https://www.faz.net/-isq-9o506
Anzeigensonderveröffentlichung

Herzbildgebung : High-Tech-CT statt Katheter

  • -Aktualisiert am

Das Verfahren moderner Herzbildgebung eignet sich auch für Patienten mit Platzangst. Bild: ©Prof. Dr. med. Johannes Görich

Hochauflösende, strahlungsarme und schnelle Computertomografen bieten gegenüber der herkömmlichen Katheteruntersuchung einige Vorteile.

          Hochauflösende, strahlungsarme und schnelle Computertomografen können bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung genauere Befunde liefern als eine herkömmliche Katheteruntersuchung der Blutgefäße, sagt Prof. Dr. med. Johannes Görich, Spezialist für Radiologie am Radiologischen Zentrum Heidelberg.

          Welche Vorteile bietet eine moderne Herzbildgebung im Vergleich zu einer Katheteruntersuchung?

          Prof. Görich: „Bei der Bildgebung per Katheter wird nur am durchströmten Blutgefäß überprüft, ob eine Engstelle sichtbar ist. Eine Katheteruntersuchung erfolgt invasiv durch Punktion einer Arterie. Das birgt immer das Risiko von Infektionen, lokalen Blutungen oder sogar Herzinfarkten, die durch die Untersuchung ausgelöst werden können. Bei einer Bildgebung mit einem modernen Computertomografen (CT) der neuesten Generation, wie wir ihn hier im Radiologischen Zentrum Heidelberg zur Verfügung haben, besteht dieses Risiko nicht. Und wir können bei einer CT-Koronarangiografie (CTA) nicht nur Engstellen der Gefäße diagnostizieren, sondern wir sehen auch Frühformen der Arteriosklerose, wie weiche Plaques durch Einlagerung von Cholesterin in der Arterienwand, auch wenn sie noch keine Gefäßenge verursachen. Mehr als 60 Prozent aller Herzinfarkte werden durch aufbrechende Plaques ohne Gefäßenge ausgelöst. Diese Vorstufen sind im CT, nicht aber bei einer Katheteruntersuchung erkennbar.“

          Wie belastend sind CT-Untersuchungen der Herzkranzgefäße für die Patienten?

          Prof. Görich: „Wenn sich mal ein Patient beschwert, dann darüber, dass er oder sie vor der Untersuchung auf Kaffee verzichten muss. Das Kontrastmittel wird über einen Venenzugang meist in der Ellenbeuge eingeleitet. Falls der Herzschlag zu hoch ist, verabreichen wir einen Blutdrucksenker. Zudem verwenden wir Nitrospray, um die Gefäße zu weiten. Die Untersuchung wird zudem sehr strahlungsarm durchgeführt. Das Verfahren ist auch für Patienten mit Platzangst geeignet. Das CT-Force besitzt eine große Geräteöffnung, die Darstellung der Herzkranzgefäße dauert nur wenige Sekunden.“

          Kommt die CT-Angiografie nur bei Verdacht auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße in Frage oder auch als Vorsorgeuntersuchung?

          Prof. Görich: „Im englischsprachigen Raum ist die CT-Angiografie eine anerkannte Methode zur Diagnostik der koronaren Herzerkrankung (KHK), bei uns in Deutschland leider nicht. Das heißt, sie ist nicht im Leistungskatalog der Krankenversicherungen enthalten. Wir führen sie nur bei Zuweisung und Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung durch. Sie ist das einzige Verfahren, dass eine koronare Herzerkrankung sicher nachweisen oder ausschließen kann. Das kann keine andere Methode. In unserem vorselektionierten Patientenkollektiv hat die überwiegende Mehrheit eine KHK. Da Rauchen ein anerkannter Risikofaktor nicht nur für die koronare Herzerkrankung, sondern auch für das Bronchialkarzinom darstellt, wird die Lunge in der Regel in derselben Untersuchung mit abgeklärt.“

          Wie aussagekräftig sind die gewonnenen Bilder: Nicht jede Engstelle im Blutgefäß verursacht automatisch Probleme?

          Prof. Görich: „Das ist richtig. Vorteil der Computertomografie ist sicherlich, dass wir Frühformen der koronaren Herzerkrankung darstellen können. Diese weichen Gefäßwandveränderungen durch Cholesterinplaques sind möglicherweise durch eine adäquate medikamentöse Therapie mit lipidsenkenden Medikamenten reversibel. Wir haben das auch schon im CT beobachtet. Allerdings ist die Studienlage zur Zeit noch sehr dünn.“

          Welche Chancen sehen Sie für die CT-Herzbildgebung in der Zukunft?

          Prof. Görich: „Ich bin ziemlich sicher, dass die CT-Diagnostik zur Herz-Lungen-Vorsorge kommen wird, vielleicht dauert es aber noch zehn Jahre. Obwohl die hohen Ausgaben für medizinische Leistungen in Deutschland mit 41 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen, rangiert Deutschland bei der Lebenserwartung innerhalb der EU auf Platz 18 von 28. Da ist deutlich Luft nach oben, wenn Ressourcen besser eingesetzt werden. Und die Möglichkeiten der nicht-invasiven CT-Bildgebung entwickeln sich laufend fort: Die Geräte der nächsten Generation werden eine noch bessere Auflösung haben, noch weniger Strahlung verwenden. Die Methode wird noch schneller werden. Zudem kann in einer Untersuchung nicht nur die Beschaffenheit des Gefäßes, sondern auch die hämodynamische Konsequenz einer Gefäßenge und die Auswirkung auf den Herzmuskel bewertet werden – und das alles in einer Untersuchung. Diese phantastischen Möglichkeiten sollten wir zum Nachweis von Frühformen der koronaren Herzerkrankung nutzen, um rechtzeitig therapeutisch gegensteuern zu können.“

          Hier gelangen Sie zur Startseite des Ressorts "Best Ager" - Für Senioren und Angehörige.

          Topmeldungen