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Nierenoperation : Roboterassistierte Nierenchirurgie

  • -Aktualisiert am

Mithilfe des DaVinci-Operationsroboters sind eine Vielzahl urologischer Operationen möglich. Bild: ©ASKLEPIOS

Der DaVinci-Operationsroboter wird weltweit zunehmend für ein breites Spektrum Urologischer Operationen eingesetzt.

          So bietet der Einsatz des Roboters besonders bei Nierenoperationen große Vorteile. Prof. Dr. Roman Ganzer ist Chefarzt an der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und Spezialist für Urologie und roboterassistierte Operationen. Er beantwortet die wichtigsten Fragen zu DaVinci-Operationen an der Niere.

          Welche Eingriffe an der Niere können roboterassistiert vorgenommen werden?

          Prof. Ganzer: „Die großen Vorteile der Operationen mit dem DaVinci sind der geringe Blutverlust und dass sich durch die schonende Methode der stationäre Klinikaufenthalt der Patienten deutlich verkürzt. Natürlich ist auch das kosmetische Ergebnis ein Vorteil, da nur punktförmige Narben durch die Zugänge für die Roboterarme zurückbleiben. Bei uns in der Urologie Bad Tölz setzen wir den DaVinci unter anderem für Nierenteilresektionen bei Nierenkrebs ein. Des Weiteren bei Nierenbeckenplastiken, also verengten Harnleiterabgängen, und in der Steinchirurgie. Zusätzlich erfolgt die Therapie von Nierenbecken- bzw. Harnleiterkrebs in unserer Abteilung standardmäßig mit dem DaVinci, wobei neben Niere, Harnleiter und Lymphknoten auch ein Stück der Harnblase entfernt wird. Es ist auch möglich, Nierentransplantationen roboterassistiert auszuführen, allerdings wird dies weltweit nur in wenigen spezialisierten Zentren praktiziert. Wir operieren die meisten Nierenzellkarzinome mit dem DaVinci. Hier wird das Ziel verfolgt, neben einer kompletten Tumorentfernung so viel gesundes Nierengewebe wie möglich und damit auch die Nierenfunktion zu erhalten. Zahlreiche Studien haben belegt, dass durch den Erhalt der Nierenfunktion das Risiko, Herz-Kreislauferkrankungen zu bekommen, reduziert wird, was sich wiederum positiv auf das Gesamtüberleben der Patienten auswirkt. Der Operationsroboter ermöglicht es uns, durch die gute 3D-Sicht und die präzise Instrumentenführung mit sieben Freiheitsgraden selbst große und komplexe Tumore gut und sicher zu entfernen. Zudem verkürzt sich mit dem DaVinci auch die sogenannte ‚warme Ischämiezeit’, also die Zeit, in der die Niere von der Blutzufuhr abgeklemmt ist. Je kürzer diese warme Ischämiezeit ist, desto besser. Und genau das gelingt uns mit Hilfe der roboterassistierten Nierenchirurgie.“

          Welche Arbeitsschritte „erledigt“ der Roboter, welche erfolgen manuell?

          Prof. Ganzer: „Der Operationsroboter arbeitet nicht selbständig, sondern wird von einer Konsole aus gesteuert. Um die Roboterarme anzuschließen, werden manuell mehrere Trokare (Hülsen) eingeführt. Durch einen dieser Trokare wird die Kamera eingeführt, einer ist für den Assistenten bestimmt und drei Trokare sind für die Roboterarme und deren Instrumente vorgesehen. Bei Tumoren, die sehr tief in der Niere liegen, setzen wir eine Ultraschallsonde ein, deren Bilder direkt auf den Konsolenbildschirm übertragen werden. Dadurch können wir die Grenze zwischen Tumor und gesundem Gewebe genau erkennen, den Tumor entfernen und das Tumorbett anschließend mit einer Naht verschließen. Der DaVinci ermöglicht uns beste Sicht auf den Operationsbereich und dank der manuellen Steuerung können wir äußerst präzise präparieren, schneiden und auch rekonstruieren. Auf diese Art und Weise wird das Nierengewebe geschont und seine Funktion möglichst erhalten.“

          Kommt der DaVinci auch zum Einsatz, wenn eine Entfernung der Niere notwendig ist?

          Prof. Ganzer: „Bei starkem Tumorbefall oder einer Schrumpfniere mit vollständigem Funktionsverlust ist eine Nephrektomie, eine operative Entfernung der Niere, erforderlich. Dieser Eingriff wird bei uns minimalinvasiv mit Hilfe der 3D-Laparoskopie durchgeführt. Der Einsatz des DaVinci bringt bei dieser Operation keine Vorteile. Allein die Kosten für Einweg-Materialien liegen bei roboterassistieren Eingriffen bei rund 1.200 Euro. Auch ein offener Zugang bei einer Nephrektomie wird möglichst vermieden, da die Gefahr von Lähmungen der Bauchwand durch Nervenverletzungen oder Hernien (Rissen) besteht. Nur bei sehr großen Tumoren mit Gefäßthromben ziehen wir eine offene Operationsmethode in Erwägung.“

          Ist der Einsatz des DaVinci-Operationsroboters beim Abtragen von Nierenzysten sinnvoll?

          Prof. Ganzer: „Nierenzysten sind häufig harmlos und verursachen keine Beschwerden. Wenn sie sehr groß werden, können sie auf den Harnleiter drücken, Abflussbeschwerden und Schmerzen in der Flanke auslösen. Normalerweise ist ein laparoskopischer Eingriff hier die erste Wahl. Bei komplizierter Lage oder einer nicht eindeutigen Diagnose würde man den DaVinci einsetzen. Eine Nierenzyste kann relativ einfach abgetragen werden. Bei Tumoren muss man dagegen äußerst vorsichtig vorgehen, um ein Streuen einzelner Zellen zu vermeiden.“

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