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Philippinen: Die konsumfreudige
Mittelschicht wächst

Die Verlagerungen von Dienstleistungen sowie große Infrastrukturprojekte treiben die Wirtschaft der Philippinen. Zudem sorgt die wachsende Mittelschicht für eine steigende Nachfrage bei Konsumgütern – insbesondere bei Lebensmitteln.

ie leben auf den Philippinen – ihr Biorhythmus richtet sich jedoch nach den Arbeitszeiten in den USA. Sie sind jung, gut ausgebildet, flexibel und ehrgeizig. Die Rede ist von den mehr als einer Million Filipinos, die in ihrer Heimat in englischsprachigen Callcentern arbeiten – nirgendwo sonst gibt es so viele davon wie in dem asiatischen Land. Die Mitarbeiter helfen amerikanischen Kunden zum Beispiel bei Problemen an technischen Geräten wie Autos und Computern. Die Philippinen haben sogar Indien als Hauptstandort englischsprachiger Callcenter überholt. Grund dafür ist ihr oft akzentfreies amerikanisches Englisch. Kein Wunder, war das Land im Westpazifik doch einst eine amerikanische Kolonie.

Dr. Martin Henkelmann

Herausforderungen und Chancen in den Asean Staaten

Die englischsprachigen Callcenter stehen für den boomenden Dienstleistungssektor des Landes, der heute rund 60 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) beiträgt. Das Business Process Outsourcing (BPO) ist dabei der lukrativste und am schnellsten wachsende Bereich – bei Gehältern zwischen 250 und 700 US-Dollar monatlich. Neben den Callcentern werden zahlreiche andere Backoffice-Aufgaben wie Finanz-, Personal- und IT-Dienstleistungen auf die Philippinen ausgelagert. Davon profitieren auch deutsche Konzerne. So hat Bosch Service Solutions in Manila ein eigenes Callcenter. Bayer hat seine Buchhaltung auf die Philippinen verlagert. Weitere international tätige deutsche Konzerne wie Bertelsmann, Boehringer, Henkel, Lufthansa, Mercedes-Benz Group und Merck sind ebenfalls hier vertreten. Die philippinische Regierung unterstützt die Ansiedlung von Outsourcing-Firmen mit Investitionsanreizen.

Die Nachfrage der jungen, urbanen Bevölkerung nach hochwertigen und importierten Lebensmitteln wächst sehr stark.

Die boomende Wirtschaft, die mit 5,7 Prozent 2018 niedrige Arbeitslosenquote, die geringe Staatsverschuldung und die stetig wachsende Mittelschicht unterstützen den Wohlstand des Landes. Ob dieser Trend anhält, hängt besonders von der künftigen Infrastruktur ab. Für deren Ausbau will der Staat 160 Milliarden US-Dollar unter dem Motto „Build, Build, Build“ investieren. Geplant sind Großprojekte wie Flughäfen, Seehäfen, Bahnlinien, Straßen, Kraftwerke, Wasserprojekte und Flutschutzmaßnahmen. Das Programm „Build, Build, Build“ soll zum größten Vermächtnis des Präsidenten Rodrigo Duterte werden, ausländische Investoren anlocken und neue Arbeitsplätze im Inland schaffen.

„An diesen Investitionen können auch deutsche Unternehmen partizipieren“, sagt Martin Henkelmann, Geschäftsführer der Deutschen Außenhandelskammer (AHK) in Manila. Denn die Projekte werden öffentlich ausgeschrieben. „Die Unternehmen können mit den philippinischen Firmen vor Ort Kontakt aufnehmen – unter anderem über die Deutsch-Philippinische Handelskammer“, erklärt Henkelmann. Der Bauboom bietet ausländischen Unternehmen Chancen. Sowohl bei der Lieferung von Maschinen und Materialien, als auch bei der Expertise für Planung und Instandhaltung.

Die Versorgung mit ausreichend Baumaterialien wie Stahl oder Zement ist für die Philippinen eine enorme Herausforderung. Nach Angaben des staatlichen Board of Investments und der Beratungsfirma Cement Business Advisory droht dem Land ein Zementmangel. Bereits 2016 mussten 1,6 Millionen Tonnen importiert werden, um den Bedarf von 26 Millionen Tonnen zu decken. Bis 2025 könnte sich das Defizit – je nach Wachstumsszenario – bis auf 12 bis 37 Millionen Tonnen erhöhen. Darüber hinaus importieren die Philippinen Baumaschinen in großem Stil. Deutsche Anbieter wie Bauer und Wacker Neuson sind erfolgreich im Markt vertreten. BASF hat Ende 2016 damit begonnen, vor Ort Bauchemie zu produzieren. Von Knauf ging ein Werk für die Gipsplattenherstellung 2018 in Betrieb. Für die Ausstattung von Wohnungen und Hotels im mittleren und hochpreisigen Segment werden über Ausschreibungen komplette Lösungen gesucht. Dabei kommen bereits Möbel-, Küchen- und Sanitäranbieter aus Deutschland zum Zuge.

 

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Wie in anderen asiatischen Schwellenländern verändert die wachsende Mittelschicht auch das Konsumverhalten der Menschen. So spielen Backwaren neben Reis eine immer größere Rolle, Restaurantbesuche nehmen zu. Die Mittelschicht der Philippinen wächst jedes Jahr um 200.000 bis 300.000 Menschen. Im Schnitt sind die Filipinos 24 Jahre alt. Viele junge Leute ziehen in die Städte. „Die Nachfrage der jungen, urbanen Bevölkerung nach hochwertigen und importierten Lebensmitteln wächst sehr stark“, konstatiert Martin Henkelmann.

Nahrungsmittel werden zunehmend importiert. Die deutschen Exporte expandierten 2017 um 22 Prozent auf rund 220 Millionen Euro. Die wichtigsten Nahrungsmittellieferungen in die Philippinen sind dabei Fleisch und Milchprodukte. Milch und Butter „Made in Germany“ finden sich deshalb regelmäßig in den Supermärkten wieder. Langnese wagte 2017 den Markteintritt mit Honig. „Kosmetik- und Healthcare-Produkte spielen beim steigenden Konsum ebenfalls eine wichtige Rolle“, ergänzt Henkelmann. Er berichtet, dass deutsche Unternehmen auf den Philippinen mit ihren Produkten häufig „über gute, zuverlässige Vertriebspartner in das Supermarktregal“ gelangen.

Während die Philippinen Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Kosmetik- und Gesundheitsprodukte verstärkt importieren, ist die Elektronikindustrie mit einem Ausfuhranteil von 45 Prozent der wichtigste Exportzweig des asiatischen Landes. Die Philippinen sind bereits seit den 1990er Jahren ein wichtiger Standort für die Montage elektronischer Bauteile – vor allem für amerikanische und japanische Unternehmen. Bei den Ausfuhren machen Halbleiter den Löwenanteil aus. Sie standen 2017 für knapp drei Viertel der Exporte. Die größten Teilelieferanten sind Südkorea und Taiwan. Die Elektronikindustrie könnte, wie viele weitere Branchen, von der wirtschaftsfreundlichen Reformagenda der aktuellen Regierung profitieren.

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 27.08.2019 09:10 Uhr