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Abgasskandal : Die Kosten trägt der Autofahrer

  • -Aktualisiert am

Schall und Rauch: Der Abgasskandal und der vergessene Autofahrer Bild: BRR

Fahrverbote, Wertverlust, Schäden am Fahrzeug nach dem Software-Update – die Verbraucher stehen im Regen und die Manager kassieren Millionen!

          4 Min.

          An den Gammelfleisch-Skandal vor über zehn Jahren kann sich noch jeder gut erinnern. Selten hat Deutschland einen derartig dreisten Betrug am Verbraucher erlebt. In der Regel vertrauen wir bei der Aufklärung solcher Verbraucherskandale auf Medien und Politik. Doch wenn ein Skandal in einem Wirtschaftsbereich entsteht, wo die Lobby so stark ist, dass die Aufklärung blockiert und die Auswirkungen unter den Tisch gekehrt werden, verschwimmt das Bild von Recht und Unrecht schnell. So auch im Diesel-Abgasskandal.

          Auch nach drei Jahren kehrt in den ausgewachsenen Verbraucherskandal um manipulierte Dieselautos keine Ruhe ein: Immer mehr Hersteller reihen sich in die Riege der Betrüger ein. Die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge wächst stetig, immer mehr geheime Dokumente werden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Hier und da wird jemand festgenommen. Doch im Gegensatz zum Gammelfleisch-Skandal fällt eines auf – wirklich empört ist kaum jemand.

          Das könnte daran liegen, dass die Schönwetter-Kampagnen der Autoindustrie zünden. Denn auch wenn nur ein kleiner Teil der Bevölkerung dies wahrnimmt, die tatsächlich Leidtragenden des Dieselskandals sind die Autobesitzer.

          Über Dekaden wurden die hoch kriminellen Machenschaften der gesamten Branche öffentlich weggelächelt, um die Konsequenzen nun auf die Verbraucher abzuwälzen. Und diese sind schwerwiegend: Fahrverbote, Wertverlust, Fahrzeugstilllegungen, Schäden am Fahrzeug nach dem Software-Update.

          Wie kam es zu dem Skandal?      

          Aber von vorne – es begann mit VW. Der Betrug lag im Einbau einer sogenannten Abschalteinrichtung. Diese erkennt, ob sich das Fahrzeug gerade auf dem Prüfstand oder im eigentlichen Straßenverkehr befindet. So verändert sie entsprechend den Stickstoffausstoß (NOx) des Fahrzeugs, sodass die staatlichen Tests nicht negativ ausfallen und die EU-Grenzwerte nicht überschritten werden. Das Praktische daran war, dass die Hersteller nun jahrelang mit ihren “sauberen Dieseln” werben konnten und Rekordumsätze machten. Währenddessen überstieg die tatsächliche Stickstoffbelastung auf den Straßen, besonders in den Städten, die EU-Grenzwerte um ein Vielfaches. Die Belastung durch Stickoxide steht in Verbindung mit Krankheitsbildern wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfällen oder Asthma.

          Die Branche hat mit der Manipulation an sich bereits Kreativität bewiesen, da sollten auch der Dreistigkeit keine Grenzen gesetzt werden. So bewarb Mercedes seine Dieselfahrzeuge beispielsweise mit der geschmacklosen Botschaft “Für die Luft, die wir atmen”, darunter ein Bild, auf dem zwei Auspuffkörper eine Lunge formen, als Sahnehäubchen.

          Und bei den VW-Töchtern Audi und Porsche wurde einfach munter weiter manipuliert, als der Diesel Betrug längst aufgedeckt war. Dies führte dazu, dass nun auch die neuen Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 6 Schummeldiesel sind und teilweise bereits zurückgerufen werden mussten. Zurückgerufen deshalb, weil die Fahrzeuge mit der illegalen Software niemals hätten für die deutschen Straßen zugelassen werden dürfen. Davon zählen wir inzwischen etwa fünf Millionen Fahrzeuge in Deutschland, fast zwei Drittel davon stammen aus der VW-Familie.

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