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Indonesien
das Schwergewicht in ASEAN

Indonesiens Wirtschaftskraft beruht längst nicht mehr allein auf dem Export von Rohstoffen. Die Industrieproduktion legt kräftig zu, und milliardenschwere Start-ups rollen den Markt auf.

er Verkehr fließt nur zäh, auf den Straßen von Jakarta herrscht mal wieder Stau. Wer zur Rush Hour mit dem Auto in Indonesiens Hauptstadt unterwegs ist, braucht sehr viel Geduld. Doch es geht auch anders. Ein paar Klicks auf dem Smartphone, und eine Viertelstunde später hält ein Motorad-Taxi am Straßenrand. Geschickt schlängelt sich der Fahrer mit seinem Kunden auf dem Rücksitz durch die endlosen Autokolonnen.

Go-Jek heißt die Firma, für die der Mann arbeitet. Das Unternehmen, 2010 gegründet, hat eine Revolution im Straßenverkehr der indonesischen Metropolen ausgelöst. Mittlerweile arbeiten mehr als eine Million Fahrer für den Taxi-Service. Go-Jek bietet aber nicht nur Fahrdienste an. Die Firma befördert ebenfalls eilige Dokumente, bringt auf Wunsch einen Becher Cappuccino vorbei und hat sogar einen eigenen Bezahldienst.

Vor fünf Jahren wagte Go-Jek den Gang an die Börse, dabei wurde das Unternehmen mit umgerechnet 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Damit ist das Start-up ein Unicorn, wie sie im Silicon Valley sagen. Inzwischen gibt es in Indonesien drei weitere Einhörner, also junge Unternehmen mit einem Börsenwert von mindestens einer Milliarde Dollar. Das Land hat mittlerweile mehr Start-ups vorzuweisen als Malaysia, Singapur oder andere Staaten im ASEAN-Raum.

Das Beispiel zeigt: Längst ist Indonesien kein rückständiges Entwicklungsland mehr, dessen Wirtschaft überwiegend auf der Förderung von Rohstoffen beruht. Die Ausfuhr von Agrarprodukten wie Kaffee und Palmöl, von Metallen wie Kupfer und Nickel spielt zwar immer noch eine große Rolle. Doch zunehmend rücken Industrieprodukte wie Haushaltsgeräte und Textilien in den Vordergrund.

Die benötigten Maschinen und Technologien muss das Land aus Mangel an einheimischen Herstellern zum allergrößten Teil importieren.

Um den Aufbau einer international wettbewerbsfähigen Industrie zu beschleunigen, entwickelte die Regierung den Masterplan „Making Indonesia 4.0“, der im April 2018 vorgestellt wurde. Ziel ist es, die Automation in den Zehntausenden von Industriebetrieben des Landes voranzutreiben. „Die benötigten Maschinen und Technologien muss das Land aus Mangel an einheimischen Herstellern zum allergrößten Teil importieren“, sagt Max Steinert, Senior Vice President, German Desk ASEAN, bei der britischen Großbank HSBC. Da winken gewaltige Chancen für Lieferanten aus Industrieländern – zumal Indonesien mit einem Sozialprodukt von rund einer Billion Dollar die größte Volkswirtschaft der ASEAN-Region ist.

Die deutschen Hersteller verstehen das Potential zu nutzen. Dies gilt vor allem für den Maschinenbau. So liefert die GEA-Gruppe aus Bochum Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie, die für rund 30 Prozent der gesamten industriellen Produktion Indonesiens steht. Dürkopp-Adler aus Bielefeld bietet Nähmaschinen für die Textilindustrie an. Längst ist auch Trumpf, ein weltweit führender Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasertechnik, in Indonesien präsent. Dort sollen die Aktivitäten künftig intensiviert werden, kündigte die Geschäftsleitung des schwäbischen Unternehmens unlängst an. 2018 erzielten die deutschen Maschinenbauer in Indonesien Umsätze von rund 800 Millionen Euro – zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Ebenfalls gut im Geschäft ist die deutsche Chemie-Industrie. Gefragt sind in Indonesien vor allem petrochemische Grundstoffe. Für die Einfuhr solcher Erzeugnisse werden jedoch Lizenzen benötigt, die nicht immer leicht zu bekommen sind. Auch aus diesem Grund entschied sich BASF dafür, im Lande selbst zu produzieren. Das Unternehmen aus Ludwigshafen betreibt mittlerweile vier Chemie-Anlagen in dem Inselstaat. 2018 erzielte BASF in Indonesien Umsätze von insgesamt rund 500 Millionen Euro.

Ein besonders hohes Wachstum erwarten Experten für die Pharmazie. Die indonesische Regierung hat 2014 eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt. Seither erlebt die Gesundheitsversorgung einen anhaltenden Aufschwung. Laut der Indonesian Pharmaceutical Association soll der Umsatz mit Arzneimitteln 2020 ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar erreichen, nahezu viermal so viel wie 2015.

Zugleich werden neue Krankenhäuser gebaut und alte Hospitäler von Grund auf renoviert. Das treibt die Nachfrage nach moderner Medizintechnik an. Deutsche Lieferanten wie B. Braun und Siemens Healthineers haben in der Medizintechnik in Indonesien einen Marktanteil von 18 Prozent. Bei Computertomographen und anderen Großgeräten sind es laut Germany Trade & Invest sogar rund 40 Prozent.

 

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Wie in Europa ist das Auto in Indonesien heute ein allgegenwärtiges Statussymbol; es ist ein unübersehbares Signal, dass der Besitzer den Aufstieg in die wachsende Mittelschicht geschafft hat. 16 Millionen Autos kurven bereits über Indonesiens Straße. Der Markt für Kleinwagen und Mittelklassemodelle ist allerdings fest in den Händen japanischer Hersteller. Zudem drängen chinesische Anbieter in den Massenmarkt.

„Die Chancen der deutschen Autoindustrie liegen vor allem im Premium-Segment“, erläutert Max Steinert von HSBC. Allerdings erhebt Indonesien auf die Einfuhr von Luxus-Limousinen prohibitive Zölle und Steuern. Daher lassen die deutschen Hersteller die Pkw für den indonesischen Markt großenteils in kleinen lokalen Betrieben montieren – aus Bausätzen, die aus den deutschen Stammwerken angeliefert werden. Das schafft Jobs in Indonesien; zum Dank erhebt der Staat auf die importierten Bauteile nur geringe Abgaben.

Freilich haben die Käufer deutscher Luxuskarossen nicht immer viel Freude an ihren teuren Autos. Denn das Straßennetz Indonesiens ist völlig überlastet. „Die gesamte Infrastruktur des Landes konnte mit dem stürmischen Wachstum der vergangenen Jahre nicht mithalten“, sagt Steinert. Auch die mangelhafte Stromversorgung gefährdet den Aufstieg Indonesiens zur Industrienation. Als Skandal empfinden viele Beobachter überdies die prekären sanitären Verhältnisse: Selbst in den Metropolen haben längst nicht alle Einwohner Zugang zu sauberem Wasser.

Mit einem gewaltigen Kraftakt will die Regierung die ärgsten Missstände beseitigen. Allein im Großraum Jakarta sollen bis 2030 rund 40 Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Vorrang haben Wasserversorgung, Abwasser-Aufbereitung, öffentlicher Nahverkehr und Stromerzeugung. Zudem soll das bislang noch sehr dünne Netz an Schnellstraßen erweitert werden. Die Finanzierung der aufwendigen Projekte ist zwar noch nicht ganz geklärt. Doch zahllose Unternehmen stehen bereits Schlange, um einen der vielen zu vergebenden Aufträge zu ergattern. Vom Ausbau der indonesischen Stromversorgung könnten Firmen wie Siemens profitieren. Das Münchener Unternehmen, das in Indonesien bereits mehrere Joint-Ventures betreibt.

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 26.08.2019 12:45 Uhr

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