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Handelskreuz für Südostasien

Lediglich 5,6 Millionen Einwohner hat Singapur. Die Handels- und Hafenstadt ist ein lebendes Labor. Der Stadtstaat am Äquator, erklärt die Regierung immer wieder, überlebt nur, wenn er sich ständig neu erfindet.

ls die einstige britische Kronkolonie Singapur an der Südspitze der Malaiischen Halbinsel 1965 seine Unabhängigkeit erklärte, waren die Voraussetzungen für eine rosige Zukunft denkbar schlecht. „Der Stadtstaat, der mit 719 Quadratkilometern Fläche kleiner ist als Hamburg, verfügt kaum über Bodenschätze und eine nur überschaubare Industrie“, erklärt Max Steinert, Senior Vice President, German Desk ASEAN, bei der britischen Großbank HSBC. Aber der Handelsposten am Äquator nutzte von Anfang an seine strategische Lage als Scharnier zwischen Ost und West, zwischen Indischem Ozean und Pazifik. Innerhalb weniger Jahrzehnte schaffte Singapur den Sprung vom Entwicklungsland zur internationalen Banken- und Handelsmetropole mit Wolkenkratzern und Shoppingmalls, einem der wichtigsten Flug- sowie Containerhäfen der Welt und entwickelte sich zum Touristenmagnet in Asien.

„Singapur ist ein wichtiger Knotenpunkt in Südostasien und ermöglicht damit auch den Zugang zu anderen ASEAN-Staaten wie Indonesien, Malaysia, den Philippinen oder Thailand“, erläutert HSBC-Mann Steinert. Mit einem der besten Flughäfen der Region und dem zweitgrößten Containerhafen der Welt ist Singapur nicht nur der zentrale Transport- und Logistik-Knotenpunkt der Region, sondern profitiert als wichtiges Handelsdrehkreuz in Südostasien auch von niedrigen Sprachbarrieren, gut ausgebildeten Arbeitskräften, wenig Bürokratie und stabilen politischen Verhältnissen.

Laut aktuellem „Global Innovation Index 2018“, der in einem jährlichen Intervall von der UN-Organisation für geistiges Eigentum (WIPO), der Cornell University und der französischen Wirtschaftsuniversität INSEAD erhoben wird, liegt Singapur auf Platz 1 der innovativsten Länder in Asien und auf Rang 5 weltweit. „Mehr als 2.000 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum haben mittlerweile regionale Standorte in Singapur eröffnet“, rechnet Steinert vor.

Ein Baustein für eine engere Beziehung zwischen Europa und einer der dynamischsten Regionen der Welt.

Mit Singapur hat die Europäische Union jetzt ein umfassendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Nicht nur der Handel mit Waren und Dienstleistungen soll liberalisiert werden, sondern auch die wechselseitigen Kapitalströme – und zwar für alle Arten von „Anleihen, Schuldverschreibungen und Krediten“. Es ist das erste bilaterale Handelsabkommen der Europäischen Union mit einem südostasiatischen Land, „ein Baustein für eine engere Beziehung zwischen Europa und einer der dynamischsten Regionen der Welt“, ist EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker überzeugt. Das Abkommen könnte als Modell für ähnliche Übereinkünfte mit anderen asiatischen Ländern dienen. Schließlich ist es das erklärte Ziel der EU, ein Handels- und Investitionsabkommen mit der gesamten ASEAN-Region zu schließen. „Singapur ist eine Drehscheibe der Wirtschaft in Südostasien, inhaltlich kann das Abkommen daher als Blaupause für zukünftige Abkommen mit ASEAN dienen“, glaubt auch Steinert. Die aktuellen Verhandlungen mit Vietnam zeigten, dass es Grund für diese Hoffnung gibt.

Der Handelsteil des Freihandelsabkommens wird wohl im September in Kraft treten. Das separate Abkommen zum Investitionsschutz muss noch von den nationalen Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten gebilligt werden. Innerhalb von fünf Jahren werden nun die EU-Zölle für Waren aus Singapur abgeschafft. Umgekehrt sollen die Zölle auf EU-Ausfuhren beseitigt werden. Außerdem werden in Singapur künftig EU-Normen und -Sicherheitstests anerkannt, unter anderem in den Bereichen Elektronik, Pharmazeutika und Autoteile.

In der Hafenmetropole werden Öl, Weizen und Aktien gehandelt, Hunderte Milliarden Dollar aus China, Indien und Indonesien verwaltet, Halbleiter produziert und erneuerbare Energien erforscht. Von hier aus steuern riesige Konzerne ihre Geschäfte in Asien. Und es arbeiten Zehntausende von Spitzenforschern an der Zukunft. Schon heute ist der Stadtstaat, der als Tor zu Südostasien gilt, der größte Handelspartner der EU im ASEAN-Raum und eines der reichsten Länder der Welt, der Standort ist teuer. „Teilweise aus Kostengründen überlegen Unternehmen mittlerweile aber auch ihre regionalen Headquarters in Kuala Lumpur oder Bangkok anzusiedeln, wobei dort Herausforderungen regulatorischer Natur und bei der Personalverfügbarkeit bestehen“, beobachtet Steinert.

Das etablierte Geschäftsmodell stößt an seine Grenzen, Singapur muss sich wieder einmal neu erfinden. Das Internet der Dinge, autonomes Fahren, Sensorik – damit will der Stadtstaat am Äquator künftig Geld verdienen. Seit 2016 sind selbstfahrende Autos in Singapur Teil des städtischen Nahverkehrs. Noch kurven nur einige autonome Fahrzeuge auf der Tropeninsel durch das Universitätsviertel One-North, in dem viele staatliche Forschungsinstitute angesiedelt sind. Aber schon bald soll eine große Flotte den hochbesteuerten Privatverkehr teilweise ersetzen.

 

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HSBC ist eines der weltweit größten Finanzinstitute. In unseren vier globalen Geschäftsbereichen – Retail Banking and Wealth Management, Commercial Banking, Global Banking and Markets und Global Private Banking – sind wir für rund 39 Millionen Kunden tätig. Unser Netzwerk erstreckt sich über 65 Länder und Territorien in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum, im Nahen Osten, in Nordafrika sowie in Nord- und Südamerika.

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Mit der Regierungsinitiative „Smart Nation“ will Singapur gleichzeitig zur nachhaltigsten und lebenswertesten Stadt Asiens werden. Digital vernetzte Systeme sind heute in vielerlei Hinsicht schon Realität. Es gibt eine papierlose Verwaltung, Patienten werden immer öfter ergänzend auch digital zu Hause behandelt, und bargeldloses Bezahlen ist praktisch überall möglich.

Fast 30 Milliarden Singapur-Dollar liegen in staatlichen Töpfen und öffentlich kontrollierten Risikokapitalfonds bereit, um junge Unternehmen mit vielversprechenden Geschäftsideen auf dem Feld der Digitalisierung zu unterstützen. Vor allem Fintechs sowie Unternehmen aus innovationsgetriebenen Branchen wie Elektro- und Informationstechnik, Life Science, Biochemie, Robotik und städtische Mobilität will der Staat fördern. Laut offiziellen Angaben hat die stetig wachsende Community eine Größe von ungefähr 50.000 Start-ups, von denen circa 2.500 bis 3.000 im hochtechnologischen Bereich arbeiten.

Geld hat Singapur reichlich, um die digitale Revolution voranzutreiben. Und das ist der große Unterschied zu Europa und den USA: Während im Silicon Valley oder in Berlin findige Tüftler und Internetpioniere auf eigene Faust und oft mit wenig eigenem Geld in leerstehenden Fabrikhallen ihre ersten Firmen gründen, steuert in Singapur der Staat zum großen Teil die Gründerszene und ebnet vielversprechenden Start-ups mit großen Summen den Weg ins Geschäft.

Eine Content Marketing-Lösung der F.A.Z. Media Solutions Manufaktur.
Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 26.08.2019 16:26 Uhr