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HSBC - ASEAN
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Unter der Lupe

Unternehmen, die in den ASEAN-Staaten erfolgreich sein wollen, müssen große Unterschiede zwischen den Ländern in ihre Business-Strategie einbeziehen. Dies beginnt mit den sehr verschiedenen politischen Systemen.

ingapur, Indonesien, Malaysia und die Philippinen gelten als partiell freie und demokratische Staaten, die sich zum Teil von jahrzehntelanger Einparteien- und Militärherrschaft gelöst haben. Sie werden auch als elektorale Autokratien bezeichnet. Die Staaten verfügen einerseits über formaldemokratische repräsentative Institutionen wie Mehrparteiensystem und gewählte Regierungen. Andererseits sind bürgerliche Freiheiten und Wahlen eingeschränkt. Noch weiter von einer vollständigen Demokratie entfernt sind das Sultanat Brunei, die Militärregierungen in Thailand und Myanmar sowie die sozialistischen Volksrepubliken Vietnam und Laos.

Zugleich wäre es unzutreffend, die aus westlicher Sicht nur in Ansätzen vorhandenen demokratischen Strukturen als einen Hinweis für wirtschaftliche Schwäche zu deuten. Das beste Beispiel dafür ist Singapur. Der Stadtstaat ist weltweit eines der reichsten Länder und gilt als eine der Städte mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Singapur verfügt über eine hochindustrialisierte und erfolgreiche Marktwirtschaft, die sich durch Weltoffenheit, weitgehende Korruptionsfreiheit und internationale Vernetzung auszeichnet. Die Wirtschaftspolitik ist auf eine weitere Globalisierung ausgerichtet und engagiert sich für eine stärkere Liberalisierung und Marktöffnung für Güter und Dienstleistungen. Als charakteristisch für Singapur gilt das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Ethik, strengen Gesetzen, einem hohen Grad an Überwachung und sehr geringer Korruption. Eine Ursache für die erfolgreiche Marktwirtschaft ist der historische Umstand, dass Singapur wie Hongkong als Handelsstützpunkt des britischen Kolonialreichs fungierte – und damit schon lange Zeit in ein weltweites Netz von Waren- und Dienstleistungsströmen eingebunden war.

Die demokratischen Strukturen sind in Thailand und Vietnam deutlich weniger entwickelt als in Singapur, Indonesien, Malaysia und den Philippinen.

Indonesien hat seit dem Sturz des autoritären Suharto-Regimes im Jahre 1998 große Fortschritte in Richtung Demokratie gemacht. Beschränkungen der Meinungsfreiheit für Parteien, Gewerkschaften und die übrige Zivilgesellschaft wurden aufgehoben. Die politisch, menschen- und bürgerrechtlich größten Schwierigkeiten der indonesischen Demokratie haben stark mit religiösen Einstellungen zu tun. Der indonesische Staat erkennt offiziell nur den Islam, das protestantische Christentum, den Katholizismus, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus als „echte“ Religionen an. Menschen, die sich zu einer anderen Religion bekennen, werden oft diskriminiert.

Indonesien ist heute eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Südostasiens. Das rohstoffreiche Land verfügt über einen großen Binnenmarkt und zunehmenden Technologiebedarf. Wichtige Zielsektoren für mittelständische ausländische Direktinvestitionen sind neben der Infrastruktur insbesondere die Maschinenbau-, Metall- und Elektronik-Branchen. Der Staat verfügt über gute Verbindungen zu den anderen Staaten Südostasiens sowie nach Australien und ist daher ein interessanter Ausgangspunkt für grenzüberschreitende geschäftliche Aktivitäten.

Singapur und Indonesien werden von der internationalen Nichtregierungsorganisation Freedom House als „teilweise frei“ eingestuft. Dies gilt auch für Malaysia und die Philippinen: Obwohl Malaysia freie und regelmäßige Wahlen abhält, wurde es seit Staatsgründung im Jahre 1957 immer von der gleichen Koalition – der Nationalen Front, Barisan Nasional (BN) – regiert. Dies änderte sich erst im Jahre 2018, als die Opposition zum ersten Mal die Wahlen gewann und der langjährige Premierminister Najib Razak sein Amt verlor. Auf den Philippinen sind demokratische Institutionen und Strukturen gut ausdifferenziert und entwickelt. Es gibt freie Wahlen und die Möglichkeit eines friedlichen Machtwechsels. Allerdings gilt der Rechtsstaat als mangelhaft. Trotz einer unabhängigen Judikative existiert eine weitgehende Rechtsunsicherheit. Gerichte entscheiden oft zu Gunsten der herrschenden Eliten. Zudem ist das Land von Vetternwirtschaft geprägt. Politische Familiendynastien gibt es in fast allen Parteien.

 

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Die demokratischen Strukturen sind in Thailand und Vietnam deutlich weniger entwickelt als in Singapur, Indonesien, Malaysia und den Philippinen. Freedom House stuft Thailand und Vietnam als „nicht frei“ ein. In Thailand hat das Militär seit dem Militärputsch 2014 systematisch demokratische Freiheiten abgeschafft. Vietnam ist ein Einparteienstaat, in dem die Kommunistische Partei allein regiert. Sie dominiert alle Aspekte des politischen sowie große Teile des wirtschaftlichen Lebens. Meinungs- und Glaubensfreiheit sowie zivilgesellschaftliches Engagement sind starken Restriktionen unterworfen.

Das thailändische Wachstum stützt sich auf öffentliche Ausgaben wie Infrastrukturmaßnahmen und andere Großprojekte. Die Militärregierung setzt stark auf Investitionsanreize. Insbesondere die Fördermaßnahmen für den „Eastern Economic Corridor” zeigen erste Erfolge. Seit 2017 haben sich über 1.200 Projekte für eine Förderung beworben, von denen bisher etwa 600 genehmigt worden sind. In Vietnam hat der Übergang von einer zentralen Plan- zur Marktwirtschaft seit Ende der 1980er Jahre zu einem Wirtschaftswachstum geführt, das bis heute anhält. Seit seinem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2007 sind die Grenzen des südostasiatischen Küstenlandes für ausländische Investoren geöffnet. Die internationale Marktintegration schreitet dabei mit einer zunehmenden Anzahl von Freihandelsabkommen, die attraktive Bedingungen für Investitionen in Vietnam schaffen, weiter voran.

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Für HSBC.

Quelle: HSBC

Veröffentlicht: 21.06.2019 13:04 Uhr