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Gerechte Gesundheitsversorgung : Das Begutachtungsverfahren des MDK

  • -Aktualisiert am

In einem Begutachtungsverfahren stellt der MDK den Grad der Pflegebedürftigkeit einer Person fest. Bild: ©Freepik

Pflegebedürftigkeit tritt in unterschiedlicher Form auf. Ihr genaues Ausmaß sowie die nötigen Vorgehensweisen werden im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens ermittelt.

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          Wird eine Person plötzlich pflegebedürftig, stellt sich die Frage nach entsprechenden Pflegemaßnahmen sowie der Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung durch die Pflegekasse. Anspruch auf Kassengelder besteht allerdings nur, wenn eine dauerhaft anerkannte Pflegebedürftigkeit vorliegt. Das bedeutet: Eine Person muss seit mindestens sechs Monaten auf Pflege bzw. Unterstützung angewiesen sein. Ob diese Voraussetzung zutrifft, zeigt sich im Rahmen einer individuellen Begutachtung. Dabei spielt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) eine zentrale Rolle.

          Aufgaben des MDK

          Der MDK setzt sich im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen für die Gesundheitsversorgung in Deutschland ein. Dabei ist er für zahlreiche Aufgabenfelder zuständig, wie beispielsweise für die Feststellung einer eventuellen Arbeitsunfähigkeit, die Durchführung von Qualitätsprüfungen in stationären Einrichtungen und die Bewilligung von Arzneimitteln. Die Hauptaufgabe des MDK besteht jedoch in der Begutachtung von Pflegebedürftigen. Dabei wird geklärt, inwieweit ein Betroffener auf die Hilfe, Unterstützung und Pflege durch eine andere Person angewiesen ist.

          Vorbereitung auf den Hausbesuch des MDK

          Um einen Termin zur Pflegebegutachtung Ihres Angehörigen zu erhalten, müssen Sie zunächst einen Antrag auf Pflegeleistungen bei Ihrer Pflegekasse stellen. Anschließend beauftragt die Pflegekasse den MDK, ein Gutachten zu formulieren. Dafür ist es notwendig, dass sich der Gutachter im Rahmen eines Hausbesuches ein umfassendes Bild von der gesamten Alltags- und Pflegesituation des Betroffenen macht.

          Es ist ratsam, als nahestehende Person bei diesem Besuch anwesend zu sein. Denn hier hat man die Gelegenheit, verschiedene Perspektiven und Eindrücke zu schildern: Was kann der Betroffene noch selbstständig bewerkstelligen? Bei welchen Tätigkeiten stößt er auf besondere Schwierigkeiten? Und wobei braucht er Unterstützung? Je detaillierter Sie von der Pflegesituation berichten, desto genauer wird auch die Empfehlung des Gutachters ausfallen.

          Zudem ist es hilfreich, vorhandene Arzt- und Krankenhausberichte, einen Medikamentenplan oder die Pflegedokumentation eines ambulanten Pflegedienstes griffbereit zu halten. Auch diese Informationen können die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit beeinflussen.

          Begutachtungsverfahren bei Pflegebedürftigkeit

          Die Begutachtung des MDK dauert ungefähr 60 Minuten. Währenddessen stellt eine speziell ausgebildete Pflegefachkraft, ein Arzt oder eine Ärztin fest, wie selbstständig die betroffene Person ist und welchen Einschränkungen sie im Alltag begegnet. Dazu spricht der Gutachter zunächst mit der pflegebedürftigen Person und anschließend auch mit den anwesenden Angehörigen.

          Bei der Bewertung der Selbstständigkeit und Ermittlung des passenden Pflegegrades werden sechs verschiedene Lebensbereiche betrachtet:

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