : Bild: KWA

          Im Bereich Sport will die Beisheim Stiftung neue und innovative Formate entwickeln, um junge und ältere Menschen für Sport und Bewegung zu begeistern. Gerade ältere Menschen sollen dabei unterstützt werden, ihre Vitalität und Selbstständigkeit auch im Alter zu bewahren. „Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist es uns als Beisheim Stiftung wichtig, Bewegung in das Thema Alter zu bringen“, sagt Dr. Toni Calabretti, Vorstand der Beisheim Stiftung. „Mit dem Projekt ‚bestform. Sport kennt kein Alter’ ermöglichen wir Menschen in Senioreneinrichtungen, aktiv zu werden und damit ihre körperliche und geistige Fitness zu stärken. Durch das Programm schaffen wir auch die gerade im Alter so wichtigen Gemeinschaftserlebnisse“, so Calabretti.

          Das Besondere: Selbstständiges Training auch im Rollstuhl möglich

          Jeder Studienteilnehmer wurde im Vorfeld gründlich untersucht, sodass alle eine große Sicherheit haben und die abschließende Untersuchung eine Veränderung von Gesundheitsparametern abbilden kann. In der Studienphase sind Mitarbeiter der TU München zweimal pro Woche vor Ort, weisen ein, leiten an, korrigieren bei Bedarf Sitzposition und Körperhaltung. Die in Abstimmung mit den Sportwissenschaftlern beschafften Trainingsgeräte können auch von Rollstuhlfahrern selbstständig genutzt werden, sind personenbezogen programmiert. Dabei sind auch individuelle Einschränkungen berücksichtigt. Sowie ein Studienteilnehmer den Startknopf drückt und sein Chip-Armband an das Gerät hält, startet das speziell auf ihn zugeschnittene Programm. Einfacher kann Technik nicht funktionieren.

          Anleitung durch eine Mitarbeiterin des bestform-Teams.
          Anleitung durch eine Mitarbeiterin des bestform-Teams. : Bild: KWA

          Doris Engel hat eine arthrotische Wirbelsäule. Vor drei Jahren hatte sie außerdem einen Oberschenkelhalsbruch. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl. Sie möchte aber gerne wieder laufen. Dazu macht sie bereits seit einiger Zeit Sitzgymnastik und Lauftraining. Sie hofft, dass das bestform-Training weitere Fortschritte bringt.

          Gertrud Hoffmann hat nach mehreren Rückenoperationen eine versteifte Wirbelsäule. Aufgrund von Lähmungserscheinungen in einem Bein nutzt sie einen Rollator. Sie sagt: „Mein Ziel ist, nicht in den Rollstuhl zu kommen.“ Osteopathie, Krankengymnastik und Lymphdrainage will sie fortführen, mit dem bestform-Training möchte sie außerdem möglichst viel Kraft aufbauen.

          Klaus Ehrhart hat vor vier Jahren seine sportlichen Aktivitäten komplett eingestellt – seiner Frau zuliebe. Sie war nicht mehr mobil, eine Demenz kam dazu. Er schenkte ihr seine ganze Aufmerksamkeit und Zuwendung. Im Frühsommer ist sie verstorben. So traurig er darüber ist: Jetzt will er wieder auf sich selbst schauen. Er sagt: „Ich möchte meine allgemeine Fitness wieder auf den Stand bringen, den ich vor vier Jahren hatte. Ich brauche Kraft, Ausdauer und eine Schulung der Koordination, zur Vorbeugung gegen Stürze.“

          Blick in den Trainingsraum im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern.
          Blick in den Trainingsraum im KWA Stift Rupertihof in Rottach-Egern. : Bild: KWA

          Die Motivation: Erhalt der Gesundheit, Gemeinschafts- und Glücksgefühl

          75 Prozent der Menschen, die Sport treiben, tun dies, um gesund zu bleiben – so das Ergebnis einer Umfrage, durchgeführt von statista, im August 2016 in Deutschland. Das Motiv „Gesundheit“ spielt auch bei den drei vorgestellten Personen eine große Rolle. Doch es gibt noch weitere Beweggründe. So sagt beispielsweise Doris Engel: „Schön ist, dass man beim Training auch mit Menschen zusammenkommt, die man sonst nicht sieht.“ Die gemeinsame Aktivität verbindet, kann Gespräche eröffnen, weiß auch Gertrud Hoffmann. Klaus Ehrhart möchte durch das Training auch sein Gewicht kontrollieren. Was für ihn aber noch bedeutsamer ist: „Wenn ich Sport treibe, empfinde ich ein großes Glücksgefühl.“

          Weitere Informationen zum wissenschaftlich-begleiteten Training im KWA Stift Rupertihof für Senioren aus dem Tegernseer Tal finden sie hier.

          Hier gelangen Sie zur Startseite des Ressorts "Best Ager" - Für Senioren und Angehörige.

          Topmeldungen

          Senioren profitieren von neuster Technik und genießen dabei Sicherheit und Komfort.

          Zukunft des Wohnens : Die smarte Seniorenresidenz?

          Technik kann vor Stürzen bewahren und Sorgen abnehmen: Wie altersgerechte Assistenzsysteme das Leben von Senioren erleichtern können.