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Malaysia: Auf dem Weg zur Wirtschaft 4.0

Ein Technologiestandort ist Malaysia schon länger. Mit der „National Policy on Industry 4.0” strebt das Land nun auch stark in Richtung Digitalisierung.

er Malaysias Zukunftsvisionen sehen will, muss nach KLCC gehen, Kuala Lumpurs Vorzeigeviertel. Wolkenkratzer an Wolkenkratzer reihen sich hier aneinander, und nicht nur Touristen, auch Malaysier vom Lande legen hier den Kopf ehrfürchtig in den Nacken, um die architektonischen Wunder zu bestaunen. Das zentrale Vorzeigestück sind die Petronas Twin Towers, 452 Meter hoch, ästhetisch schlank und wahrscheinlich die elegantesten Hochhaustürme der Welt. Futuristisch strahlen sie in den Abendhimmel, während nur wenige hundert Meter weiter Schwaden von Grillrauch über den Nachtmarkt von Bukit Bintang wehen und sich mit einem Hauch von Durian, Stinktofu und tropischen Blumen vermischen: malaysische Gegensätze für alle Sinne – und typisch für das Land.

Genauso wie die multikulturelle Bevölkerung: Nur 68,8 Prozent sind Malaien, 23,2 Prozent sind chinesischer Abstammung und sieben Prozent indischer Herkunft. Dazu kommen die rund ein Prozent Ureinwohner meist in den Provinzen Sabah und Sarawak auf Borneo. Im Alltag leben sie eher nebeneinander als miteinander. Dies könnte sich jedoch ändern, denn politisch hat das Land gerade erst ein regelrechtes Beben erlebt: Erstmals seit der Unabhängigkeit 1957 gelang es dem Oppositionsbündnis Pakatan Harapan (Bündnis der Hoffnung), 2018 die Regierung zu übernehmen und die nationalkonservative UMNO (United Malays National Organisation) zu verdrängen. Diese setzte jahrzehntelang auf die Vorherrschaft der Malaien – zum Unmut aller anderen Bevölkerungsgruppen.

Der politische Wechsel macht sich auch in der Stimmung unter den deutschen Investoren in Malaysia bemerkbar. Fast die Hälfte aller Befragten erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine positive Geschäftsentwicklung, so der AHK World Business Outlook vom Juni 2019, immerhin rund 40 Prozent gehen von einer stabilen Lage aus. Man muss dazu sagen: Lange Zeit stand das Land mit seinen 32 Millionen Einwohnern als Rohstofflieferant im Schatten des Nachbarstaates Singapur. „Doch Malaysia hat sich längst zu einem Technologiestandort entwickelt, der vor allem für Unternehmen der Computerbranche, Umwelttechnologie und Konsumgüterindustrie sehr gute Chancen bietet“, erklärt Max Steinert, Senior Vice President, German Desk ASEAN, bei der britischen Großbank HSBC.

Doch Malaysia hat sich längst zu einem Technologiestandort entwickelt, der vor allem für Unternehmen der Computerbranche, Umwelttechnologie und Konsumgüterindustrie sehr gute Chancen bietet.

Längst gehört Malaysia international zu den führenden Herstellern von Halbleitern und Solarpanels – mit 37 Prozent bilden elektrische und elektronische Produkte das Gros der malaysischen Exporte. Interessanterweise macht die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Land selbst trotzdem bisher nur zwei Prozent aus. Bis 2025 will diese neue Regierung den Anteil auf 20 Prozent steigern.

Zugleich investiert Malaysia unter dem Schlagwort Malaysia 4.0 enorm in die Digitalisierung und Automatisierung. Im Alltag ist sie schon angekommen: Kinokarten gibt es online, der öffentliche Nahverkehr nutzt eine gemeinsame Karte, die digital gelesen wird, und an den Mautstationen wählen die Autofahrer zwischen mehreren digitalen Bezahlsystemen. Mit Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent boomt der Internethandel und hat noch enormes Entwicklungspotential: Mehr als 20 Prozent sollen es nach Plänen der Regierung bis 2020 werden. Die technischen Voraussetzungen sind jedenfalls da: Mehr als 85 Prozent aller Haushalte verfügen über einen Breitbandanschluss.

Doch auch in der verarbeitenden Industrie will die Regierung die Industrie 4.0 fördern. Mit Programmen wie der Initiative „eCommerce Strategic Roadmap“ und der „Digital Free-Trade Zone“, einer Kooperation zwischen der chinesischen Alibaba-Gruppe und der zentralen staatlichen Agentur Malaysia Digital Economy Corp, wurden sie bereits in den letzten Jahren gefördert. Im November 2018 brachte die Regierung schließlich die „National Policy on Industry 4.0” auf den Weg.

Die Ziele sind klar formuliert: Malaysia wünscht sich eine 30-prozentige Erhöhung der Produktivität in der verarbeitenden Industrie und will den Anteil der hochqualifizierten Arbeitnehmer in diesem Sektor von 18 Prozent auf 30 Prozent steigern. „Gerade für deutsche Unternehmen ergeben sich hier Chancen, da die Expertise auf dem heimischen Markt noch vergleichsweise gering ist. Nicht zuletzt gilt Deutschland in dieser Hinsicht als Vorbild und gehört ohnehin zu den größten Investoren in Malaysia“, unterstreicht Max Steinert.

 

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Nicht nur bei der Digitalisierung, auch im Bereich der Konsumgüter konnte sich Malaysia 2018 extrem positiv entwickeln: Zum ersten Juni 2018 wurde die unbeliebte Mehrwertsteuer Goods and Services Tax abgeschafft, was vor allem hochpreisige Konsumgüter wie Kraftfahrzeuge erschwinglicher machte. Die Verbraucher bedanken sich mit einem regelrechten Kaufrausch. Einen kleinen Dämpfer gab es jedoch, als im September 2018 dafür die neue Sales and Services Tax eingeführt wurde, die jedoch mit bis zu zehn Prozent für Waren und sechs Prozent für Dienstleistungen ein gutes Stück unter der Vorgängerin liegt.

In Anbetracht der genannten Entwicklungen sind die wirtschaftlichen Voraussagen für 2019 gut: Das Malaysian Institute of Economic Research (MIER) prognostiziert zwar einen „nur“ 4,5-prozentigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, doch die Gründe dafür liegen in der Vergangenheit: Die aktuelle Regierung arbeitet den Finanzskandal um die staatliche Investmentgesellschaft „1Malaysia Development Berhad“ auf, die in undurchsichtigen Geschäften Verluste von etwa 11 Milliarden USD gemacht haben soll. Viele infrastrukturelle Großprojekte waren in den vergangenen Jahren unter dubiosen Voraussetzungen vergeben worden. Diese werden nun genauestens überprüft.

Mit Erfolg: Zwar wurden einige Großprojekte wie das High Speed Rail Project von Kuala Lumpur nach Singapur verschoben, andere Projekte mit chinesischen Partnern wurden jedoch nachverhandelt. So konnte die malaysische Regierung die Kosten für die von der Export-Import Bank of China finanzierte Ostküsten-Eisenbahnstrecke East Coast Rail Link von 15,9 Milliarden USD auf 10,7 Milliarden USD reduzieren. Andere Großprojekte wie der Trans-Borneo Highway werden wie geplant fortgeführt. Bis zum Jahr 2024 will Malaysia in die Ränge der voll entwickelten Industrienationen aufsteigen, eine moderne Infrastruktur ist da unerlässlich.

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 27.08.2019 11:05 Uhr