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Chancen mit Schönheitsfehlern

Die ASEAN-Staaten sind für deutsche Investoren definitiv eine attraktive Option. Trotzdem gibt es bei allen Vorteilen auch Investitionshemmnisse, die deutsche Unternehmen verunsichern.

llen voran spielt die Rechtssicherheit eine große Rolle, um die es in der ASEAN höchst unterschiedlich bestellt ist. Während sich Investoren in Singapur auf stabile Rahmenbedingungen verlassen können, ist die Gesetzeslage beispielsweise in Indonesien vielen, oft überraschenden Veränderungen unterworfen und benachteiligt nicht selten ausländische Unternehmen. So hatte die indonesische Regierung Ende 2018 die Liberalisierung der sogenannten Negative Investment List (DNI), welche die Investitionsbeschränkungen für ausländische Unternehmen definiert, bereits angekündigt und an die Presse kommuniziert, dann aber in letzter Sekunde wieder zurückgezogen. Auch das Risiko von Enteignungen schätzt beispielsweise die Kreditversicherung Credendo dort vergleichsweise hoch ein, genauso wie in Thailand.

Gleichzeitig gelten Gesetze in etlichen Ländern Asiens bestenfalls als Handlungsvorschlag – und sind damit fast eine Einladung zur Korruption: Ein Scheinchen hier, eine Einladung da sollen im Geschäftsleben die Abläufe im wahrsten Sinne des Wortes schmieren, und all das nach oft undurchsichtigen Regeln. Dass diese Praxis seit 2015 auch für deutsche Unternehmen im Ausland eine Strafverfolgung in Deutschland nach sich ziehen kann, muss gar nicht erwähnt werden.

Als Industrieller steht man in Deutschland sofort im Verdacht, ein Umweltsünder und Ausbeuter zu sein. In Asien gilt der Industrielle als Hoffnungsträger, der für Arbeit und Aufstiegschancen sorgt.

So steht Vietnam im Korruptionswahrnehmungsindex der NGO Transparency International von 2018 nur auf Rang 117 von 180 Ländern, Thailand und die Philippinen teilen sich Platz 99. Wirkliche Verbesserungen hat dabei in den letzten Jahren nur Indonesien erreicht und sich von Rang 113 im Jahr 2012 auf Rang 89 heraufgearbeitet. Trotzdem bleibt das Land damit auf einem niedrigen Niveau. Dass dies nicht so sein muss, zeigen Brunei auf Rang 31 und Singapur, das mit Rang drei nicht nur den besten Platz in Asien belegt – und das seit vielen Jahren –, sondern auch generell an der Weltspitze steht, wenn es um Unbestechlichkeit geht. Zum Vergleich: Deutschland rangiert auf Platz elf. Für viele Regierungen der ASEAN ist die Korruptionsbekämpfung eine der wichtigsten Aufgaben, sorgt das Übel doch auch in der eigenen Bevölkerung für Unmut.

Ebenfalls ein Ärgernis aus ausländischer Sicht ist die Bürokratie: Wo viele Formulare und undurchsichtige Regeln warten, fällt das wirtschaftliche Engagement natürlich schwer. In dieser Hinsicht gibt es jedoch durchaus positive Tendenzen: Im Ease of Doing Business Index stieg Indonesien von Platz 120 im Jahr 2014 auf Rang 73 im Jahr 2019. Malaysia überzeugt mit einem Platz 15 – das ist neben Singapur auf Spitzenplatz eins das beste Ergebnis der ASEAN. Auf den Philippinen – mit Rang 124 weit unten angesiedelt – sind große regionale Unterscheide zu verzeichnen.

Für den europäischen Investor schwer einzuschätzen sind auch ethnische und religiöse Spannungen, wie sie vor allem in Indonesien und auf den Philippinen immer wieder auftreten. Egal, ob es sich um politische Unruhen oder religiös motivierten Separatismus wie im Süden der Philippinen handelt, stabile Lösungen sind oft nicht absehbar. Problematisch ist auch das politische Klima in Thailand: Immerhin zwölf erfolgreiche (und etliche vergebliche) Militärputsche verzeichnet Thailand seit 1932, im Durchschnitt alle sieben Jahre einen. Das ist geradezu Weltrekord. Tröstlich ist: Auf die Aktivitäten ausländischer Unternehmen wirkt sich dies erstaunlich wenig aus, obwohl die damit einhergehenden Unruhen nicht immer unblutig verlaufen.

Wenn es um die Arbeitskräfte geht, zeigen sich alle ASEAN-Länder jung und motiviert. In Singapur, Malaysia und auf den Philippinen sind sie zudem mit exzellenten Englischkenntnissen ausgestattet, denn die sekundäre Bildung findet größtenteils auf Englisch statt. Dennoch klafft oft eine Schere zwischen Ausbildungsstand und Ambitionen: Malaysia beispielweise möchte zum Major Player in Sachen Industrie 4.0 aufsteigen, genauso wie Thailand, beide arbeiten intensiv daran, die Ausbildung zu verbessern. Malaysia strebt dabei an, den Anteil der Facharbeiter bis 2030 auf 45 Prozent zu erhöhen. Auch in Vietnam bleibt die Qualifikation der Kandidaten eine Herausforderung, die Berufsausbildung ist meist nicht ausreichend praktisch orientiert. Dies könnte sich allerdings mit der anvisierten Reform des Bildungs- und Ausbildungswesens ändern.

 

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Eine weitere Schwachstelle ist die Infrastruktur. Handy-Empfang auch mitten im Dschungel? Das ist erstaunlicherweise meist kein Problem. Gleichzeitig ist die Transportinfrastruktur oft noch lückenhaft, die Stromversorgung von Schwankungen betroffen und nicht immer garantiert. So besteht das Eisenbahnnetz in Vietnam noch zu großen Teile aus alten Schmalspurgleisen und ist nicht elektrifiziert. Besonders viele positive Impulse gibt es in dieser Hinsicht in Malaysia und Indonesien: Der malaiische East Coast Rail Link wird nach langen Verhandlungen mit den chinesischen Partnern nun doch weitergebaut, und auch der Trans-Borneo Highway soll noch 2021 fertiggestellt werden. Die Schnellzug-Strecke von Kuala Lumpur nach Singapur wird dagegen wohl erst einmal nicht realisiert. In Indonesien ist der neue Hafen von New Priok bereits im Bau und soll 2023 erstmals Schiffe abfertigen. Ziemlich gewagt ist dagegen der Plan, die indonesische Hauptstadt zu verlegen: Auf Borneo soll dazu wahrscheinlich eine neue Stadt entstehen.

Bei allen Herausforderungen, die die ASEAN-Staaten bieten, sicher ist in jedem Fall: Das Engagement in Handel und Industrie wird in diesen Ländern durchweg positiv gesehen. Der Geschäftsführer eines schwäbischen Unternehmens mit Niederlassungen in Fernost fasste es auf einer Singapurer Wirtschaftsveranstaltung anonym, aber treffend zusammen: „Als Industrieller steht man in Deutschland sofort im Verdacht, ein Umweltsünder und Ausbeuter zu sein. In Asien gilt der Industrielle als Hoffnungsträger, der für Arbeit und Aufstiegschancen sorgt.“

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Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 01.07.2019 10:33 Uhr